Ausland

«Europa erlebt eine arabische Invasion»

Aktualisiert am 04.03.2016

Eine Aussage des Papstes sorgt für Diskussionen. Die Rechte nutzt sie für ihre Propaganda.

Will beim Thema Islam den Dialog suchen: Papst Franziskus bei einer Anspache in Mexico. (16.Februar 2016)

Will beim Thema Islam den Dialog suchen: Papst Franziskus bei einer Anspache in Mexico. (16.Februar 2016)
Bild: Ulises Ruiz Basurto /Keystone

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Was der Papst sagt, wird auf die Goldwaage gelegt. Bei einem Empfang einer französischen Delegation kam der Pontifex auf die Flüchtlingskrise zu sprechen. Dabei sprach er von einer «arabischen Invasion», die Europa derzeit erlebe.

Laut mehreren französischen Zeitungen gingen die Ausführungen des Papstes aber viel weiter. Er habe betont, dass er diese Entwicklung keinesfalls als negativ betrachte. Europa habe es immer geschafft, sich durch den Austausch der Kulturen zu vergrössern und positiv zu entwickeln.

Positiver Nebensatz wurde ausgeblendet

Offenbar nutzen nun rechtsorientierte Webseiten den ersten Teil der Papst-Aussage zu Propagandazwecken, wie es im Bericht weiter heisst. Im Sinne von: Wenn sogar der Papst von Invasion spricht, könnten sich die Kritiker der Flüchtlingspolitik in ihren Ansichten bestätigt fühlen.

Das eigentliche Problem am Satz des Papstes sei das Wort «Invasion», welches negativ besetzt ist, schreibt das französische Newsmagazin «L'Express».

Katholische Zeitung empört sich

Ein Reporter der katholischen Wochenzeitung «La Vie» ist bestürzt über die Auffassung, der Papst wäre möglicherweise rassistisch eingestellt.

Zu der Tageszeitung ««Le Monde»» sagte er, der Papst hätte immer davon gesprochen, dass im Hinblick auf den Islam der Dialog die einzige Vorgehensweise ist. Nichts an seinen Worten hätte daran einen Zweifel gelassen. (kat)

Erstellt: 03.03.2016, 20:29 Uhr