Trump lobt Juniors «Transparenz»

Der Kontakt mit der russischen Anwältin bringt den Präsidentensohn in Bedrängnis. Die Reaktionen auf die neuste Entwicklung.

US-Präsident Donald Trump findet es gut, dass sein Sohn Donald Trump Jr. in der Affäre transparent gibt.

US-Präsident Donald Trump findet es gut, dass sein Sohn Donald Trump Jr. in der Affäre transparent gibt. Bild: Jewel Samad/Keystone

US-Präsident Donald Trump hat seinem ältesten Sohn Donald Trump Jr. nach dessen E-Mail-Veröffentlichung den Rücken gestärkt. Sein Sohn sei eine Person mit ausgezeichneten Qualitäten, teilte der Präsident am Dienstag in einer kurzen Erklärung mit, die er von Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders verlesen liess. Er lobe «seine Transparenz».

Trump Jr. veröffentlichte den E-Mail-Verkehr am Dienstag über Twitter, um – wie er sagte – seine Kommunikation in diesem Fall möglichst transparent darzustellen. Allerdings hatte zuvor schon die «New York Times» über den Inhalt der E-Mails und das darauf folgende Treffen Trumps mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja berichtet und den Präsidentensohn damit in Bedrängnis gebracht.

Pence distanziert sich von Trump Jr.

US-Vizepräsident Mike Pence hat sich Medienberichten zufolge nach Bekanntwerden der E-Mail-Vorwürfe vom Präsidentensohn distanziert. Pence habe von dem Treffen von Trump Junior mit einer angeblich der russischen Regierung nahestehenden Anwältin nichts gewusst, teilte sein Anwalt Marc Lotter am Dienstag in einer Erklärung mit, die mehreren US-Medien vorliegt.

Pence konzentriere sich zudem nicht auf den zurückliegenden Wahlkampf. «Besonders nicht auf Dinge, die vor der Zeit lagen, als er selbst zum Team gestossen ist», heisst es in der Erklärung. Dies wird in Washington als klarer Versuch gewertet, sich selbst von der Russland-Affäre Trumps fernzuhalten.

Demokratie untergraben

Führende Demokraten sehen die Vorwürfe bestätigt, Trump Junior habe bewusst russische Informationen für den Wahlkampf akquiriert. Senator Ron Wyden, ein Mitglied des Geheimdienstsausschusses, erklärte: «Diese E-Mails zeigen, dass es nicht länger fraglich ist, ob dieses Wahlkampfteam plante, sich mit einer feindlichen Macht abzusprechen, um die amerikanische Demokratie zu untergraben.»

Auf die Frage, ob sie im US-Wahlkampf 2016 schädigende Informationen über Trumps frühere Präsidentschaftsrivalin gehabt habe, sagte die Anwältin Natalia Weselnizkaja am Dienstag vor Reportern, dies sei «nicht wahr». «Ich habe niemals kompromittierende Informationen gehabt und konnte sie nicht gehabt haben», sagte sie. Sie repräsentiere niemand anderen als sich selbst, fügte sie hinzu.

Weselnizkaja bestand darauf, dass ihr angeboten worden sei, sich mit Trump Jr. in einem privaten Umfeld zu treffen, das nicht mit dem Fakt zusammenhänge, «dass er der Sohn des Präsidentschaftskandidaten ist». Sie sei sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal sicher gewesen, dass der ältere der Trumps bereits die republikanische Präsidentschaftsnominierung gewonnen habe.

Natalia Weselnizkaja dementiert, über belastende Informationen zu Clinton verfügt zu haben. (Bild: Keystone/Yury Martyanov)

(oli/dapd)

Erstellt: 11.07.2017, 23:31 Uhr

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