Ausland

Er überlebte schon den zweiten Terroranschlag

Aktualisiert am 23.03.2016

Mit diesem Teenager zu reisen kann gefährlich werden. Denn Mason Wells war nicht nur in Brüssel, sondern auch beim Anschlag in Boston dabei.

1/5 Kam bereits dreimal mit dem Leben davon: Mason Wells aus Utah.
Bild: Mormon Church/Keystone

   

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Brüssel am Tag danach

Brüssel am Tag danach
Am Tag nach den Anschlägen von Brüssel herrscht in der belgischen Hauptstadt der Ausnahmezustand.

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Der 19-jährige Mason Wells befand sich am Dienstagmorgen in der Abflugshalle des Brüsseler Flughafens Zaventem, als Bomben am Flughafen und in der Metro mindestens 34 Menschen töteten und 200 weitere verletzten. Wells überlebte, erlitt jedoch Verletzungen.

«Das ist sein dritter Terror-Anschlag», so sein Vater Chad zu ABC. Denn Mason Well überlebte bereits das Attentat in Boston – und war auch nicht weit von Paris entfernt, als dort 130 Menschen in den Tod gerissen wurden.

Beim Boston-Attentat auch dabei

Erst vor drei Jahren waren er und sein Vater gerade noch dem Tod von der Schippe gesprungen, als während des Boston-Marathons nur einen Häuserblock von ihnen entfernt ein Sprengsatz detonierte und drei Zuschauer tötete. So standen Vater und Sohn am 15. April 2013 an der Ziellinie, um Masons Mutter Kymberly, die mitrannte, anzufeuern.

Brüssel am Tag danach

1/27 Innehalten: Leute gedenken der Verstorbenen der Terroranschläge mit einer Schweigeminute auf der Place de la Bourse in Brüssel. (23. März 2016)
Bild: Kenzo Tribouillard /AFP

   

«Wir wurden durchgeschüttelt. Chad nahm Mason ins Hotel und wies ihn an, dort zu bleiben», so Mutter Wells. «Mason hat uns immer wieder bestätigt, dass er sicher ist und vorsichtig. Ich habe ihm beigebracht, dass man sich immer seiner Umgebung bewusst sein muss. Das ist das Wichtigste. Beim Reisen sollte er sich darauf achten, was für Leute um ihn herum sind.»

In Brüssel am Ground Zero

Laut Vater Chad habe sich sein Sohn während des Anschlags in Brüssel ruhig verhalten, obwohl er sich «unglaublich nahe der Explosion, am Ground Zero» aufhielt. «Ich denke, dass die Erfahrung in Boston ihm geholfen hat, Ruhe zu bewahren.»

Der Mormone Mason Wells war am Dienstagmorgen zusammen mit zwei weiteren Missionaren im Flughafengebäude, um eine weitere Anhängerin der Kirche zu verabschieden. Zum Zeitpunkt der Detonationen war diese bereits hinter der Sicherheitskontrolle. Doch nicht nur Wells, auch seine Begleiter überlebten den Terroranschlag. Ein 60-Jähriger und ein 20 Jahre alter Mann der Gruppe kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

So fühlen sich Passagiere am Flughafen Zürich. (Video: Lea Koch und Fiona Endres)
Mason Wells zog sich Verbrennungen zweiten und dritten Grades sowie Verletzungen durch Bombensplitter zu. Ausserdem riss er sich die Achillessehne. Die Splitter mussten chirurgisch entfernt werden. Es wird vermutet, dass die in Brüssel eingesetzten Sprengsätze mit Nägeln versetzt waren. Gemäss seiner Familie ist Mason Wells trotz seinen Verletzungen wohlauf, eine vollständige Genesung wird erwartet.

«Wir leben in einer gefährlichen Welt»

Auch bei den Anschlägen in Paris war Mason Wells in der Nähe. Am 13. November letzten Jahres hielt sich Wells in Frankreich auf, nur Stunden von Paris entfernt.

1/90 Die belgische Verkehrsministerin Jacqueline Galant hat nach Vorwürfen an den Sicherheitsmassnahmen auf den Flughäfen ihren Rücktritt eingereicht. (15. April 2016)
Bild: AFP

   
«Das ist traurigerweise bereits das dritte Mal, wo wir mit einem Bombenanschlag in Verbindung stehen. Wir leben in einer gefährlichen Welt, in der nicht jeder nett und lieb ist.»

Unklar, ob er seinen Einsatz fortsetzen wird

Mason stammt aus Sandy, einem Vorort der Stadt Salt Lake City, die als Zentrum der Mormonenkirche gilt. In Europa befand er sich auf einem zweijährigen Einsatz als Jungmissionar der religiösen Gruppe. Vier weitere Monate wollte Mason noch missionieren, im Herbst dann ein Ingenieursstudium an der University of Utah antreten. Auch bei der Marine-Akademie wolle er es erneut versuchen, nachdem er nach der High School mit seiner Bewerbung knapp gescheitert sei, sagt Chad Wells.

Wann seine Angehörigen Mason Wells zu Gesicht bekommen werden, ist noch unklar. Ebenso ungewiss ist, ob er seinen Einsatz beendet.

Erstellt: 23.03.2016, 13:45 Uhr

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