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Das Geschäft mit der Geschwindigkeit blüht wieder auf

Von Dieter Liechti, Thomas Geiger. Aktualisiert am 03.03.2011

Verkaufsrekorde und rund 170 Weltpremieren machen den 81. Auto-Salon in Genf zur Show des Optimismus. Ein Rundgang.

1/9 Back to the Future: Bruno Kernen, Schweizer Ski-Star vergangener Tage, zeigt die BMW-Zukunft mit der Studie Vision Connected Drive.
Bild: Patric Spahni

   

81. Autosalon

Ort: Messehalle Palexpo, Genf.

Datum: 3. bis 13. März 2011

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr, am Wochenende von 9 bis 19 Uhr.

Eintrittspreise: Erwachsene 16 Franken, Kinder und Jugendliche sowie AHV-Bezüger 9 Franken. Ab 16 Uhr kostet der Eintritt die Hälfte.

Die SBB bieten ein sogenanntes Salon-Kombi an. Dieses Angebot umfasst ein ermässigtes Billett für den Salon als auch für die Bahn.

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Auto-Salon 2011: Die Schönheiten von Genf

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Was wäre ein Auto-Salon ohne die hübschen Hostessen. Erst sie rücken die zahlreichen Premieren ins rechte Licht.

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Die Krise ist endgültig vorbei, und die Zukunft ist rosig – das ist die vorherrschende Stimmung, in der sich die Automobilindustrie in diesem Jahr beim Genfer Salon präsentiert. Nachdem schon die ersten Monate die besten aller Zeiten waren, wollen die Hersteller 2011 zu einem Rekordjahr machen und so den 125. Geburtstag des Autos gebührend feiern.

Doch die Hersteller – egal von welchem Kontinent – ruhen sich nicht nur auf ihrem soliden Auftragseingang und den optimistischen Prognosen aus, sondern sie machen das Automobil beim Frühlingserwachen am Genfersee mit vielen interessanten Serienmodellen, spannenden – und überraschend greifbaren – Studien fit für die nächsten 125 Jahre. Dazu wurden am Dienstag und Mittwoch rekordverdächtige 170 Weltpremieren enthüllt.

«Back to the Future»

Dass dabei der Blick zurück auch heute noch (oder wieder) von sehr grosser Bedeutung ist, zeigt der neue Bulli, mit dem VW einen der Stars der Messe stellt: An der Vergangenheit orientiert, aber kein bisschen Retro, folgt der Sechssitzer im Format des VW Polo (3,99 Meter Länge) nach den Worten von Designchef Walter da Silva dem Motto «Back to the Future» und macht Hoffnung auf eine baldige Serienfreigabe. Die ist – eventuell sogar mit dem 115 PS starken Elektromotor – ziemlich wahrscheinlich und passt damit voll in den Genfer Trend: Denn wo sich in den vergangenen Jahren vor allem visionäre Konzepte für übermorgen im Rampenlicht drehten, haben in diesem Jahr selbst die Studien und die vielen Concept Cars an Bodenhaftung gewonnen. Autos wie der Mazda Minagi oder der Toyota FT-86?II gehen im nächsten Jahr als CX-5 und Celica in Produktion, der Alfa 4C wird wohl schon Ende 2012 zum heissblütigen Herzensbrecher, das Opel Zafira Concept und der Ford B-Max laufen nur noch der Form halber als Studie, das Audi A3 Concept ist ein sehr konkreter Vorbote der nächsten Modellgeneration, und selbst Autos wie der Seat IBX oder der Skoda Vision D haben – zumindest bei der neuen Designsprache – das Zeug zur Serie.

Positive Grundstimmung

Aber man muss gar nicht mehr so lange warten, um vom neuen Optimismus und von der guten Laune in Genf zu profitieren. Autos wie das wiedergeborene Golf-Cabrio, die dritte Generation des Mercedes SLK oder das neue Coupé der C-Klasse zeugen von der positiven Grundstimmung, die aus den Hallen direkt auf die Märkte schwappen soll. Selbstverständlich gibt es auch in diesem Jahr ein paar weniger charmante Beispiele, wie die italienischen Adaptionen aus der Chrysler-Palette – vom üppigen Lancia Thema bis zum Fiat Freemont. Doch selbst das eher unspektakuläre neue Kia-Doppel aus Rio und Picanto, der Hyundai-Sonata-Nachfolger i40 und erst recht Fahrzeuge wie der trendige Lancia Ypsilon beweisen frisches Flair und eine bis anhin unbekannte Liebe zum Detail.

Doch so sehr sich die Industrie um Bodenhaftung bemüht, bleibt in Genf, der einzigen internationalen Autoshow auf «neutralem Terrain», sprich ohne eigene Autoindustrie, noch immer genügend Zeit zum Träumen – selbst bei den Grossserienherstellern: Denn Autos wie den Infiniti Etherea, den Nissan Esflow oder die beiden schmucken Renault-Entwürfe Captur und R-Space wird man in der gezeigten Form leider ebenso wenig auf der Strasse sehen wie den flippigen Smart Forspeed oder den BMW Vision Connected Drive, der einen derart schmucken und klugen Sportwagen abgeben würde.

Traumautos und Supersportler

Daneben steht wie immer in Genf auch eine Handvoll neuer Supersportwagen, für die es zwar eine Serienfreigabe gibt, die für die allermeisten Messebesucher aber trotzdem ein Traum bleiben werden: Autos wie der Gumpert Tournate, der Pagani Huayra, die umgerüsteten SLS von Mansory, Brabus oder Hamann und der neue Koenigsegg Agera sind so extrem und exklusiv, dass sie nur in einstelligen Stückzahlen und gerne auch mal für siebenstellige Beträge verkauft werden.

Aber auch das Geschäft mit dem Reiz der Geschwindigkeit blüht offenbar wieder auf. Darauf baute Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann bei der Präsentation des faszinierenden Murcielago-Nachfolgers Aventador genauso wie sein Gegenspieler von Ferrari, der als ebenso luxuriösen wie leistungsstarken Gegenpol zum Tiefflieger aus Sant’Agata einen edlen Gran Tourismo auf die Räder gestellt hat. Die anfängliche Verwunderung über den Ferrari FF mit den vier Sitzen eines grossen Coupés, der Heckklappe eines Kombis und vor allem mit Allradantrieb hat sich mittlerweile gelegt – vor allem bei den potenziellen und vermögenden Kunden: Denn die erste Jahresproduktion ist schon einmal verkauft. Wenn das kein gutes Zeichen für die Wirtschaft ist?

Nachhaltigkeit mit Stromern

Trotzdem sorgt natürlich auch in diesem Jahr die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der neuen Autos für Spannung – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nachdem der Mitsubishi i-MiEV bereits seit ein paar Wochen durch die Schweiz stromert und der Tesla Roadster prozentual in keinem Land der Welt so viele Kunden hat wie bei uns, bringt Chevrolet den Volt, Nissan den Leaf und Opel den Ampera zum wiederholten Mal in Stellung. Das gilt auch für die Luxusmarke Fisker, deren Modell Karma langsam aber sicher überfällig ist.

Neue Impulse für Elektroautos

Auch sonst steht die Messe unter Strom, oder zumindest Teilzeit-Strom. «Natürlich ist auch Genf 2011 eine grüne Messe», bestätigt der deutsche Autofachmann von der Universität Duisburg, Ferdinand Dudenhöffer: «Für nachhaltigen Gesprächsstoff sorgen auch in diesem Jahr Hybride und Elektroautos. Neben den Modellen von Hybrid-Pionier Toyota sticht der 3008 Diesel-Hybrid von Peugeot aus dem immer grösser werdenden Angebot heraus. Mit diesem Auto werden die Franzosen Weltmeister beim Treibstoffverbrauch unter den Hybrid-Fahrzeugen.»

Ohne Hybrid läuft nichts

Dass ohne Hybrid derzeit nichts mehr läuft, beweist auch ein Blick auf den Stand bei Land Rover: Dort steht ein Range Rover Sport als Range_e und mit einem grossen Versprechen – als Plug-in-Hybrid soll der Luxus-Offroader nur noch 3,36 Liter Diesel verbrauchen. Besonders vielversprechend: Der Range_e ist keine Utopie, sondern rollt 2013 auf die Strasse. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.03.2011, 11:06 Uhr

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