Auto

Toyota zielt jetzt «mitten ins Herz»

Toyota-Entwickler Tetsuya Tada macht am Genfer Auto-Salon mit dem Concept-Car FT-86 Lust auf den neuen Toyota Celica.

Emotionsgeladen: Mit der Studie FT-86 zeigt Toyota in Genf, wie ein Comeback des Celica aussehen könnte.

Markus Cavelti

Das waren noch Zeiten, als man mit einem Toyota Celica am Stammtisch gegen Ford Capri, Opel Manta oder den VW Golf GTI gepunktet hat. Das erschwingliche Sportcoupé weckte Emotionen und begeisterte eine ganze Generation. Oder mehr. Leider Vergangenheit: Was heute unter dem Markenlogo von Toyota um die automobile Weltherrschaft ringt, weckt keine Emotionen – «unauffällig» ist wohl das grösste Kompliment, das man Auris, Yaris oder Avensis machen kann. Immerhin: Mit dem iQ und dem Urban Cruiser deuten die Japaner an, dass man umdenken will. Das bestätigt Tetsuya Tada, der zurzeit den leidenschaftlichsten Job in Toyota City hat: Er ist verantwortlich für einen neuen Sportwagen, der den legendären Celica beerben und mehr Lust in die Showrooms von Toyota bringen soll.

«Oben auf der Wunschliste»

Zwar wird es wohl noch zwei Jahre dauern, bis das neue Coupé auf die Überholspur stürmt. Doch damit die Autofans sehen, wie ernst es Toyota ist, hat Tada San die Studie FT-86 ins Rampenlicht gerückt. Sie stand vergangenen Herbst auf der Motorshow in Tokio und ist jetzt ein Publikumsmagnet in Genf. «Es hat viel zu lange keinen Sportwagen mehr von Toyota gegeben», entschuldigt sich Tada für die Vakanz, die Anfang der Nuller-Jahre mit dem Ende des MR-2 begonnen hat. «Wir hatten dieses Thema zwar nicht vergessen und ganz oben auf unserer Wunschliste. Aber leider waren die Prioritäten bisher anders gesetzt», sagt Tada.

Doch vor zwei Jahren gab es endlich grünes Licht, und Tada hat sich mit seinem Team an die Arbeit gemacht. Dabei herausgekommen ist ein scharf geschnittener Keil, der schon im Stand schnell aussieht. 4,16 Meter kurz, bietet er bei 2,57 Meter Radstand und den dünnen Sportsitzen der Studie tatsächlich Platz für mehr als zwei: Zumindest der Nachwuchs sollte problemlos im Fond sitzen können. Ausserdem glänzt das Schaustück mit einer Liebe zum Detail, die man bei den Japanern so bislang nicht gekannt hat: Das futuristische Cockpit erinnert an einen Flugsimulator, und die Sportsitze sind detailliert modelliert. Zwar kann der FT-86 dem Windschatten des Lexus LFA nicht folgen. Doch so wie die Kollegen mit ihrem zivilisierten Formel-1-Rennwagen war auch Tada mit seinem heissen Toyota nicht nur auf Landstrasse und Autobahn unterwegs. «Natürlich haben auch wir unser Auto auf der Nordschleife getestet», sagt der Ingenieur.

Wie lange er für eine Runde gebraucht hat, daran kann oder will er sich nicht mehr erinnern. «Aber auf jeden Fall waren wir ziemlich schnell.» Überhaupt hat es Tada nicht so mit den Daten: Motorleistung, Drehmoment, Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit? «Alle reden bei Sportwagen immer nur über Zahlen, das finde ich langweilig», klagt der Projektleiter: Er will das Herz und nicht das Hirn erreichen. Statt das zukünftige Datenblatt herunterzubeten, schwärmt er lieber vom präzisen Fahrverhalten des Hecktrieblers, vom knackigen Sechsganggetriebe, dem tiefen Schwerpunkt und der guten Strassenlage. Nur dass der Wagen einen Boxermotor der neu in den Konzern geholten Tochter Subaru bekommt, verrät er gerne. Allerdings nicht wegen des Sounds oder der unvergleichlichen Charakteristik, sondern vor allem wegen der flachen Bauform fiel die Wahl auf diesen Vierzylinder. «Sonst hätten wir nie so eine niedrige Haube hinbekommen», erläutert der Ingenieur.

Trotzdem braucht es nicht allzu viel Fantasie, um sich die Eckdaten des FT-86 zusammenzureimen. Bei 2 Liter Hubraum dürfte es wohl rund 200 PS geben, mit denen ein Sprintwert unter 8 Sekunden und ein Spitzentempo von 230 km/h aufwärts möglich sein sollten.

«Problemzonen korrigieren»

Während sich das Marketing so langsam Gedanken machen muss, ob die Japaner den Namen Celica revitalisieren, wie sie den Preis in die Nähe der oft kolportierten und umgerechneten 45?000 Franken bekommen und wie sie die 100?000 Exemplare erreichen, die in guten Jahren vom Toyota Celica verkauft wurden, geht Tetsuya Tada weiter auf Testfahrt und feilt noch ein wenig am Design.

Zwar will er am FT-86 nicht mehr viel ändern. «Doch wir haben ein paar Problemzonen ausgemacht, die wir noch korrigieren», sagt der Projektleiter. Darum wird es noch ein wenig dauern, bis der FT-86 als Serienmodell auf der Messe steht. «Zwei Jahre müssen Sie sich noch gedulden», sagt Tada. «Doch dann treffen wir mit unserem Sportler mitten ins Herz.»

Entdecken Sie den Auto-Salon in Bildern. Ab morgen an dieser Stelle! (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.03.2010, 11:30 Uhr

[Alt-Text]
Aktuelle Autos auf car4you

Auto

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate