Auto
Edel-Offroader auf Effizienz getrimmt
Mercedes M-Klasse
Kategorie: 5-türiger SUV mit 5 Plätzen.
Masse: Länge 4945 mm, Breite 1951 mm, Höhe 1804 mm, Radstand 2915 mm.
Kofferraum: 690 bis 2010 Liter.
Motor: Zwei Dieselmotoren mit 204 oder 258 PS (150 / 190 kW) sowie ein Benzinmotor mit 306 PS (306 kW).
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 7,4 bis 9,0 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 210 bis 235 km/h.
Verbrauch: 6,0 bis 8,8 Liter auf 100 Kilometer (offizielle Werksangaben).
CO2-Ausstoss: 158 bis 206 Gramm pro Kilometer.
Marktstart: ab November 2011. Preis: 83 400 bis 87 900 Franken.
Infos: www.mercedes.ch
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Neue Fahrzeugmodelle sollen vor allem mit schönem Design, ausgefeilter Technik und mit hochwertigem Interieur zum Kauf animieren. Immer dann, wenn es sich wie bei der neuen M-Klasse von Mercedes, um die bereits dritte Generation einer Baureihe handelt, sind solche Erwartungen besonders hoch. Macht es der neue Wagen besser als der alte? Erfüllt er die Anforderungen zu 100 Prozent? Die Antwort nach den ersten Probefahrten mit der neuen M-Klasse lautet vorweg: Der Edel-Offroader von Mercedes macht seine Sache sehr gut, erreicht das Maximum nur knapp nicht.
Abzug gibt es von uns im optischen Bereich. Hier zollt der deutsche SUV, der wie seine Vorgänger ausschliesslich im amerikanischen Mercedes-Werk in Tuscaloosa gebaut wird, seiner DNA Tribut. Ähnlich wie bei der 2005 lancierten Zweitgeneration hat auch die neue M-Klasse einen wuchtig wirkenden Heckaufbau. Dieser fällt insbesondere durch seine arg abgeschrägte C-Säule und schwarz umrandete Seitenfenster auf. Auch wenn deren Formen dynamisch gezeichnet sind und sich der aerodynamischen Linienführung des restlichen Bleches anpassen, wirkt auch das neue Design zu wuchtig.
6,3 Liter auf 100 Kilometer
Doch das ist ja zum einen Geschmackssache, zum andern hatte die Optik bei der Neuentwicklung der M-Klasse aber auch nicht oberste Priorität, wie Chefingenieur Thomas Merker sagt: «Wir haben uns besonders auf die Reduzierung des Verbrauchs konzentriert.» Herausgekommen sei bei den Bemühungen ein durchschnittlich um 25 Prozent verringerter Verbrauch gegenüber der alten M-Klasse, erklärt Merker stolz. «Diese Einsparungen werden mitunter durch unser System ‹Energetically Transparent Vehicle› möglich. Es erlaubt uns in der Fahrzeugentwicklung und anschliessenden Produktion einen präzisen und detaillierten Blick auf den potenziellen Energieverbrauch jedes Bauteiles im Wagen.» Und auch der rekordmässig tiefe Luftwiderstandsbeiwert von 0,32 trägt einen sehr grossen Teil zur Energieeffizienz bei.
Tatsächlich zahlen sich diese Sparbemühungen beim jüngsten SUV-Spross der Mercedes-Flotte eindrücklich aus. Mit dem erstmals in der M-Klasse zum Einsatz kommenden 4-Zylinder-Diesel mutiert der knapp fünf Meter lange und 2,2 Tonnen schwere SUV zum wahren Sparer. Bei der vom «Tages-Anzeiger» unlängst durchgeführten Sparfahrt von Barcelona nach Stuttgart (TA vom 12. Juli) stand mit besagtem Motor unter der Haube ein Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer auf dem Papier.
Ähnlich genügsam zeigten sich die von uns in den Hügeln des US-Bundesstaates Montana zur Probe gefahrenen 6-Zylinder-Motoren im ML-350-Benziner und ML-350-Diesel. Ihre Verbräuche liegen nur unwesentlich über den angegebenen Normwerten. Unterstützt wird die Sparsamkeit in allen M-Klasse-Modellen serienmässig mit einer Stopp-Start-Funktion und dem verbrauchsoptimierten 7-Gang-Automatikschaltgetriebe.
Alles sitzt am richtigen Ort
Auch sonst erweist sich die neue M-Klasse in allen anderen Belangen als gelungene Kombination von komfortabler Reiselimousine und robustem Allradler mit hohem Ausstattungskomfort. Sowohl die lange Fahrt auf den endlos scheinenden Highways als auch die Fahrt über unbefestigtes Terrain absolvieren die Passagiere ohne Ermüdungserscheinungen. Umgeben von hochwertigen und makellos verarbeiteten Materialien wird der Wagen den Ansprüchen an einen SUV der oberen Preisklasse gerecht. Zudem haben die Ingenieure das Mercedes-Cockpit nochmals einem Feinschliff unterzogen. Nun sind wirklich alle Schalter und Bedienknöpfe in der ergonomisch richtigen Position angebracht. Kein Handgriff wirft hier unnötige Fragen auf, jede Schalterfunktion erklärt sich beinahe von alleine. Und selbst technische Spielereien wie beheizte Cupholder oder Zierholz mit strukturierter Oberfläche finden ihren Platz. Die Erwartungen an ein hochwertiges Interieur werden hier tadellos erfüllt.
Keine Makel lassen sich bei der Fahrdynamik ausfindig machen. Auch hier haben Thomas Merker und seine Crew ganze Arbeit geleistet. Das bereits in der Grundausstattung sehr stabile Fahrwerk lässt sich dennoch gegen Aufpreis nochmals verbessern – die mit 1,80 Meter Höhe stattliche Karosserie neigt in Kurven kaum zu Wankbewegungen. Trotzdem sollen sich diese für 5555 Franken Aufpreis mit dem neuen Active Curve System noch mehr eindämmen lassen. Die aktive Wankstabilisierung erfolgt dabei elektronisch gesteuert über an jeder Achse angebrachte Fahrwerksstabilisatoren. Mit solchen Entwicklungen, oder auch dem optionalen On- & Offroad-Paket mit sechs wählbaren Fahrprogrammen für Fahrwerk und Antrieb, erfüllt die M-Klasse auch technisch hohe Ansprüche.
Gegen X5 und Touareg
Mercedes-Benz selbst hofft deshalb, dass die eigenen hohen Erwartungen an den jüngsten Flottenzuwachs erfüllt werden. Immerhin verkauften sich die beiden Vorgängermodelle seit der Markteinführung 1997 weltweit rund 1,2 Millionen Mal. Insbesondere in den Märkten USA, Asien und Deutschland, wo sich die M-Klasse mit ihrem stattlichen Auftritt bisher grösster Beliebtheit erfreute, wird eine Weiterführung des Erfolges erwartet. Alles andere wäre für die Erfinder des Automobiles wohl eine Enttäuschung. In der Schweiz stellt die neue M-Klasse als Konkurrenz zum BMW X5 und VW Touareg ihre Tauglichkeit noch dieses Jahr unter Beweis. Ab November rollen die ersten Fahrzeuge auf unsere Strassen. Spätestens dann kann man sich in Natura selber ein Urteil über die Optik der M-Klasse bilden.
Thomas Borowski fuhr die M-Klasse am 19./20. Juli auf Einladung von Mercedes-Benz Schweiz in den USA. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.07.2011, 09:19 Uhr
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



