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Mehr Grip für den A1

Von Thomas Borowski. Aktualisiert am 30.03.2011

Die Serienproduktion des Audi A1 Quattro soll 2012 erfolgen – der «Tages-Anzeiger» ist den Premium-Mini bereits Probe gefahren.

Sportlicher Technologieträger: Im schwedischen Lappland testet Audi den A1 Quattro.

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Bild: Audi

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Während in der Schweiz der Frühling Einzug hält, herrscht in Nordschweden noch tiefster Winter. Monatelange Minustemperaturen haben auf einem der unzähligen Seen in der Nähe von Arvidsjaur im schwedischen Lappland eine meterdicke Eisschicht entstehen lassen. Zusammen mit den kurvenreichen Wegen auf den schneebedeckten Hügeln der Umgebung bildet die riesige Eisfläche das Herzstück des hermetisch abgeriegelten Testgeländes von Audi. ( 565 -0.86%) Hier stehen den Entwicklungsingenieuren der VW-Tochter rund 30 Kilometer Teststrecken zur Verfügung. Ideales Gelände also, um den neusten und kleinsten Allradler aus Ingolstadt auf Herz und Nieren zu prüfen. Denn der Audi A1 Quattro liebt solches Terrain, wie er bei unseren Probefahrten vergangene Woche eindrücklich unter Beweis stellte.

Technologieträger als Spassmobil

Der A1 Quattro bringt einen rasch dazu, Kurven zu lieben. Selbst dann noch, wenn sie, wie hier, mit Schnee und Eis bedeckt sind. Zu verdanken hat man dieses Gefühl im Mini-Quattro seinem permanenten Allradantrieb. Den haben die Audi-Ingenieure aus dem Konzernregal genommen und ihrem Kleinsten unters im Vergleich zum Serienmodell unveränderte Chassis montiert. Zusammen mit dem aus dem A3 entlehnten und 200 PS starken 2-Liter-TFSI-Benziner mit Turbolader verfügt der nur rund 1300 Kilogramm schwere A1 Quattro über viel Power auf allen vier Rädern. Damit bahnt er sich selbst bei forschem Tempo unbeirrt seinen Weg durch die Kurven und übers Eis. Erst kurz vor dem Ausbrechen der Hinterräder greift sein speziell für das Leichtgewicht angepasste ESP helfend und sanft ein.

Zwar müssen am fast serienreifen Fahrzeug – Audi nennt es etwas umständlich «Technologieträger» – noch diverse Fahrwerksabstimmungen vorgenommen werden, doch seine Vorstellung ist schon jetzt überzeugend. Nicht umsonst nennt Horst Glaser, Fahrwerk-Chef von Audi, den A1 Quattro «ein Spassmobil». Nur schade, dass die Markteinführung des kompakten Audi-Allradlers laut den Verantwortlichen frühestens 2012 und dann fürs Erste nur in einer Kleinserie von 100 bis 400 Stück erfolgen soll. So lange will sich Audi vordergründig mit der Feinabstimmung und Perfektion des neuen Quattro noch Zeit lassen.

Denkbar ist aber auch, dass sich der Audi-Vorstand im Hintergrund bei Entwicklungsschritten mit dem A1 in Zurückhaltung übt. Denn seit seiner Markteinführung im Sommer 2010 mussten die optimistisch anvisierten Verkaufszahlen nach unten korrigiert werden. Laut der Fachzeitung «Automobilwoche» blieb der A1-Absatz deutlich hinter den Erwartungen von Audi zurück. 2010 sei im Werk in Brüssel die Produktion von 50?000 Einheiten geplant gewesen und bis Ende November auch schon 45?000 Stück produziert worden – zugelassen wurden aber bis dahin in ganz Europa nur 20?000 Fahrzeuge.

Allrad als Trumpf für die Schweiz

Als Hauptgrund für den schleppenden Absatz des Kompaktwagens im Premiumsegment wird der zur hohe Preis für die anvisierte jüngere Kundschaft genannt. In der Schweiz kostet der A1 derzeit von 24?950 bis 39?900 Franken. Hierzulande notierte der kleine Audi seit seiner Markteinführung im zweiten Halbjahr 2010 laut der Verkaufsstatistik von Auto Schweiz exakt 741 Zulassungen. Zum Vergleich: Konkurrent Mini setzte im ganzen Jahr rund 3700 seines Lifestyle-Kleinwagens ab.

Mit der Quattro-Version des A1 hält Audi zumindest für das Allrad-Land Schweiz einen neuen Trumpf in der Hand, der für deutlich mehr Grip auf dem Markt sorgen dürfte. Was der A1 Quattro dereinst kosten wird, steht noch nicht fest. Die Wartezeit bis zur Markteinführung des Allradlers können sich die A1-Fans ab sofort mit dem neuen A1 Sport verkürzen: Mit 185 PS übertrifft er den VW Polo GTI nun um 5 PS – im Preis von 39?900 Franken ist die Doppelkupplung S-Tronic inbegriffen.

*??Thomas Borowski fuhr den neuen A1 Quattro am 24. März auf Einladung von Audi-Importeur Amag in Schweden. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2011, 15:47 Uhr

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