Auto

Nun schwimmt auch Mazda mit dem Strom

Von Thomas Geiger. Aktualisiert am 05.12.2011

«Tages-Anzeiger»-Mitarbeiter Thomas Geiger war mit dem elektrischen Mazda 2 in Hiroshima unterwegs.

Stromer: Der Mazda Demio – in Europa Mazda 2 – soll mit seinem Elektromotor 200 Kilometer schaffen.

Stromer: Der Mazda Demio – in Europa Mazda 2 – soll mit seinem Elektromotor 200 Kilometer schaffen.
Bild: Mazda

Unauffällig: Hightech in Kleinwagen. (Bild: Mazda)

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Toyota und Honda haben den Hybrid, und Nissan und Mitsubishi schwören auf den Elektromotor. Nur Mazda hat sich bei den alternativen Antrieben bislang nicht festgelegt. Weil der vierte unter den fünf grossen japanischen Herstellern in den vergangenen Jahren jeden Yen in die Entwicklung der sogenannten Skyactiv-Technologie gesteckt hat, war das bis jetzt auch keine Frage. Doch jetzt, da der neue Plattform-Baukasten, die sparsamen Benzin- und Dieselmotoren sowie die Automatik- und Schaltgetriebe entwickelt sind, haben die Ingenieure wieder Zeit und Geld für den weiteren Blick nach vorn.

Kaum kommt die neue Skyactiv-Technik demnächst mit dem CX-5 zum ersten Mal in vollem Umfang auf die Strasse, schiebt Mazda deshalb jetzt sein erstes Elektroauto nach: Vorerst nur als Kleinserie haben die Japaner schon fürs nächste Jahr einen Mazda 2 mit Akkuantrieb in Aussicht gestellt.

Viel Dampf für den Mini

Der Kleinwagen, der in Japan als Demio verkauft wird, fährt mit dem Lithium-Ionen-Akku eines nicht genannten japanischen Zulieferers und ist clever konstruiert: Denn erstens wiegt der Stromer nur 100 Kilo mehr als der vergleichbare Benziner, erklärt Projektleiter Mitsuru Fujinaka. Und zweitens schmälert die Batterie nicht wie bei so vielen anderen Elektrofahrzeugen den Kofferraum. «Die haben wir dort eingebaut, wo sonst der Tank montiert ist: am Boden zwischen der ersten und der zweiten Sitzreihe», erläutert der Ingenieur.

Bei einer ersten kurzen Ausfahrt macht der elektrische Nachzügler aus Hiroshima eine ordentliche Figur: Auch wenn Fujinaka Leistung und Drehmoment des selbst entwickelten Elektromotors noch geheim hält, kann man die stattliche Kraft bereits spüren: Wie jedes Elektroauto beschleunigt der 5-Türer zügig und ohne jede Zugkraftunterbrechung. Aber wo anderen Autos jenseits des Ortsschildes leicht die Puste ausgeht, sprintet der Japaner munter weiter über die Teststrecke auf dem Werksgelände: «Erst bei Tempo 130 haben wir ihn abgeregelt», freut sich der Ingenieur auf dem Beifahrersitz.

7 Stunden Ladezeit

Wie weit man bei diesem Tempo kommt, mag man sich allerdings kaum ausmalen. Nach acht bis zehn Runden auf dem zwei Kilometer langen Kurs jedenfalls ist die Akkuanzeige bereits ein gutes Stück gefallen. Im Alltag allerdings will Fujinaka mit den besten Stromern konkurrieren: «200 Kilometer Reichweite sind das Ziel.» Danach muss der Mazda etwa sieben Stunden lang an die Steckdose.

Noch haben die Japaner nur eine Handvoll Prototypen am Start. Aber bis Mitte nächsten Jahres wollen sie in eine Kleinserienfertigung einsteigen. «Dabei denken wir an Flottenkunden hier in Japan, damit wird erste Erfahrungen im Alltag sammeln können.» Genau wie bei Smart oder Mini in Europa kann man diese Erstausgabe für den Praxistest allerdings nicht kaufen. «Wir sind derzeit daran, verschiedene Leasingmodelle zu berechnen», sagt Fujinaka und lässt die Frage nach dem monatlichen Mietpreis lieber noch unbeantwortet.

Grossserie in 4 bis 5 Jahren

Wie lange es noch dauern wird, bis Mazda einen Stromer für jedermann im Programm hat und damit auch die Exportmärkte beliefert, will der Projektleiter zwar auch noch nicht verraten. «Doch allzu lange können wir uns damit ohnehin nicht mehr Zeit lassen», hilft er bei der Einordnung. Denn in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts müsse jede Firma, die weiter Autos in Kalifornien verkaufen möchte, ein «Zero-Emission»-Fahrzeug im Programm haben, sagt er. «Spätestens dann werden wir fertig sein.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.12.2011, 18:16 Uhr

[Alt-Text]
Aktuelle Autos auf car4you

Auto

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.