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Der Grosse Wagen(er)

Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 24.10.2011

Gorden Wagener, seit 2008 Chefdesigner von Mercedes-Benz, prägt mit seinem Stil das neue «Sternbild». Und sammelt Designpreise.

1/4 Auf der Überholspur: Mercedes-Designchef Gorden Wagener.
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Als der Deutsche Gorden Wagener 2008 den Platz des langjährigen Designchefs von Mercedes-Benz, Professor Peter Pfeiffer, eingenommen hat, waren viele Leute – in und um das Stuttgarter Unternehmen – überraschend skeptisch. Kann der smarte «Jüngling», der auch in einem Hollywoodstreifen eine gute Figur machen würde, das Erbe seines Förderers und eher bescheidenen Vorgängers verwalten?

Heute heisst die Antwort nein. Und das im positiven Sinne. Denn was mit der neuen E-Klasse 2009 sanft als neues Designkapitel bei Mercedes-Benz begonnen hat, wurde in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, setzt heute Zeichen und sorgt für Diskussionen. Und zwar dort, wo es für die Designer und für eine Marke wichtig ist: beim Publikum.

Diskussionen auslösen

Und genau darauf setzt Wagener seit seinem Amtsantritt: «Es wäre schlimm, wenn wir ein neues Auto präsentieren, das nicht zu angeregten Diskussionen Anlass gibt», sagte der smarte Apple-Fan bei der Vorstellung der E-Klasse zum «Tages-Anzeiger». «Wir waren uns bewusst, dass das 4-Augen-Gesicht mit den eckigen Scheinwerfern Diskussionen auslösen wird.»

In der Zwischenzeit sind die Diskussionen verstummt, die E-Klasse ein Erfolg und dank dem neuen, viel moderneren Design befindet sich Mercedes-Benz im Aufwind. Einen Aufwind, den Mercedes-Chef Dieter Zetsche nützen will: «Bis zum Jahr 2020 wollen wir beim Absatz in der Premiumklasse die Nummer 1 sein», liess Zetsche an der IAA verlauten. In Anbetracht der Tatsache, dass sich BMW derzeit in Topform präsentiert, ein mehr als ehrgeiziges Ziel.

3 von 8 Auszeichnungen

Beim Griff nach den Premium-Sternen kann sich die Marke mit Stern zwar nicht auf die Astrologie verlassen. Aber, in Anlehnung an das bekannteste Sternbild in unseren Breitengraden, an den Grossen Wagen(er). Denn die neusten Produkte aus Stuttgart treffen den Geschmack der Kunden bestens, wie die alljährliche Verleihung der «Autonis 2011» des deutschen Fachmagazines «Auto, Motor und Sport» ergeben hat: Von acht Auszeichnungen gingen drei an Produkte mit Stern.

Knapp 30 000 Leser des bekanntesten Auto-Magazins im deutschsprachigen Raum haben unter den Neuvorstellungen der vergangenen 12 Monate «Die schönsten Autos 2011» gewählt. Den meisten Zuspruch erhielt die renovierte Mercedes C-Klasse samt Coupé. Mit 67,6 Prozent fährt die C-Klasse das höchste Ergebnis ein. Ihre besondere Stärke zeigt sich nicht zuletzt in der Tatsache, dass nur ein Prozent der Bewertungen negativ ausfallen, aber 68,6 Prozent durchwegs positiv. Und auch sonst schlägt sich die Marke mit dem Stern erfolgreich: In den drei Kategorien Mittelklasse (C-Klasse), Oberklasse (CLS) und Cabrios (SLS AMG Roadster) belegen die Stuttgarter die ersten Plätze. Ausserdem schuf Mercedes nach Meinung der Leser mit grossem Vorsprung die Designikone der Autogeschichte schlechthin – den 300 SL Flügeltürer.

«Vielfältige Anforderungen»

Dass Wagener mit seinen Ideen und Produkten so viel Erfolg hat, ist kein Zufall: Schon als Teenager wusste er, dass er Auto-Designer werden wollte. «Nirgends sind die Anforderungen ans Design so vielfältig wie in der Automobilindustrie», bestätigt Gorden Wagener, der 1993 sein Studium des Industrial Design an der Universität Essen beendet hatte. «Der zusätzliche technische Aspekt macht Auto-Design so spannend und vielseitig. Denn unsere Arbeiten müssen nicht nur gefallen, sondern auch funktionieren.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.10.2011, 21:08 Uhr

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