Mazda belebt das wahre Roadsterfeeling wieder

Kompakter Leichtbau, Reduktion auf das Minimum und viel Fahrspass: Mazda überzeugt mit der vierten Generation des MX-5.

«Back to the Future»: Laut Chefdesigner Masashi Nakayama soll der neue Mazda MX-5 an alte Tugenden anknüpfen. Foto: Mazda

«Back to the Future»: Laut Chefdesigner Masashi Nakayama soll der neue Mazda MX-5 an alte Tugenden anknüpfen. Foto: Mazda

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Schrille Mode, Vokuhila-Frisuren, Weichspülmusik und eine Gesellschaft, die gerade das analoge zugunsten des digitalen Zeitalters hinter sich lässt: In den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts war viel los. Doch das alles liess Autofans 1989 kalt: Denn ihnen brachte Mazda die Offenbarung des Jahrzehnts – mit dem ersten MX-5 lancierten die Japaner das Revival des klassischen Roadsters aus den 60er-Jahren. MGB, Alfa Romeo Spider oder Triumph Spitfire hiessen die Sportwagen, die aufgrund immer schärferer Sicherheitsbestimmungen langsam, aber sicher von den Strassen verschwanden. Just zu dieser Zeit brachte Mazda den Mut auf, den klassischen Roadster mit Frontmotor und Heckantrieb, Stoffverdeck und Gepäckraum fürs verlängerte Wochenende zu produzieren. Der Schritt zahlte sich aus: Bis heute verkauften sich die drei Generationen des MX-5 weltweit über 945'000-mal.

Offenherzige Asiaten

Diesem Erfolg entsprechend muss der Druck auf Nobuhiro Yamamoto und Masashi Nakayama gross gewesen sein. Der Programm-Manager und der Chefdesigner der neusten MX-5-Generation trugen gemeinsam die Last auf den Schultern, ein Nachfolgemodell auf die Räder zu stellen, das mindestens so erfolgreich wird wie der Vorgänger und zu dessen Wurzeln zurückführen soll. So jedenfalls stellt man sich das als Schreibender bei der persönlichen Begegnung mit den beiden Herren vor. Denn ganz untypisch für die sonst so zurückhaltenden Asiaten teilen sie offenherzig persönliche Anekdoten ihrer jüngsten MX-5-Entwicklung mit. «Bei einem Konzert erwähnte der Komponist, dass man nach 25?Jahren weiss, ob ein Stück gut oder schlecht ist, aber dass es 50?Jahre dauert, bis es zum Klassiker wird», erwähnt Manager Yamamoto in Anspielung an die 25-jährige Geschichte des MX-5. «Bei diesen Worten kamen mir in Gedanken an den MX-5 die Tränen.» Fröhlich klingt dagegen die Anekdote von Chefdesigner Nakayama: «Mein erster Mazda war ein MX-5, mit dem ich meine heutige Frau kennenlernte – und sie nimmt heute noch glücklich auf dem Beifahrersitz Platz.»

Bei aller Nostalgie vergisst Nakayama aber keinesfalls, die Vorzüge seines Werkes hervorzuheben. Was gar nicht nötig ist, denn der neue MX-5 erfreut das Auge von selbst. Seine Silhouette bringt mit ihren geschwungenen Linien über den starken Schultern und den angeschnittenen Radhäusern jeden Roadster-Fan ins Schwärmen. Das geöffnete Stoffverdeck faltet sich mit einfacher Handbewegung wie ein Origami flach in die Mulde hinter den beiden Kopfstützen des Zweiplätzers und stört die Designlinie nicht. «Das wäre auch nie infrage gekommen, denn ich habe alle Flächen und Kanten der Karosserie aufs Optimum getrimmt», lässt der Chefdesigner wissen. Die schlanke Linie folgt einer Prämisse: Der neue MX-5 soll wie das Urmodell wieder der leichtfüssige Roadster sein. Mit zahlreichen Aluminiumbauteilen und einer auf die Spitze getriebenen Gewichtsreduktion am komplett neuen Wagen ist es den Mazda-Ingenieuren auch gelungen, das gesetzte Limit von 1000 Kilogramm knapp einzuhalten, bei einer idealen Gewichtsverteilung auf Front- und Hinterradachse von 50:50.

Hoffnungen erfüllt

Klar, dass es einen damit auf die Strasse zieht und die Frage im mit handlichem Sportlenkrad, analogen Rundinstrumenten und schickem Flachbildschirm zweckmässig ausgestatteten Cockpit möglichst rasch beantwortet werden will: Wie fährt er sich? Die Antwort lautet: Er fährt so, wie man es sich insgeheim erhofft hat. Der etwas kräftigere 2-Liter-Motor hinterlässt naturgemäss einen souveräneren Eindruck. Mit beiden Motorisierungen kommt man flott voran. Der Roadster ist agil in den Kurven, komfortabel und trotzdem straff abgefedert gegen Unebenheiten – und er macht mit seiner auch fürs zarte Geschlecht genügend leichtgängigen Lenkung allen Fahrspass, den man sich wünscht. Weltweit wird er 30'000 Käuferinnen und Käufer pro Jahr erfreuen – mehr Autos werden nicht produziert. Für Europa ist ein Drittel davon vorgesehen, in der Schweiz erwartet Mazda einen Jahresabsatz von rund 300 Fahrzeugen. Nach einigen Stunden hinter dem Steuer dieses puren Roadsters ist man gewillt, darauf zu wetten, dass diese Zahl deutlich übertroffen wird.

Thomas Borowski fuhr den neuen Mazda MX-5 am 19.?Juni auf Einladung von Mazda Schweiz in Frankreich. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.06.2015, 18:31 Uhr

Mazda MX-5

131 oder 160 PS

Masse: Länge 3915 mm, Breite 1735 mm, Höhe 1225 mm, Radstand 2310 mm.
Kofferraum: 130 Liter.
Motoren: zwei 4-Zylinder-Saugbenzinmotoren mit 131 und 160 PS (96/118 kW).
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 8,3 und 7,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeiten von 204 und 214 km/h.
Verbrauch: 6 und 6,9 Liter/100 Kilometer.
CO2-Ausstoss: 139 und 161 Gramm pro Kilometer.
Markteinführung: ab September 2015.
Preise: Ab 29'900 Franken.

www.mazda.ch

Masashi Nakayama, Chefdesigner MX-5.

«Wir designen Proportionen statt Hüllen»

Masashi Nakayama, beschreiben Sie als Chefdesigner den neuen MX-5 in einem Satz.

Als der erste MX-5 1989 auf den Markt kam, waren die klassischen Roadster kurz vor dem Aussterben, und wir ­haben damals mit unserem Modell die Gattung weiterleben lassen. Deshalb lautet mein Satz: Back to the future.


Worauf sind Sie beim neuen MX-5 besonders stolz?

Am meisten gefällt mir das Heck mit seinen scharfen Linien und der optimalen Platzausnützung.

Ihre Arbeit am MX-5 ist schon lange abgeschlossen. Gibt es etwas, das Sie heute anders zeichnen würden?

In Zukunft wird es sicherlich technische Teile geben, die sich entwickeln und ­Anpassungen verlangen. Deshalb am ­Design Änderungen vorzunehmen, kommt aber für mich nicht in Frage. Der Wagen ist perfekt.

Gab es bei der Entwicklung auch Probleme?

Natürlich, das gibt es bei jedem Auto. Beim Mazda MX-5 wollten wir das Exterieur so kompakt und das Interieur so geräumig wie möglich halten. Das gab ­einige nicht ganz spannungsfreie Abstimmungsarbeiten mit unseren Ingenieuren.

Sie sind 1989, im Geburtsjahr des MX-5, zu Mazda gestossen. Wie hat sich das Autodesign in den vergangenen 26 Jahren verändert?

Ganz einfach: Früher haben wir Hüllen auf Chassis gezeichnet, heute designen wir Proportionen. (tbo.)

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Masashi Nakayama


MX-5-Chefdesigner

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