Ein Update vor der Revolution

VW will sich neu erfinden. Mit dem aufgefrischten Golf VII, den die Wolfsburger diese Woche am Konzernhauptsitz im Stil einer Weltpremiere präsentierten, hat das allerdings nichts zu tun.

Flotter Auftritt: Die geliftete Golf-VII-Palette rollt im Frühjahr auf die Strasse. Fotos: Volkswagen.

Flotter Auftritt: Die geliftete Golf-VII-Palette rollt im Frühjahr auf die Strasse. Fotos: Volkswagen.

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Wie lange hat VW den Käfer gebaut? Von 1938 bis 2003. Und wie lange gibts den Golf schon? Seit fast 40 Jahren. Über 32 Millionen Mal haben ihn die Wolfsburger seither verkauft. Weltrekord. Und er läuft weiter, weiter, weiter – auch wenn sein Ende irgendwie absehbar ist. Etwas genauer weiss man das seit dem 30. Oktober, als Konzernchef Matthias Müller zur Eröffnung des Salon d’Automobile kundtat, dass sich VW «neu erfinden will». Auch in welchem Sinn (und Geist) man das tun will, haben die Wolfsburger in Paris schon gezeigt. Oder zumindest klar angedeutet: mit dem Showcar I.D. (steht symbolisch für Idee).

Dieser Zukunfts-VW soll auf einem modularen Elektrizitäts-Baukasten basieren, den Wolfsburg zum Standard für alle Entwicklungen erklärt hat. Und darauf soll nach den heutigen Intensionen des Konzernvorstandes denn auch der «Golf der Generation E» aufbauen – wie immer er dann auch heissen mag. Ganz bestimmt muss er aber ebenso massentauglich sein, wie es einst der Käfer war (insgesamt 21,5 Millionen Mal produziert). Und es der Golf noch immer ist – als unangefochtene Nummer 1 im Konzern. Auch wenn er in der Schweiz diesen Spitzenplatz in diesem Jahr erstmals und überraschend an den Skoda Octavia Kombi verloren hat.

Erster VW mit Gestensteuerung

Dass der Erfolg – weltweit gesehen ungebrochen – auch in naher Zukunft anhält, dafür sorgt VW jetzt ein weiteres Mal mit einem Entwicklungsschub für einen Golf. Am Donnerstag präsentierten die Wolfsburger an ihrem Konzernhauptsitz den gelifteten Topseller (Golf VIII ist auf 2019 angesagt) – und das gleich im Stil einer Weltpremiere. Tatsächlich hat er auch eine Weltneuheit zu bieten: Als erster VW überhaupt bekommt der neuste Golf ein Cockpit mit Gestensteuerung. Per Hand-Wisch-Bewegung kann man dabei über den 9,2 Zoll grossen Bildschirm auf der Mittelkonsole das gesamte Infosystem steuern, muss den «Touchscreen» also nicht einmal mehr berühren. Bisher gab es einen solchen Fortschritt nur bei BMW. Und auch dort erst im luxuriösen 7er.

Folgerichtig spricht VW beim aufgefrischten Golf, der im März kommenden Jahres auf unsere Strasse rollen wird, nicht von einem Facelift, sondern von einem Update. Was auch deshalb korrekt ist, weil Chefdesigner Klaus Bischoff lediglich Retuschen anbringen konnte, und zwar bei allen Varianten (Drei- und Fünftürer, Kombi, GTI und GTE) die gleichen: neu gestaltete Scheinwerfer, gepfeilte Stossfänger, grössere und kantigere Lufteinlässe, flache Abgasendrohre. Sieht alles trendig aus und passt zur betont sportlichen Ausrichtung. Viel mehr ist da aber nicht.

Neue Motoren, bisherige Preise

«Flankiert wird die progressive Digitalisierung des neuen Golf», so hat sich VW-CEO Herbert Diess am Donnerstag in Wolfsburg ausgedrückt, durch die Weiterentwicklung der TSI-Motorenfamilie. Neben einer Leistungsspritze für den GTI mit künftig 230 für das Grund- und 245 PS für das Performance-Modell gibts auch einen neuen Spar-Motor. Als 1,5 TSI Evo avanciert der Vierzylinder dabei zum 150 PS-starken Triebwerk mit variabler Zylinder-Abschaltung. Und bekommt obendrein einen «blauen Bruder » zur Seite gestellt. Zwar hat die neue Blue-Motion-Variante nur 130 PS, kann aber noch besser segeln als bisher, wobei der Motor – ein weiteres Novum beim modifizierten Golf – auch während der Fahrt abschaltet. So dürfte laut VW ein Verbrauchsvorteil von bis zu einem Liter bei entsprechender Reduktion des CO2-Ausstosses resultieren. Für noch mehr Effizienz soll ein neues 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sorgen, welches das bisherige 6-Gang-DSG sukzessive ablösen wird.

Detaillierte Leistungs- und Verbrauchswerte gab VW noch keine bekannt. Offen bleiben vorerst auch die Preise. Christian Frey, Markensprecher von Importeur Amag, geht davon aus, dass sie sich «im bisherigen Rahmen» bewegen werden. Die dreitürige Basisversion kostet zurzeit 21'700 Franken.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.11.2016, 17:16 Uhr

Fortschritt: Cockpit mit Gestensteuerung.

Dynamik: Nicht nur der GTI wirkt sportlich.

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