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Auch Lamborghini macht im Frühling eine Diät

Die Audi-Tochter legt für den Frühling eine weitere Variante des Gallardo auf und zeigt in Genf den neuen Superleggera.

1/4 Der neue Superleggera.
Bild: Patrick Spahni

   

Nicht nur wir Menschen stehen im Frühling auf die Waage und beginnen eine Diät, auch den automobilen Top-Athleten passiert das: Und weil Sonderserien das Geschäft ankurbeln und Lamborghini bis zur Premiere des nächsten Murciélago noch rund zwei Jahre überbrücken muss, legt die Audi-Tochter deshalb eine weitere Variante des Gallardo auf und zeigt in Genf erstmals den neuen Superleggera.

Ganz zeitgemäss nach dem Motto «Weniger ist mehr» modifiziert, bietet das exklusive Coupé auf der einen Seite weniger Gewicht und damit weniger Verbrauch, glänzt aber auf der anderen Seite mit mehr Leistung und damit dem Versprechen auf mehr Fahrspass. Und noch schärfer aussehen, tut der Superleggera natürlich auch. Nicht umsonst haben die Designer die Frontpartie des 1,17 Meter flachen Tieffliegers mit einer weiter nach vorn gezogenen Schürze noch einmal nachgeschärft, markante Schwellerleisten an der Flanke montiert und am Heck einen auffälligeren Diffusor und einen kaum übersehbaren Flügel aufgesetzt.

70 Kilogramm weniger

Insgesamt haben die Italiener bei der Fastenkur rund 70 Kilogramm eingespart und den Superleggera mit einem Trockengewicht von 1340 Kilogramm zum Leichtgewicht unter den Supersportwagen gemacht. Das geht vor allem auf das Konto neuer Räder mit Titanschrauben, die alleine 13 Kilogramm sparen, das Heckfenster und die Seitenscheiben aus Polykarbonat und den verstärkten Einsatz von Karbon: So wurden nicht nur der Heckspoiler, die hinteren Kotflügel und die Schwellerleisten aus Kohlefasern gebacken, sondern auch die hintere Haube, der Diffusor und Teile des Unterbodens sind aus dem Zaubermaterial.

Die schwarzen Bauteile aus Webstuhl und Ofen sind leichter als Stahl oder Aluminium und gehören bei Lamborghini schon seit den 80ern zum Repertoire. Mittlerweile sind die Italiener sogar das Karbon-Kompetenzzentrum für den gesamten VW-Konzern und bauen ihr Knowhow mit strategischen Partnerschaften weiter aus. So unterhält der Sportwagenhersteller gemeinsam mit Boeing einen Lehrstuhl an der Universität von Seattle, um an Karbonkonstruktionen zu forschen. Den Partner haben die Italiener mit Bedacht gewählt: Immerhin ist die neue Boeing 787 Dreamliner das erste Verkehrsflugzeug, das komplett aus Karbon gefertigt wird.

10 «Pferde» mehr

Leichtbau alleine ist für einen Supersportwagen natürlich nicht genug. Deshalb haben die Ingenieure auch noch einmal an der Leistungsschraube gedreht und den V10-Motor von 560 auf 570 PS gebracht. Das ist zwar nicht viel. Doch zusammen mit dem geringeren Gewicht und einem maximalen Drehmoment von 540 Nm reicht das für ein paar Zehntel Zeitgewinn: Statt 3,7 braucht der grundsätzlich mit Allrad bestückte Tiefflieger jetzt nur noch 3,4 Sekunden bis Tempo 100, nach weiteren 6,8 Sekunden sind 200 km/h erreicht und Schluss ist erst bei 325 Sachen – wenn der Dreamliner längst abgehoben ist.

Obwohl das Auto schneller und stärker geworden ist, geht der Verbrauch weiter zurück. So ist der Benzin-Direkteinspritzer jetzt im Normzyklus mit 13,5 Litern zufrieden. Das sind zwar nur ein paar Zehntel weniger als beim normalen Gallardo mit 560 PS. Doch gegenüber dessen Vorgänger spart der Sportler jetzt rund 20 Prozent oder 3,5 Liter – wenn das kein Wort ist.

Die Devise «Weniger ist mehr» gilt allerdings nicht nur für Gewicht und Fahrspass, sondern sicher auch für den Preis. Den hat Lamborghini zwar noch nicht verraten. Doch braucht es nicht viel Phantasie, um die Richtung zu erraten. Nachdem der aktuelle Gallardo mit dem automatisierten Schaltgetriebe schon mit 275'200 Franken in der Liste steht, wird der Superleggera die 200'000-Franken-Marke mit Leichtigkeit übertreffen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.03.2010, 16:30 Uhr

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