Auf der Poleposition

Kein Kleinwagen verkauft sich in Europa besser als der Renault Clio – selbst der VW Polo nicht. Damit es auch in Zukunft so bleibt, optimieren die Franzosen ihren Topseller weiter.

Grosser Auftritt für den kleinen Franzosen: Der Renault Clio (im Bild die R.­S.­ Sportversion mit 200 PS und der aktuelle F1­Renner) dominiert das Segment der Kleinwagen in Europa. Fotos: Renault

Grosser Auftritt für den kleinen Franzosen: Der Renault Clio (im Bild die R.­S.­ Sportversion mit 200 PS und der aktuelle F1­Renner) dominiert das Segment der Kleinwagen in Europa. Fotos: Renault

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Er macht eine gute Figur, seit langem schon. Genauer: seit 1990, als die Franzosen den Clio als Nachfolger des heute schon legendären Renault 5 lancierten. 13 Millionen Mal haben sie ihren fünfplätzigen Kleinwagen seither verkauft, allein über 400'000­ mal im vergangenen Jahr. Ein weiterer Rekordwert. Und er hat sich in zweieinhalb Jahrzehnten tatsächlich auf höchste Höhen gehievt, der Clio. In seiner Klasse, dem B­Segment (oberhalb von Smart & Co.), ist er der meistverkaufte Kleinwagen Europas. Selbst der VW Polo (vor Skoda Fabia, Peugeot 208, Opel Corsa, Ford Fiesta etc.), der Hauptkonkurrent, kann nicht ganz mithalten.

Und es gibt sogar eine noch bemerkenswertere Erfolgszahl: Nur der VW Golf verkauft sich europaweit über alle Klassen und Segmente noch besser als der Renault Clio. Allerdings überdeutlich viel besser.

Up to Date: Das Cockpit.

Was der Tatsache, dass die Franzosen mit dem Clio einen absoluten Topseller in ihren Reihen haben, keinen Abbruch tut. Aber ihnen genau deswegen auch zu schaffen macht. Denn etwas unbestritten Erfolgreiches noch attraktiver zu machen, ist zwar eine spannende, aber auch eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Für Renault erst recht, wo Chefdesigner Laurens van den Acker der vierten Generation des Clio doch erst vor kurzem das neue Familiengesicht als erstem Modell der Marke verpasst hat.

Doch weil ein ungeschriebenes, aber von allen Herstellern konsequent umgesetztes Gesetz verlangt, dass in der Mitte eines jeden Modellzyklus ein Facelift gemacht wird, kommen auch die Franzosen nicht darum herum. Was also tun? Optisch lag beim Clio ja so gut wie nichts mehr drin – und so sind denn das erstmalige Voll­LED-Licht und die C­förmige Lichtgrafik, die vomneuen Espace übernommen worden sind, im wörtlichsten Sinn das Highlight. Auch das moderat überarbeitete Heck mit den weit in die Heckklappe hineingezogenen, schwungvollen Rückleuchten wirkt noch eine Spur eleganter als bisher.

Flotte Benziner, neuer Diesel

Am meisten getan hat sich beim Clio, der sich bei einer Länge von nur 4,06 Metern als durchaus familienfreundlicher Fünfplätzer mit einem Kofferraumvolumen von 300 bis 1146 Liter gibt, unter dem Blech. Bei den Motoren. Zum Marktstart im September und zu einem Basispreis ab 14 100 Franken stehen drei Benziner und zwei Diesel im Angebot, die ein Spektrumvon 75 bis 120 PS abdecken. Klingt bescheiden, ist aber überhaupt nicht so. Schon der Dreizylinder­ Benziner mit 90 PS bringt den 1200 Kilo leichten Clio flott voran, beschleunigt in 12,2 Sekunden auf 100 km/h und begnügt sich im Schnitt mit 4,7 Litern. Top­Benziner ist der fast 200 km/h schnelle 1,2­ Liter­Vierzylinder mit seinen 120 PS, Top­Sparer der kleinere von zwei Selbstzündern, dessen 90­PS­Triebwerk nur 3,3 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, was theoretisch einem CO2­Ausstoss von 85 Gramm entspricht.

Neu im Angebot steht der 110 PS starke Turbodiesel mit manueller Sechsgangschaltung, was laut Renault dem Wunsch vieler bisheriger Clio­Kunden entspricht. Das offensichtlich weniger geschätzte Doppelkupplungsgetriebe bleibt aber im Programm. Den von den Franzosen angegebenen Normverbrauchswert von 3,5 Litern für den Top­Diesel, der mit 24'950 Franken in der Ausführung «Swiss Edition» der teuerste ist, wird allerdings nur mit der manuell geschalteten Version erreicht. Wenn überhaupt.

Sportversion mit 273 PS?

Mit dem Facelift ebenfalls aufgefrischt, von der Leistung her aber unverändert belassen, hat Renault die Sportversion R. S. Der Vierzylinder­Benziner leistet 200 oder 220 PS, in der stärkeren Variante, dem R. S. Trophy, liegt die Spitze bei 235 km/h. Und es soll demnächst bei Clio Sport noch schneller gehen. Beim diesjährigen Formel­1­GP in Monaco haben die Franzosen erstmals eine knallgelbe Sportversion präsentiert, deren 2­Liter­Turbo 273 PS leisten soll. Über einen (möglichen) Produktionsbeginn wie auch über den Preis hüllt sich Renault allerdings noch in Schweigen. Die aktuellen Clio­Sportmodelle kosten derzeit 27'900 oder 31'900 Franken.

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen Clio auf Einladung der Renault Suisse SA am 15. Juli in Frankreich. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.09.2016, 10:51 Uhr

Renault Clio

Topseller im B­-Segment

Kategorie Kleinwagen mit 5 Plätzen
Masse Länge 4062 mm, Breite 1732 mm, Höhe 1448 mm, Radstand 2589 mm
Kofferraum 300 bis 1146 Liter
Motor Drei Benziner und zwei Diesel mit 75 bis 120 PS. Sportmodell Clio R. S. mit 200 oder 220 PS
Fahrleistungen 0 bis 100 km/h in 9,0 bis 14,5 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit von 167 bis 199 km/h. Höchstgeschwindigkeit Clio R. S. bei 235 km/h
Verbrauch 3,3 bis 5,6 Liter auf 100 Kilometer
CO2­Ausstoss 85 bis 127 Gramm/Kilometer
Markteinführung September 2016
Preis Ab 14'100 bis 24'950 Franken
Infos: www.renault.ch

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