Auto
München – Stuttgart 1:1
Von Dieter Liechti. Aktualisiert am 29.05.2010
Auf dem grünen Rasen hat Bayern Münchnen das Duell gegen den VfB Stuttgart gewonnen. Doch auf der Strasse geht der Zweikampf zwischen BMW (München) und Mercedes (Stuttgart) auch in der Sommerpause unvermindert weiter: Die E-Klasse muss sich gegen den neuen 5er von BMW wehren, und bei den Luxuslimousinen buhlen beide Hersteller nun auch mit einem Hybridantrieb.
Während das Openair-Duell zwischen dem Roadster BMW Z4 und dem Mercedes SLK schon seit ein paar Jahren anhält, dürfte es gemäss dem Schweizer Designer Mark Stehrenberger schon in zwei Jahren zu einem weiteren Duell zwischen den beiden deutschen Premium-Herstellern kommen – allerdings eine Klasse tiefer.
Erinnerung an Vision SLA
«Beide Hersteller sind derzeit daran, den letzten Schliff an den beiden Neulingen anzubringen», ist der in Kalifornien lebende und arbeitende Designer überzeugt. Dafür gibt es vor allem bei Mercedes gute Gründe. «Weil der Trend zu kleinen und sparsamen Autos weiter anhält, haben die Stuttgarter die Einführung der neuen A- und B-Klasse vorverschoben», so Stehrenberger, der den Lesern der deutschen Fachzeitschrift «Auto, Motor und Sport» mit seinen Zeichnungen und Visionen schon seit Jahren aufzeigt, wie die automobile Zukunft aussehen könnte.
Er ist überzeugt, dass Mercedes auf dieser neuen Plattform auch einen sportlichen Roadster präsentieren wird. «Damit wollen die Stuttgarter den faszinierenden Concept Car Vision SLA wiederbeleben, der im Jahr 2000 an der Detroit Motor Show für Furore gesorgt hat», so der Designer. «Dass die Idee hinter dem Vision SLA 10 Jahre ruhte, hat primär damit zu tun, dass den Stuttgartern bisher die passende Plattform fehlte.»
Auf Basis der zukünftigen A-Klasse sollen dafür gleich mehrere Neuheiten entstehen: «Neben der normalen A-Klasse und dem hier gezeigten Roadster soll auch ein Coupé in Planung sein», so Stehrenberger. «Und vor allem will man in Stuttgart mit einem kleinen SUV gegen den X1 von BMW antreten.»
Z2 mit bis zu 300 PS
In München ist man sich der möglichen Konkurrenz aus Stuttgart bewusst, doch inoffiziell bezeichnet man den Roadster in erster Linie als Konkurrenten für den in die Jahre gekommenen Mazda MX-5. Kürzer als 4 Meter und vor allem viel leichter als der erfolgreiche Z4 soll der Z2 mit maximal 2 Liter grossen Vierzylindern an den Start gehen.
Trotzdem soll die «Freude am Fahren» im Z2 nicht auf der Strecke bleiben, denn dank der Hilfe von einem oder zwei Turboladern soll das Topmodell trotz kleinem Hubraum Grosses leisten. Stehrenberger geht davon aus, dass der stärkste Z2 rund 300 PS mobilisieren wird.
Hybridantrieb für den Z2?
Obwohl der Z2 auf derselben Plattform wie der nächste Z4 aufbauen soll, soll er deutlich leichter werden. Die Bayern dürften dazu auf einige der neusten Fahrer-
assistenzsysteme und Komfortfeatures verzichten, um den Preis und das Gewicht so tief wie möglich zu halten. Trotzdem mit an Bord des Einsteiger-Roadsters: Die Aktiv-Steuerung, eine Doppelkupplung und ein verstellbares Fahrwerk.
Zudem geht Stehrenberger davon aus, dass der Z2 auch einen Hybridantrieb bekommen wird. «Mit einem Mild-Hybrid wie im neuen 7er könnten die Bayern die Fahrleistungen des nächsten Z4 erreichen, ohne die Verbrauchsbilanz des Z2 unnötig zu belasten.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.05.2010, 08:38 Uhr
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