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Welche Schluckspechte in Genf im Rampenlicht stehen

Von Thomas Kohler. Aktualisiert am 03.03.2010 3 Kommentare

Krise? Davon ist am 80. Genfer Autosalon nichts zu spüren. Die Branche feiert sich mit Pomp, als hätte es die Umsatzeinbrüche 2009 nie gegeben. Einige alte Benzinsäufer feiern sogar fröhliche Urständ.

1/8 Der neue Alfa Romeo Giulietta: Ein Sportwagen mit extremer Fahrdynamik, auch auf anspruchsvollen Strecken.
Bild: Keystone

   

Keine Frage: Bei vielen Herstellern ist Umweltschutz ein Thema. Ebenso Sparsamkeit. Das belegen unzählige Elektro- und Hybridfahrzeuge. Aber beide bleiben oft randständig. Autos mit geringem Verbrauch und entsprechend niedrigem CO2 finden sich am Autosalon oft am Rande der Stände. Im Rampenlicht stehen komfortable Limousinen und PS-starke Sportboliden.

Hummer von der Ausstellung verschwunden

Auffällig ist das Verschwinden des grössten Geländewagens Hummer. Der amerikanische Hüne wurde ein Opfer der Finanzkrise: Hersteller GM gab die Marke wegen drohenden Konkurses auf. Geblieben ist der Range Rover, Urgestein der allradgetriebenen Überlandfahrzeuge mit gehobenem Komfort. Ausgestattet mit dem stärksten Motor, einem V8-Aggregat mit 510 PS, genehmigt sich der feldwegtaugliche Koloss im Stadtverkehr satte 22,6 Liter Benzin. Sein Konkurrent, der Mercedes ML, langt in der gleich starken Version «AMG 63» noch ungenierter hin: Er schluckt 24,1 Liter (Stadt) pro 100 Kilometer Fahrt.

Die japanische Konkurrenz schlägt sich kaum besser: Der Pajero von Mitsubishi kippt in der stärksten Version 17,7 Liter hinter die Binde, Nissan Pathfinder und Toyota Land Cruiser (beide mit V8-Motor) gar je 18,1 Liter. Diesen Marken gemein ist aber eine grosse Palette an Motoren. Die Kunden können den Durst ihres Allradlers also über die Motorenwahl drosseln. Der Toyota Land Cruiser begnügt sich mit Diesel-V8 zum Beispiel mit 12,9 Litern Treibstoff.

Imposante Benzinschlucker von Bentley

Diese Wahl bietet die automobile Luxusklasse nicht. Bentley zeigt in Genf sein neues Flaggschiff, den Mulsanne. Befeuert wird die 2585 Kilogramm schwere Limousine einzig vom traditionellen V8-Motor mit Turbolader. Den Verbrauch gibt Bentley verschämt mit «durchschnittlich» 16,9 Litern an. Das Bentley-Coupé und das -Cabrio bringen es mit demselben Motor aber auf einen Verbrauch im Stadtbetrieb von deutlich über 28 Litern. Zu den Schluckspechten zählen auch Maybach (24,6 Liter) und Rolls-Royce (23,3 Liter). Luxus, gepaart mit Sparsamkeit, bietet derzeit nur Jaguar. Wer die neue Limousine XJ mit Dieselmotor ordert, darf sich an der Zapfsäule freuen. Der Maximalverbrauch liegt bei 9,6 Litern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.03.2010, 11:37 Uhr

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3 Kommentare

Marco Luder

03.03.2010, 13:23 Uhr
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Ich finde den Artikel gut und bin dankbar auf den Hinweis zur Diskrepanz umweltfreundlich versus Benzinsäufer. Umweltfreundliche Fahrzeuge werden wohl zu selten zu Traumwagen.. Selbst fahre ich V8 mit bescheidenem Gewicht und 300 PS - aber der Clou ist: Das Fahrzeug wird pro Monat 2-3 Mal gefahren - sonst Velo. Hier sollte wohl der Hebel angesetzt werden, Steuer entspr. Fahrzeit/Km, siehe NL! Antworten


David Maimon

03.03.2010, 17:07 Uhr
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Es ist alles eine Frage des Verhäältnisses: Die paar wenigen Bentleys und Maybachs fallen kaum ins Gewicht. Wichtiger wäre wohl, dass die Golfs & Co sparsamer werden. Hier hat eine Einsparung aufgrund der hohen Nutzungszahl effektiv eine Auswirkung. Im Endeffekt ist zudem der Durschnittsverbrauch nicht relevant. Der effektive Jahresverbrauch ist viel wichtiger. Antworten



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