Auto

«Wir haben einen echten Vorsprung»

Aktualisiert am 29.10.2011

Anouk Poelmann, Präsidentin Volvo Automobile (Schweiz) AG, sieht ihre Marke als Leader in Sachen Elektrifizierung im Premiumsegment.

Anouk Poelmann

Privat: Geboren am 6. Februar 1966 in Hilversum, Holland, verheiratet, ein 6-jähriger Sohn.
Sprachen: Holländisch (Muttersprache), Englisch, Deutsch, Spanisch und Russisch.
Hobbys: Radfahren, Schlittschuhlaufen, Skifahren, Kunst (Malerei) & Antiquitäten (Art Nouveau, alte Karten), Reisen.?
Ausbildungen: 1991 Master of Business Administration Finance & Marketing, Erasmus University Rotterdam.

Berufsweg im Automobilbusiness: 1993 – 1996 Different marketing functions, Volvo Cars Market Area Europe. 1997 – 1999 CRM Manager, Volvo Cars Spain. 1999 – 2002 CRM Manager, Volvo Cars Market Area Europe. 2002 – 2003 Sales Development Manager for Russia, Latin America, and South Africa. 2004 – 2009 Vice President Sales & Marketing, Volvo Cars Russland. Ab 1.7.2009 Präsidentin Volvo Automobile (Schweiz) AG.

Korrektur-Hinweis

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Mit Anouk Poelmann sprach Dieter Liechti

Frau Poelmann, seit rund 2 Jahren steht die ganze Automobilindustrie unter Strom. Nun kommt auch Volvo mit dem C30 Electric. Zu spät, genau richtig oder zu früh?

Genau richtig! Und übrigens deutlich vor unseren direkten Konkurrenten.

Alle Hersteller reklamieren einen Technologievorsprung. Welchen führt Volvo mit dem C30 Electric ins Feld?

Jenen, dass wir im Premiumsegment, in dem wir uns bewegen, nach einem anfänglichen Rückstand in Sachen Elektrifizierung nun einen echten Vorsprung haben! Mit dem Volvo C30 Electric bieten wir erstens eines der ganz wenigen, heute erhältlichen, rein elektrischen Fahrzeuge an und zweitens ein echtes Auto ohne Kompromisse bei Komfort, Handling, Agilität und natürlich Sicherheit.

Die Schweiz soll zum Testmarkt für die «Electrification» von Volvo mit dem C30 werden. Wieso ausgerechnet die Schweiz?

Weil wir unbedingt der erste Markt sein wollten, in dem der C30 Electric auch von Privatpersonen geleast werden kann. Und weil sich die Schweiz im Allgemeinen als Testmarkt besonders gut eignet. In der Schweiz wird schon in Kürze eine öffentliche Strom-Tankstellen-Infrastruktur aufgebaut sein. Und der Schweizer Konsument ist an technologischen Neuerungen interessiert... und bereit, dafür auch etwas mehr zu bezahlen.

Erste Fahrzeuge rollen bereits?im Dezember in die Schweiz.? Wie viele C30 Electric gibts für uns?

Ja, im Dezember liefern wir die ersten acht Volvo C30 Electric an verschiedene Schweizer Firmen, die sich von Anfang an ganz besonders für unser Fahrzeug interessiert haben. 2012 planen wir dann über 50 weitere Fahrzeuge abzusetzen.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um einen C30 Electric zu bekommen??

Keine besonderen. Wir verleasen das Auto an Privatpersonen wie auch an Firmen.

Und was kostet das Leasing?

1290 Franken pro Monat inklusive Home-Installation des Elektrikers, Sommer- und Winterreifen und eine Vollkasko.

Volvo ist ja längst in chinesischem Besitz, und in China glaubt man immer weniger an reine Elektrofahrzeuge. Wie schätzen Sie die Chance eines reinen Stromers persönlich ein?

Ich glaube bei der Elektrifizierung an das Baukasten-Prinzip. Das heisst, ein Volvo-Kunde wird sich in Zukunft beim Kauf seines Fahrzeuges selbst aussuchen können, wie er es elektrifizieren möchte. Möchte er das Fahrzeug nur auf Kurzstrecken einsetzen, so wählt er den reinen Elektromotor. Fährt er Kurz-und Langdistanzen, wählt er einen Plug-in-Hybrid oder einen Elektromotor mit Range-Extender. Meiner Meinung nach werden daher in Zukunft verschiedene Elektrifizierungskonzepte nebeneinander bestehen und als solche auch ihre Berechtigung haben.

Während der C30 Electric nur als gross angelegter Versuch zu werten ist, rollt 2012 der V60 als Diesel-Plug-in-Hybrid auf die Strasse. Wo setzt Volvo in Zukunft die Prioritäten??

?Die kontinuierliche Elektrifizierung unserer Modelle ist der klare Fokus von Volvo. In naher Zukunft werden wir daher verschiedene Konzepte anbieten. Sicher wird ein Plug-in-Hybrid eine grössere Masse von Kunden ansprechen als ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug. Denn mit dem Volvo Plug-in-Hybrid hat man noch weniger Einschränkungen – auf Knopfdruck fahren sie umweltfreundlich elektrisch, im Hybridmodus höchst effizient oder mit dem Diesel-Motor auf Wunsch auch sportlich. Zudem ist bei diesem Konzept auch die Gesamtreichweite von bis zu 1200 Kilometern beeindruckend.

Unabhängig von der Antriebstechnologie läuft es Volvo gut. In den ersten 9 Monaten hat man in der Schweiz um 14,8 Prozent zugelegt. Wie will man dieses Resultat halten oder ausbauen?

Ja, wir hatten bis dato ein sehr gutes Jahr. Es freut mich natürlich, dass wir in der Schweiz an Verkaufzahlen aber auch an Marktanteil zulegen konnten. Mein Ziel ist es, unseren Marktanteil von heute 2,7% in den nächsten zwei Jahren auf über 3% auszubauen. Ausserhalb Skandinaviens befinden wir uns mit unserem Marktanteil übrigens schon heute unter den internationalen Top-5-Märkten.

Volvo positioniert sich selber im Premiumsegment. Wie will man den Rückstand bei den Verkaufszahlen auf Audi, BMW und Mercedes aufholen?

Wir wollen weiter unseren eigenen, schwedischen Weg gehen. Bei Volvo steht der Mensch im Mittelpunkt – und nicht wie bei vielen unserer Mitbewerber die Technologie oder die Maschine. Mit unseren künftigen Modellen wollen wir das Leben der Menschen einfacher machen. Die Technologie, die wir einsetzen, wird intuitiv und reduziert sein. Wir verwenden echte, natürliche Materialen, und wir stehen für ein unverwechselbares skandinavisches Design. Ich bin überzeugt, dass wir auf diesem Weg immer mehr Kunden ansprechen werden. Was ich bei Volvo für die kommenden Jahre in der Pipeline gesehen habe, stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden!

Der C30, der nun als Stromer in?die Schweiz kommt, wurde als «Hoffnungsträger» und «Volumenmodell» lanciert. In den ersten neun Monaten 2011 wurde das Modell bei uns aber nur gerade 271-mal verkauft.?Wann kommt ein Nachfolger??

Lassen Sie sich überraschen.

Was muss der Nachfolger besser machen??

Er muss ein 5-Türer sein.

Welches Modell fahren Sie als Präsidentin der Volvo Automobile (Schweiz) AG selber??

Ich fahre einen Volvo XC60 D5. Es ist für meine Familie und für unsere verschiedenen Aktivitäten das ideale Fahrzeug.

Und was ist ihr Traumauto?

Ich bin immer noch fasziniert vom zeitlosen Design des legendären Volvo P1800. Ein eigentliches Traumauto jedoch habe ich nicht. Wirklich fasziniert bin ich von der Idee eines möglichst emissionslosen Fahrzeuges. So freue ich mich zum Beispiel ganz besonders auf den kommenden Volvo V60 Plug-in-Hybrid.

Erstellt: 29.10.2011, 18:58 Uhr

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