Basel
Autofrei versus Boliden in Basel
Von Roger F. Delle. Aktualisiert am 19.09.2008 8 Kommentare
Ein Vorgeschmack auf den Basler Autofrei-Aktionstag in der St. Alban-Vorstadt.
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Eine Absicht liegt bei keiner Seite dahinter, dass das Wochenende in Basel die Autofans und -skeptiker vereint. Und alle versichern, sich daran überhaupt nicht zu stören. In der Messe findet seit Donnerstag und bis Sonntag die Automobil-Ausstellung Auto Basel statt. Umweltverbände und Parteien organisieren am Samstag den Aktionstag "Clever unterwegs 2008 - 1 Mal Basel autofrei". Und in acht Gemeinden wird am Sonntag der Slowup durchgeführt, bei dem Motoren ebenfalls nicht erlaubt sind.
An der Auto Basel für ökologische Fahrzeuge zu werben, hätte sich Stephanie Fuchs, Geschäftsführerin des VCS beider Basel, zwar vorstellen können. Doch die Konzentration gilt vollständig dem Aktionstag für einen autofreien Tag in Basel, wie sie gegenüber baz.online erklärte. Es waren lange Verhandlungen mit der Allmendverwaltung notwendig, um die Bewilligungen zur Sperrung von einigen Plätzen und Strassenstücken für den motorisieren Verkehr am Samstag zu erwirken.
"Man kommt zur Wohnung heraus und ist immer noch daheim": So soll es sein, wie Stephanie Fuchs erklärte. Wohnqualität und Sicherheit werden angestrebt. Mit dem Aktionstag soll Druck auf die Regierung ausgeübt werden, die eine Petition für einen autofreien Tag zu behandeln hat. Ursprünglich wurden autofreie Stunden an vier Tagen gefordert. Die Petitionskommission schwächte dies dann aber ab, und der Grosse Rat überwies diese Version 2007 an den Regierungsrat.
Körperliche Bewegung und Umwelt
Obwohl keine direkte Verbindung besteht, schliesst der Slowup in gewissem Sinn an den Aktionstag an. "Der Umweltgedanke spielt ganz klar auch eine Rolle", sagte Geschäftsführer Wendel Hilti zu baz.online. Gefördert werden sollen die körperliche Bewegung, der autofreie Gedanke, der Tourismus in der Region und der grenzüberschreitende Gedanke.
In erster Linie geht es darum zu motivieren, sich unmotorisiert zu bewegen. Dafür steht eine gesperrte Route von 46 Kilometern zur Verfügung, auf der fünf Mal die Landesgrenze und vier mal der Rhein überquert werden. Der Ein- und Aussstieg ist aber überall möglich.
Das gegenteilige Ziel des Slowups verfolgt die Messe Auto Basel. Für Pressesprecher Christoph Keigel ist die zeitliche Überschneidung, von der er gar nichts wusste, völlig unproblematisch: "Es gibt kaum Berührungspunkte", sagte er zu baz.online. 170 Aussteller sind an der Auto Basel präsent, 35'000 Besucher werden erwartet. Auf diese warten 400 Neuwagen und erstmals auch 25 Renn- und Sportwagen. Die Auto Basel in der Messe ist am Freitag von 12.00 bis 20.00 Uhr und am Samstag und Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Skybiken und Barfussparcours
Der Slowup am Sonntag dauert von 10 bis 17 Uhr. Die Route führt in der Form einer Acht durch die Gemeinden Basel, Birsfelden, Muttenz, Pratteln, Augst, Grenzach, Wyhlen, Riehen, Weil am Rhein, Huningue wieder nach Basel Der Hauptfestplatz befindet sich beim Sportplatz Rankhof in Basel. Entlang der Strecke gibt es zehn Festplätze. Zudem finden vier ökumenische Gottesdienste statt.
Am Aktionstag "Clever unterwegs 2008 - 1 Mal Basel autofrei" am Samstag gibt es von 12 bis zirka 18 Uhr zahlreiche Aktivitäten, die zeigen sollen, dass Strassen nicht nur für den motorisierten Verkehr geeeignet sind: Skybiken ("in den Himmel radeln"), eBike-Testfahrt, Skater-Abfahrt, Stadt-, Wasser- und Barfussparcours, Kinderspiele, Flohmarkt und Festwirtschaft - verteilt über die Stadt an folgenden Orten: Rheinterrasse, Rümelinsplatz, Birsigparkplatz, St. Alban-Quartier, Claramatte, Drahtzug- und Hammerstrasse. Und ab 20 Uhr sind auf der Claramatte in einem OpenAir-Solarkino zwei Filme zu sehen.
Dass der Aktionstag jetzt stattfindet, hat seinen Grund im internationalen Autofrei-Tag vom 22. September. Aus organisatorischen Gründen wird der Anlass aber nicht an diesem Tag unter der Woche, sondern am Samstag durchgeführt. Hinter dem Aktionstag respektive der Petition stehen der VCS beider Basel, die Grünen, das junge Grüne Bündnis, BastA!, Greenpeace, Pro Velo beider Basel, der Club der Autofreien Schweiz, die Ökostadt Basel und das Kinderbüro. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.09.2008, 16:14 Uhr
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8 Kommentare
Alle wollen das Auto, wenn aber nichts mehr geht in der Innenstadt sind alle nur noch sauer darueber. Ob man mit SUV Panzern durch Schweizer Altstaedte cruisen sollte bleibt der Vernunft ueberlassen. Warum sollen Anwohner gezwungen werden die Abgase zu inhalieren? Die Schweiz hat ein hervorragendes Verkehrssystem und Lebensqualitaet drueckt sich dadurch aus was man sich noch nach Auto und Steuern und Abgaben leisten kann und auch da hat die Schweiz Spitzenwerte aufzubieten. Ich hoere immer wieder die Forderung meiner Freunde aus dem Kanton D: ueberfallt uns endlich damit wir uns euch ergeben koennen und das Schweizer System zu uns kommt. Antworten
Das ganze ist an sich eine sehr gute Idee. Leider ist es immer noch so, dass es auch Personen gibt, die am Samstag arbeiten müssen. Wie sollen Waren an Privathaushalte geliefert werden können? Darauf wird nicht Rücksicht genommen, schon gar nicht von denen, die Ihre Waren nicht bekommen. Und die Leidtragenden sind die Arbeitenden. Auch ist es nicht angenehm für Anwohner, die am morgen noch mit dem Auto ohne Probleme zur arbeit konnten und jetzt am Mittag oder gegen abend sehen, dass ihre Garage in einer solchen Zone liegt und sie ihr Auto nicht parkieren können, sondern öffentliche Prakplätze benutzen müssen, von denen es auch so schon zu wenige gibt. Bedenklich. Antworten
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