Basel

Zolli will sich Richtung Heuwaage ausdehnen

Die Zolli-Trägerschaft ist mit dem Richtplan Nachtigallenwäldeli/Heuwaage nicht zufrieden. Sie erwartet, dass die Regierung ihr Versprechen einlöst, als Ersatz für das gescheiterte Polarium einen Teil des Areals für den Zolli zu reservieren.

Der vom Zolli kritisierte Richtplan für das Nachtigallenwäldeli zwischen Heuwaage und Zolli.

Der vom Zolli kritisierte Richtplan für das Nachtigallenwäldeli zwischen Heuwaage und Zolli.
Bild: Baudepartement BS

Begehrter Grünstreifen. Der Zolli will nicht, dass das Nachtigallenwäldeli zur Grünzone wird.

Begehrter Grünstreifen. Der Zolli will nicht, dass das Nachtigallenwäldeli zur Grünzone wird.

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Gegen Gassenzimmer bei neuem Parkhaus

Um den heutigen Parkplatz aufheben und ins Zolli-Areal integrieren zu können, ist unter dem Erdbeergraben der Bau eines Parkhauses geplant. Für dieses Parkhaus liegt nach Auskunft von Lukas Stutz ein konkretes Projekt vor. Gebaut werden soll das neue Zolli-Parkhaus von einem privaten Investor. Gegenwärtig geht es nicht voran, weil die SBB für den allfälligen Bau einer neuen Bahnverbindung eine Interessenlinie freihalten wollen. Das würde den Parkhaus-Bau gemäss Stutz nicht verhindern, aber komplizieren. Ausser den SBB bereitet dem Zolli auch die Absicht Sorge, das heutige Gassenzimmer von der Heuwaage in die Nähe des Eingangs des Parkhauses zu verlegen. Dagegen setzt sich der Zolli in seiner Vernehmlassung explizit zur Wehr. Ein Gassenzimmer in einen «von Jugendlichen stark frequentierten Bereich und in unmittelbare Nähe eines Touristenmagneten zu verlegen, wäre problematisch und dem Renommee Basels abträglich», warnt der Zolli-Verwaltungsrat.

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Der Zolli braucht mehr Platz, um den modernen Ansprüchen an eine tiergerechte Haltung mit Gehegelandschaften gerecht zu werden. Das Areal zwischen Haupteingang und Heuwaage ist von daher für den Zolli nicht nur wegen der Anbindung an die Stadt, sondern auch als einzig realistische Wachstumsmöglichkeit von zentraler Bedeutung.

Öffentliche nutzungen

Auf diesem Hintergrund zeigt sich der Zolli in seiner Vernehmlassung zum Richtplan Nachtigallenwäldchen/Heuwaage enttäuscht, dass die Bedürfnisse des Zolli nicht das Gewicht bekommen haben, das sich die Trägerschaft gewünscht hat. Der Zolli-Verwaltungsrat hat deshalb im gestern abgelaufenen Planauflage-Verfahren eine Einsprache gegen den Bebauungsplan und die geplanten Zonenänderungen eingereicht und einige kritische Einwände zum Richtplan deponiert.

Mit der Einsprache wehrt sich der Zolli nach Auskunft von Architekt Lukas Stutz, der im Verwaltungsrat die Fachgruppe Bau und Gestaltung leitet, gegen die geplante Einweisung des Nachtigallenwäldelis in eine Grünzone. Damit würde eine Nutzung des Streifens entlang dem Birsig für Zolli-Zwecke verunmöglicht, kritisiert Stutz. Der Zolli schlägt deshalb vor, das Wäldchen einer Zone für Nutzungen im öffentlichen Interesse zuzuordnen.

Zu eng ist dem Zolli auch die Bestimmung, wonach die Räume im alten Gaswerk weiter für Verwaltungsnutzungen reserviert bleiben sollen. Mit der Bestimmung, dass das Gebäude auch für publikumsintensive Nutzungen im öffentlichen Interesse zur Verfügung stehen solle, möchte Stutz sicherstellen, dass einer späteren Nutzung der Räume für Zolli-Zwecke nicht rechtlich ein Riegel geschoben wird.

Grundsätzlich ist der Zolli der Meinung, dass «alle Nutzungen, die auch andernorts angesiedelt werden können, an anderen Standorten verwirklicht werden sollen». Diese Formulierung richte sich nicht gegen die Pläne, auf der Heuwaage ein Naturhistorisches Museum zu bauen, erklärte Stutz. Der Zolli möchte aber, dass im Perimeter Heuwaage neben einem möglichen Museumsneubau auch der Zoo als Nutzungsbeispiel explizit erwähnt wird. Stutz könnte sich vorstellen, dass auf der Heuwaage ein Gehege mit Tieren gebaut werden könnte, das teilweise unentgeltlich zugänglich wäre und als eine Art Eingangstor zum Zolli dienen würde.

Regierungs-Versprechen

Was die Heuwaage angeht, beruft sich der Zolli auf Versprechen, die Baudirektorin Barbara Schneider und Finanzdirektorin Eva Herzog im Anschluss an das Scheitern der Polariumpläne in der Markthalle abgegeben haben. Die Regierungsrätinnen hätten ihm das Areal als Kompensation für die Markthalle in Aussicht gestellt, schreibt der Zoo in einer Pressemitteilung. An der Generalversammlung des Zoos im Juni 2007 hat Eva Herzog zudem wiederholt, dass die Regierung einen Teil der Heuwaage für den Zolli reserviert habe. (Basler Zeitung)

Erstellt: 24.10.2008, 08:53 Uhr

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17 Kommentare

X I I I

25.10.2008, 14:29 Uhr
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Eine artgerechte Tierhaltung unmittelbar neben der etablierten Partyszene der Kuppel? Wie soll das funktionieren? Antworten


gigi gallen

24.10.2008, 21:56 Uhr
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noch mehr tiere in kaefige einsperren ? Antworten


Peter Greif

24.10.2008, 16:06 Uhr
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Ja das Gassenzimmer muss weg ! Konsumiert wird ja auch in der Umgebung ! Also auch an einem neuen Standort ! Warum eigentlich 3 Anlaufstellen ? Damit das Quartier nicht den ganzen Tag belästigt wird ? Warum nicht eine Anlaufstelle für den ganzen Tag 1200-2130 Uhr so wie jetzt die 3 alten ? So gross ist Basel ja auch nicht und es währe einfacher die Menschen zu betreuen ! ABER WO HIN ??? Antworten


Nils Jenne

24.10.2008, 13:55 Uhr
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Nachdem das geniale Projekt "Polarium" nicht zu stande kommen ist und eine Zürcher Firma die Markthalle lieber leer stehen lässt, wäre es an der Zeit, dass man die Pläne und Wünsche des Zollis berücksichtigen würde. Der Zoologische Garten Basel ist eine Top Ten Touristenattraktion und muss unbedingt unterstützt und gefördert werden. Antworten


Abdul R. Furrer

24.10.2008, 11:03 Uhr
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Herr, lass es Februar werden, damit endlich frischer Wind in die Chefetage des Baudepartements kommt. Von der "Stadtverschönerung" und der "Raumverplanung" nach Schneider'scher Doktrin haben wir nun wirklich die Nase gestrichen voll ! Antworten


Simon Zürcher

24.10.2008, 10:19 Uhr
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Basler Raumplanern ist geraten, sich in Kopenhagen das Tivoli anzuschauen - Park und Ausgehviertel in einem. Eventuell wäre solches, als Verbindung von Zoo und Steinenvorstadt, denkbar. Antworten


Philipp Schuler

24.10.2008, 09:31 Uhr
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Es nimmt mich wunder, welch Kleingetier der Zoo denn dort halten will. Platz genug gibt es da ja nicht wirklich. Die sollten lieber Kühe, Wildschweine und dergleichen abschaffen - die braucht es in keinem Zoo und ausserdem sind deren Gehege mehr als erbärmlich. Genauso wie das Gehege der Wölfe, schämen sollten die sich und nicht rummotzen. Antworten


Ronnie Zooli

24.10.2008, 08:49 Uhr
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Die einen Primaten sind wichtiger wie die anderen. Bald haben viele Leute mehr Zeit für den Zooli und daher braucht man dort auch mehr Platz. Eine sinnvolle Sache. Antworten


Michael Palomino

24.10.2008, 02:46 Uhr
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Die Menschheit ist eigentlich ein einziger Zolli, denn die Menschen rennen meist dem Geld nach. Die Tiere rennen dem Futter nach. Insofern aendert sich nicht viel, wenn der Zolli mehr Gebiet beansprucht. Im Prinzip ist ein Zoo aber generell eher ein Gefaengnis als ein Freiheitserlebnis fuer die Tiere. Insofern waere weiterer Gebietsanspruch des Zolli nicht legitim. Man sollte also abstimmen. Antworten


Dieter Stumpf

23.10.2008, 20:44 Uhr
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Wie die Abstimmung über das Multiplexkino aus dem Jahre 2003 gezeigt hat, will das Volk keine Überbauung der Heuwaage-Allmend! Deshalb keine Bauzone auf Vorrat auf der Heuwaage. Das Naturhistorische Museum gehört auf das Areal des ehemaligen Gas- und Wasserwerks. Dieser Schandfleck ist nicht erhaltenswert. Weg damit! Das gäbe dem Platz einen abrundenden, wahrnehmbaren Grund, ihn zu überqueren. Antworten


Rüdi Süli

23.10.2008, 20:31 Uhr
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Eine schöne Idee, den Zolli bis zur Heuwaage zu erweitern, vorausgesetzt die Tiere fangen nicht auch noch an, zu "klotzen". :-) Antworten


King Kong

23.10.2008, 18:32 Uhr
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Gute Idee ... den Zolli bis zur Heuwaage ausbauen. Wäre eine viel bessere Nutzung und am Schluss auch eine Aufwertung für die Heuwaage, welche ja irgendwie seit dem Abbau des Bahnhöflis ja nicht sehr einladend ist. Und für Besucherparkplätze ist in den zwei Parkings auch gesorgt. Das wär doch mal eine innovative Planung. Also vorwärts Zolli ... ab in die Stadt! Antworten


Ver Fehlt

23.10.2008, 16:50 Uhr
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Na ja, von Planung kann hier wohl keine rede sein. Vernunft währe schon ausreichend gewesen. Antworten


Peter Muster

23.10.2008, 14:17 Uhr
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Wenn der Kanton es nicht einmal fertig bringt, sich mit öffentlichen Institutionen wie dem Zolli abzusprechen, dann ist dies ein Hinweis darauf, dass bei der amtlichen Planung etwas Grundlegendes nicht stimmt. Antworten


Abdul R. Furrer

23.10.2008, 12:20 Uhr
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Führt die Abhängigen endlich einer Abstinenz orientierten (Zwangs-) Therapie zu, statt sie in der Sucht zu halten, und schliesst die Gassenzimmer. Während der Übergangsfrist könnte man das GZ ja in den Hof des "Gesundheits"-Departements oder noch besser in den Garten des Herrn RR Carlo Conti verlegen, damit dieser einmal hautnah erlebt, was er mit seiner "vorbildlichen" Drogenpolitik anrichtet. Antworten


Peter Muster

23.10.2008, 11:51 Uhr
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Offenbar hat man es einmal mehr unterlassen, umfassend zu koordinieren und langfristig zu planen. Antworten


Ronnie Zooli

23.10.2008, 11:23 Uhr
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Das mit dem Gassenzimmer ist ein Punkt. Dort verkehrt ein Zoo und drüben ist ein Zoo. Ob jeder im richtigen Käfig landet? Antworten



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