Zolli will sich Richtung Heuwaage ausdehnen

Von Peter Wittwer. Aktualisiert am 24.10.2008 17 Kommentare

Die Zolli-Trägerschaft ist mit dem Richtplan Nachtigallenwäldeli/Heuwaage nicht zufrieden. Sie erwartet, dass die Regierung ihr Versprechen einlöst, als Ersatz für das gescheiterte Polarium einen Teil des Areals für den Zolli zu reservieren.

Der vom Zolli kritisierte Richtplan für das Nachtigallenwäldeli zwischen Heuwaage und Zolli.

Der vom Zolli kritisierte Richtplan für das Nachtigallenwäldeli zwischen Heuwaage und Zolli.
Bild: Baudepartement BS

Begehrter Grünstreifen. Der Zolli will nicht, dass das Nachtigallenwäldeli zur Grünzone wird.

Begehrter Grünstreifen. Der Zolli will nicht, dass das Nachtigallenwäldeli zur Grünzone wird.

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Gegen Gassenzimmer bei neuem Parkhaus

Um den heutigen Parkplatz aufheben und ins Zolli-Areal integrieren zu können, ist unter dem Erdbeergraben der Bau eines Parkhauses geplant. Für dieses Parkhaus liegt nach Auskunft von Lukas Stutz ein konkretes Projekt vor. Gebaut werden soll das neue Zolli-Parkhaus von einem privaten Investor. Gegenwärtig geht es nicht voran, weil die SBB für den allfälligen Bau einer neuen Bahnverbindung eine Interessenlinie freihalten wollen. Das würde den Parkhaus-Bau gemäss Stutz nicht verhindern, aber komplizieren. Ausser den SBB bereitet dem Zolli auch die Absicht Sorge, das heutige Gassenzimmer von der Heuwaage in die Nähe des Eingangs des Parkhauses zu verlegen. Dagegen setzt sich der Zolli in seiner Vernehmlassung explizit zur Wehr. Ein Gassenzimmer in einen «von Jugendlichen stark frequentierten Bereich und in unmittelbare Nähe eines Touristenmagneten zu verlegen, wäre problematisch und dem Renommee Basels abträglich», warnt der Zolli-Verwaltungsrat.

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Der Zolli braucht mehr Platz, um den modernen Ansprüchen an eine tiergerechte Haltung mit Gehegelandschaften gerecht zu werden. Das Areal zwischen Haupteingang und Heuwaage ist von daher für den Zolli nicht nur wegen der Anbindung an die Stadt, sondern auch als einzig realistische Wachstumsmöglichkeit von zentraler Bedeutung.

Öffentliche nutzungen

Auf diesem Hintergrund zeigt sich der Zolli in seiner Vernehmlassung zum Richtplan Nachtigallenwäldchen/Heuwaage enttäuscht, dass die Bedürfnisse des Zolli nicht das Gewicht bekommen haben, das sich die Trägerschaft gewünscht hat. Der Zolli-Verwaltungsrat hat deshalb im gestern abgelaufenen Planauflage-Verfahren eine Einsprache gegen den Bebauungsplan und die geplanten Zonenänderungen eingereicht und einige kritische Einwände zum Richtplan deponiert.

Mit der Einsprache wehrt sich der Zolli nach Auskunft von Architekt Lukas Stutz, der im Verwaltungsrat die Fachgruppe Bau und Gestaltung leitet, gegen die geplante Einweisung des Nachtigallenwäldelis in eine Grünzone. Damit würde eine Nutzung des Streifens entlang dem Birsig für Zolli-Zwecke verunmöglicht, kritisiert Stutz. Der Zolli schlägt deshalb vor, das Wäldchen einer Zone für Nutzungen im öffentlichen Interesse zuzuordnen.

Zu eng ist dem Zolli auch die Bestimmung, wonach die Räume im alten Gaswerk weiter für Verwaltungsnutzungen reserviert bleiben sollen. Mit der Bestimmung, dass das Gebäude auch für publikumsintensive Nutzungen im öffentlichen Interesse zur Verfügung stehen solle, möchte Stutz sicherstellen, dass einer späteren Nutzung der Räume für Zolli-Zwecke nicht rechtlich ein Riegel geschoben wird.

Grundsätzlich ist der Zolli der Meinung, dass «alle Nutzungen, die auch andernorts angesiedelt werden können, an anderen Standorten verwirklicht werden sollen». Diese Formulierung richte sich nicht gegen die Pläne, auf der Heuwaage ein Naturhistorisches Museum zu bauen, erklärte Stutz. Der Zolli möchte aber, dass im Perimeter Heuwaage neben einem möglichen Museumsneubau auch der Zoo als Nutzungsbeispiel explizit erwähnt wird. Stutz könnte sich vorstellen, dass auf der Heuwaage ein Gehege mit Tieren gebaut werden könnte, das teilweise unentgeltlich zugänglich wäre und als eine Art Eingangstor zum Zolli dienen würde.

Regierungs-Versprechen

Was die Heuwaage angeht, beruft sich der Zolli auf Versprechen, die Baudirektorin Barbara Schneider und Finanzdirektorin Eva Herzog im Anschluss an das Scheitern der Polariumpläne in der Markthalle abgegeben haben. Die Regierungsrätinnen hätten ihm das Areal als Kompensation für die Markthalle in Aussicht gestellt, schreibt der Zoo in einer Pressemitteilung. An der Generalversammlung des Zoos im Juni 2007 hat Eva Herzog zudem wiederholt, dass die Regierung einen Teil der Heuwaage für den Zolli reserviert habe. (Basler Zeitung)

Erstellt: 24.10.2008, 08:53 Uhr

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17 Kommentare

Ronnie Zooli

23.10.2008, 11:23 Uhr
Melden

Das mit dem Gassenzimmer ist ein Punkt. Dort verkehrt ein Zoo und drüben ist ein Zoo. Ob jeder im richtigen Käfig landet? Antworten


Peter Muster

23.10.2008, 11:51 Uhr
Melden

Offenbar hat man es einmal mehr unterlassen, umfassend zu koordinieren und langfristig zu planen. Antworten



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