Umgestürzte Bäume, fliegende Dachziegel und ein Erdrutsch

Starke Winde sorgen in der Region Basel seit Montag für Schäden und zahlreiche Einsätze von Rettungskräften. Am Riehenring stürzte gar eine vom Wind losgerissene Glasscheibe auf ein Auto.

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Der Sturm hat in der Region Basel einige Schäden verursacht. Die Basler Berufsfeuerwehr musste wegen drei Bäumen ausrücken, die auf dem Bruderholz und in Riehen umgestürzt waren und Strassen blockierten. Wegen eines Baumes war auch die Wettsteinallee zeitweise blockiert.

Zwei umgewehte «Toi-Toi»-Häuschen, eine gestürzte mobile Baustellenampel sowie drei vom Wind weggerissene Bauabschrankungen beschäftigen zudem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei im Stadtgebiet.

Schwere Scheibe stürzt runter

Gefährlich wurde es am Riehenring: Der Wind riss am Riehenring eine Glasscheibe bei einem Gebäude der Messe Schweiz aus der Verankerung. Die herunterfallende Scheibe beschädigte ein parkiertes Auto. Personen kamen nicht zu Schaden.

Bei der Messe Schweiz spricht der Medienverantwortliche Christian Jecker von «einem riesigen Glück, dass niemandem etwas passiert ist». Die restlichen Scheiben an dem Gebäude seien bereits gestern nach dem Fall dieser einen Scheibe auf ihre Festigkeit und Sicherheit überprüft worden. Dasselbe hätte man heute wiederholt. «Es ist nicht so, dass jemand Angst haben muss, der unten durchläuft.» Zwar könne man bei höherer Gewalt, wie in diesem Fall die Sturmböen, nichts ausschliessen. Aber es sei nach den Überprüfungen nicht damit zu rechnen, dass sich dasselbe wiederhole.

Laut Jecker habe die Scheibe rund 200 Kilogramm gewogen. Dieses Gewicht, verstärkt durch die Erdanziehung beim freien Fall, habe das Auto an der Motorhaube getroffen und zu einem Sachschaden von rund 10'000 Franken geführt. Das Gebäude stamme aus dem Jahre 1999. Weitere Fälle an den gläsernen Fassaden der Messe, wo wegen eines Sturms Glas zu Boden fiel, sind Jecker nicht bekannt.

Baum stürzte auf fahrendes Auto

Auch an der Sängergasse fiel ein Dachfenster auf ein parkiertes Auto, und an der Feierabendstrasse demolierte ein herumfliegendes Trampolin Velos und Autos. In Weil am Rhein (D), unweit des Grenzübergangs Otterbach, stürzte um 19 Uhr ein Baum auf ein vorbeifahrendes Auto. Dieses wurde stark beschädigt, doch die Lenkerin kam mit dem Schrecken davon, wie die deutsche Polizei mitteilte. Auch diese Strasse wurde deshalb vorübergehend gesperrt.

Im Baselbiet regnete es Ziegel

Die starken Winde haben auch im Baselbiet bis zum frühen Abend rund ein dutzend Einsätze von Polizei und Feuerwehren ausgelöst. Wie die Baselbieter Polizei mitteilte, blieb aus Sicherheitsgründen die Kantonsstrasse von Ziefen nach Seewen durch den Wald über den Holzenberg bis Dienstagmittag gesperrt.

Meldungen über umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, Bauabschrankungen und Wahlplakate sowie herumfliegende Dachziegel gab es aus Arlesheim, Binningen, Bubendorf, Ettingen, Muttenz, Oberwil, Reinach und Ziefen, wie es in einer Mitteilung heisst. In Tecknau kam es an der Hauptstrasse zu einem kleinen Erdrutsch.

Seit Montagabend gingen weitere Meldungen über Sturmschäden aus den Gemeinden Aesch, Allschwil, Münchenstein, Muttenz, Reinach und Röschenz ein und lösten nochmals rund ein Dutzend Einsätze aus. In Münchenstein bei der Tramhaltestelle Loogstrasse fiel am Montag gegen 17.15 Uhr ein Baum auf die Oberleitung der Tramlinie 11, weshalb die BLT Ersatzbusse aufbieten musste. In Reinach wurde zudem ein Zelt aus der Verankerung gerissen und gegen ein Haus geweht. Über verletzte Personen ist gemäss Baselbieter Polizei derzeit nichts bekannt.

Auch am Dienstag verzeichnete die Polizei weitere Sturmschäden und rund ein Dutzend weiterer Einsätze. Fälle gab es in Aesch, Biel-Benken, Binningen, Bubendorf, Füllinsdorf, Münchenstein, Muttenz, auf der Kantonalen Autobahn A18 bei Reinach sowie in Wintersingen.

In Muttenz an der Rheinfelderstrasse, auf dem Zubringer zum Waldhaus, stürzte ein kräftiger, grosser Baum auf zwei parkierte Personenwagen, welche beide stark beschädigt wurden. Die Behörden raten derzeit von Waldspaziergängen ab. Zudem wird die Bevölkerung aufgefordert, Gegenstände, die vom Wind erfasst werden können, zu sichern. Auch die Muttenzer Rothausstrasse wurde zeitweise gesperrt, in Pratteln riss der Wind eine Seitenwand einer Scheune ab, wie die Baselbieter Polizei am Mittwoch mitteilte. (las/mar/amu/sda)

(Erstellt: 09.02.2016, 09:26 Uhr)

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