Basel

«I due jetzt syt de Bundesroots-Waale...»

Aktualisiert am 15.02.2016 9 Kommentare

Ob Terror oder Flüchtlingskrise, Blocher, Blatter oder Federer, auch dieses Jahr bleibt keines der grossen Themen von den traditionell spitzen Zungen verschont. Erster Teil einer Auswahl von Schnitzelbänken an der Fasnacht.

<b>Dr Heiri</b> beschäftigte sich mit den Bundesratswahlen.

Dr Heiri beschäftigte sich mit den Bundesratswahlen.
Bild: Elena Monti

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Rund 70 Schnitzelbank-Gruppen singen an der Basler Fasnacht 2016 am Montag- und Mittwochabend ihre Verse. Dabei ist der Vortrag für den Erfolg einer Pointe mitentscheidend. Hier eine Auswahl von Versen, die auch beim Lesen schmunzeln lassen (in zwei Teilen).

Mit der Politik und insbesondere der SVP beschäftigen sich die Schnitzelbänkler gerne. Kein Wunder, dass sie im vergangenen Oktober ein besonderes Augenmerk auf die nationalen Wahlen gerichtet haben.

Sie – sid die glai Martullo Blocher
in Nazionalroot zooge isch.
Het die greftig afo schreie
und haut au mächtig uff e Disch.
Mache si sich nur kaini Soorge
drifft si au nit dr richtig Doon.
Jä das Verhalte isch ganz loogisch
denn wie dr Babbe so dr Soon.
(Mac Väärs«s)

Dangg singe uff eme Video
hett d SVP me Lyt bikoh
Friehner, wär sich erinnere ka
hänn d Rattefänger Flöte gha
(Dipflischysser)

Dr Mörgeli sait zum Fehr «Du loos,
jetzt schteen mr baidi uff dr Schtroos.
Darf ych bi diir, das wuurd mr nutze,
all Wuche schwarz ko d«Woonig butze?»
(Dr Spitzbueb)

Nach den nationalen Wahlen folgten im Dezember die Bundesratswahlen. Neu in die Landesregierung gewählt wurde SVP-Kandidat Guy Parmelin - in einer gesitteten Wahl.

D Bundesrootswaal isch barat.
Und alles hofft uff e Sprängkandidat.
Doch es duet e kaine gee,
will dä hoggt no z Winterthur in dr Moschee.
(Käller-Assle)

S Groosi vo Buckte lütet aa: Mir hai e Buur im Bundesrot.
Dä zeigt s all dene Glöön in Bärn, wo s in Zuekunft duuregoht.
Für s Kollegialitätsprinzip isch dä Barmelin e Spitzekraft.
Als Wyybuur wäiss dä hoorgenau, wie me mit Fläsche schafft.
(Heiri)

Jä Sii, dä Herr Guy Parmelin
isch fir dr Bundesroot bestimmt e Gwinn.
Als Räbbuur het dä, s muess so sii,
jederzyt e guete Wyy drbyy.
Villicht sett me ihn denn no beleehre:
Gang joo nie bim Ogi go Änglisch lehre!
(Giftspritzi)

I due jetzt syt de Bundesroots-Waale,
myni Bundes-Styyre nimme zaale.
S isch nid beese Wille, au kai Fruscht,
äxgyysi, Herr Muurer, i haa kai Luscht.
(Bildsteerig)

Für internationale Schlagzeilen sorgten im vergangenen Jahr die Fifa und ihr ausgeschlossener Präsident Sepp Blatter.

Si schutte wie die Grosse, numme s Spiilfäld isch lyycht z glai,
Und wääge-n-iire Ränze sinn si langsam uff de Bai,
Si flueche vor sich aane und dä Diggsagg deert schnuuft schwäär,
Im Gfängnishof lauft s Grimpeli vo de Fifa-Funktionäär!
(PereFyss)

Wo ych dr Blatter Sepp mit däm Pflaschter gseh
dängg ych mir nur – oh je mi ne.
Das Pflaschter uff synere Bagge steert.
Das hätt by ihm doch uff d'Schnuure gheert.
(D'Clochard)

Gnabb 7 Kischte Schmiirgäld d' Fuessball-WM duet fascht nyt me koschte
Mir drei hänn zämmgleggd und mechte uns jetz au so aini boschte
Doch als alti Speggulante dien mir waarte, bhalte d' Rue
Will im Uusverkauf gäb's schyynt's no d' EM koschteloos drzue
(Die Gsalzene)

Wenig Glanzvolles sahen die Schnitzelbänkler in Sachen Sport auch vom Schweizer Skiteam der Männer. Erfreulicher dagegen, dass Martina Hingis und Roger Federer an den Olympischen Spielen in Rio im Mixed Doppel antreten.

Au im gmischte Doppel isch dr Federer e Crägg.
Das schläggt noch zweimoll Zwilling au bestimmt kei Geiss ewägg.
Fir Rio winscht ihm d'Mirka Gligg «loss es richtig krache!»
«Nur sottsch denn mit der Hingis jo kei Doppelfähler mache!»
(D Stroofrichter)

Wäg Schneemangel hänn d Schwyzer Skifaarer do
vom Gipfel zem Taal abe z Fuess miesse go.
Im Dorf unde luegt denn ain ganz komisch dri
und maint, so schnäll sige die no nie dunde gsi.
(Wyybuure)

S'Skikader vo de Männer isch e ganz e druurige Huffe.
Die müen also jede Daag litterwiis Ovi suufe.
Mir hän versuecht däne z'hälfe und k'hofft s'wär besser gloffe.
Doch leider hän mir dr Marcel Hischer mit dr Drohne nid richtig troffe.
(Bajass & Omega)

Probleme gibt es auch in der Region Basel: Seit der Euro-Mindestkurs aufgehoben ist, pilgern von Basel aus Woche für Woche tausende Einkaufstouristen - unter anderem mit der grenzüberschreitenden Tramlinie 8 – in die deutschen Grenzstädte Weil am Rhein und Lörrach. Und dann gibt es in Europa derzeit auch noch die Flüchtlinge.

Syyrer, Eritreer und andri aarmi Sieche
Wänn nach Euroopa doch sii lande bi de Grieche
Bi uns hets Blatz «Welcome» maint d Angi ooni Gyz
He joo die halbe Schwoobe sin jo in dr Schwyz
(Die Unerheerte)

Y bi ammene Oobe döört am Rhyybord gstande
Und ha zwüsche Hochdütsch, Änglisch, Hochdütsch, Amerikanisch,
Änglisch plötzlich e baar Fätze Baseldütsch verstande.
Y ha dä gfrogt: Kunsch au us Basel? Häi-äi-äi!
Do säit dä: jee, dä Zuefall! Wie isch d Wält doch gläi.

Z Basel heersch bald nur no «Hochdeutsch» , das isch gar nit scheen.
Zum Gligg hänn mir jetzt uusegfunde, wie mir das umgeen:
Jede Samschtig faare mir uff Lörrach, kaufe'n yy
und kenne deerte waisch wie glatt ganz unter Bebbi syy.
(Luuszäpfe)

Völkerwanderig und d' Bolizei duet d' Gränze kontrolliere
Menschemasse pilgere die ganzi Sach kennt eskaliere
Vom andre Land verspräche si sich Woolstand, sueche s'Seelehail
Das sin im 8er unsri Wirtschaftsflichtling uff em Wääg nach Weil
(Die Gsalzene)

Ych glaub die Schwoobe hän do
Das Usmaass unterschetzt.
Hätt me doch gschiider sofort
Dem Asturm Gränze gsetzt.
S'wird gschobe, grapscht und drängelet,
in Masse stoot me a.
Es wänn halt alli Schwyzer,
die Mehrwärtstyyr erstattet ha!
(Hansli Bargäld)

Wo d Terrorischte iber dr Zoll sinn zue n ys ghoo,
het me se gfroggt: Hänn iir au Waare mit eych doo.
E paar Kalaschnikov, isch d Antwort ussem Kaare.
Druff sait dr Zellner: Aha ghai Flaisch, iir kenned faare.
(Giftnuudle)

Im Dunggle schlyycht e dunggle Maa ans Boord sich aa.
Git aim si Gäld, damit är au uf s Beetli kaa.
Das schwanggt und gnirscht, doch är kunnt äänen a, gumpt drab.
«E scheenen Oobe», winscht dr Fäärimaa no gnapp.
(Dootebainli)

Bei all dem Elend auf der Welt sind die Schnitzebänkler auch froh, dass sie ab und zu doch gute Nachrichten entdecken.

Unsery Wält isch grangg, soo gitts emol e Gnall
Flichtlingseländ und Terror iiberall
ai Liechtbligg gitts won ys Gliggseelyghait duet bringe
he dr Bo Katzmann heert jetz ändlig uff mit singe
(Giftnuudle)

Letscht Dezämber es hett im Fall no Blatz ghaa
bin y s Abschiidskonzärt go luege vom Bo Katzmaa
Y ha sy Autogramm verlangt nit, wil s e Gnuss isch
Nai, y ha s schriftlig welle, das jetzt ändlig Schluss isch
(Rollaator Röösli) (amu/sda)

Erstellt: 15.02.2016, 20:13 Uhr

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9 Kommentare

Beat Bannier

16.02.2016, 01:59 Uhr
Melden 48 Empfehlung 9

Ein schöner alter Brauch. Sich unkenntlich machen, um in der Öffentlichkeit zu Themen u. Personen ohne Furcht vor Repressionen, kritisch und ohne Rücksicht auf die politische Correctheit, einzig bezogen auf die subjektive Wahrheit, sich äussern zu dürfen.
Einmal im Jahr zu sagen, was man denkt aber nicht sagen darf.
Die "Bängg" Beispiele sagen alles.
Antworten


Ronnie König

15.02.2016, 20:36 Uhr
Melden 56 Empfehlung 18

Super, wie allewyl! Antworten



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