Basel
Comité will Verse zensieren
Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 07.03.2010 2 Kommentare
Eine Kostprobe
Mi Doggter het mit mir afo schimpfe
Will em gseit ha: Nei ich will nit impfe
Denn die Grippe do vo däre Sau
Ha ich syt 40 Johr, es isch mi Frau.
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Walo Niedermann benutzt klare Worte für das, was ihm am Fasnachtsmontag im Theater Basel widerfuhr. Bei einem Auftritt des Schnitzelbank-Quartetts Zämmegwürflete, zu dem die Basler Komiker Almi & Salvi gehören, traute er seinen Ohren nicht. «Ich war erschüttert, dass ich so etwas hören musste», sagt der Obmann des Schnitzelbank-Comités. Niedermann störte sich an vier Versen der Zämmegwürflete (eine eher harmlose Kostprobe siehe unten). «Diese Verse haben sich unter der Gürtellinie bewegt.» Niedermann war mit seinen Empfindungen nicht alleine. Aus dem Publikum gab es vereinzelte Buhrufe, vor allem aber betretenes Schweigen. Insbesondere ein Vers über den Basler Polizeikommandanten Gerhard Lips sorgte für sichtliche Irritation bei Besuchern des Schnitzelbank-Abends.
Mail spät gelesen
Die Reaktion des Comités: Es schrieb am Fasnachtsdienstag ein E-Mail an die Zämmegwürflete mit der Aufforderung, die vier Verse, die es als unzumutbar empfand, aus dem Programm zu streichen. Die Bänkler lasen das Mail jedoch nicht. So erfuhren sie erst am Fasnachtsmittwoch nach ihrem neuerlichen Auftritt im Theater, dass sie die vier besagten Verse nicht singen sollen. Daraufhin beschlossen die Zämmegwürflete, auf den Schlussabend des Comités zu verzichten, und erklärten ihren Austritt.
Almi & Salvi schweigen
Gegenüber dem Regionaljournal, das vorgestern den Eklat publik machte, nahmen Almi & Salvi Stellung zum Krach mit dem Schnitzelbank-Comité. Auch gegenüber der BaZ äusserten sie sich gestern dazu, zogen später jedoch ihre Aussagen zurück. Dass ein Bank während der Fasnacht aufgefordert wird, einen Vers zurückzuziehen, ist dieses Jahr nicht zum ersten Mal passiert. In der Vergangenheit traf es beispielsweise die Dootebainli. Sie reagierten darauf mit Witz und präsentierten am Schlussabend der Comité-Bänke einen Vers, der sich über die Zensur lustig machte.
Aufforderung zum Verzicht
Zensur könnte es künftig jedoch bereits vor der Fasnacht geben. Denn der Vorfall mit den Zämmegwürflete hat Folgen. Das Schnitzelbank-Comité wird ab kommendem Jahr die Verse der Bänke vor der Fasnacht lesen. Sind Zeilen darunter, die es als geschmacklos empfindet, dann will es die Bänke auffordern, auf sie zu verzichten. Diese Vorzensur stösst bei einigen Comité-Bänken auf Skepsis. Die Schlyffstai finden es «wichtig, dass das Comité die Qualität der Bänke kontrolliert». Man schätze die Feedbacks, die man während und nach der Fasnacht erhalte. «Die angekündigte Vorabkontrolle scheint uns jedoch übertrieben», sagen sie gegenüber der BaZ.
Eine andere Comité-Bänklerin äussert sich ähnlich. «Ich fände es falsch, Verse zu verbieten», sagt sie. Denkbar sei lediglich, dass das Comité während der Fasnacht auf heikle Verse aufmerksam mache – damit mögliche Korrekturen angebracht werden können. Und sie kritisiert die Kommunikation im Fall der Zämmegwürflete. «Das Comité hätte besser direkt mit dem betroffenen Bank gesprochen, statt per Mail zu kommunizieren.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 07.03.2010, 14:32 Uhr
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2 Kommentare
Schnitzelbängg sind eine Art von Mobbing. Gehen die Bängg aber wirklich zu weit unter die Gürtellinie dann find auch ich es nicht mehr lustig. Die sexuelle Orientierung gehört nicht in einen Schnitzelbangg. Auch wenn besungene Personen dadrüber stehen können find ich es für andere Personen die zwar auch die gleiche Orientierung haben nicht gerade lustig und so kommen alle in den gleichen Topf. Antworten
