Basel
«Morgestraich» bei leichtem Regen
Aktualisiert am 22.02.2010 5 Kommentare
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Ein Sujet für sich war zudem wie stets das Wetter: Kurz vor 4 Uhr war es noch vielversprechend, es regnete nur leicht, und die Temperatur lag bei rund vier Grad. Zehntausende drängten sich am Strassenrand.
Dann zupften die Fasnächtler nervös an den Kopflaternen, der Zugchef mahnte zum Einstehen in die Reihen, die Strassenbeleuchtung erlosch und mit dem langersehnten Vier-Uhr-Schlag begann die Basler Fasnacht. Die Tambourmajore riefen «Morgestraich vorwärts marsch!», und Tausende von Trommeln und Piccolos spielten den ersten Marsch.
Doch damit setzte dann auch strömender Regen ein. Dem Schauspiel in den Basler Strassen und Gassen tat dies jedoch keinen Abbruch; die Laternen der Cliquen gaben erste Eindrücke der in diesem jahr ausgespielten Sujets.
(Sch)merz in der Wüste
Auffallend ist dabei die Vielfalt der Themen. Sie reichen von Michel Jackson über die Reise von Bundesrat Hans-Rudolf Merz nach Libyen bis zum 100-jährigen Bestehen des Fasnachts-Comités. Wegen des Jubiläums steht die Fasnacht 2010 auch unter dem Motto «E rundi Sach».
Bundesrat Merz wird auf zahlreichen Laternen abgebildet, auf den Knien betend etwa oder bücklings. Gaddafi, der bös dreinblickende Herrscher Libyens schafft es auch auf zahlreiche Lampen. Insgesamt werden wohl der Finanzminister und Gaddafi am häufigsten ausgespielt.
«Merz-iehn dr Schwanz yy», ist beispielsweise das Sujet des Central-Club Basel (CCB): Über der Laterne steht «Gessler 10», und darunter sind die Herren Gaddafi, Steinbrück, Berlusconi und Sarkozy abgebildet. «Verneig di» steht über jedem Porträt, gefolgt jeweils von einem Vers - bei Steinbrück etwa: «Verneig die vor dr dütsche Finanzkavallery oder au dr Steinbrück kunnt no in d Schwyz ko schaffe.»
Die Clique «d Rootsheere» berichten über den «(Sch)merz in dr Wieschti». Auf der Laterne wird Gaddafis Reich als paradiesisches Gastland dargestellt. Auf Fotos sind die beiden Gäste Rachid Hamdani und Max Göldi abgebildet.
Seid umschlungen Millionen
Die Clique «Basler Zepf Ziri» nahm die Piraterie aufs Korn. Unter einem Bild der deutschen Bundeskanzlerin ist zu lesen: «S duet d Hehlerei sich für d Frau Merkel lohne, si singt drum: Seid umschlungen Millione.»
Für eine individuellere Gestaltung der Fasnacht setzt sich derweil die Seibi-Clique ein. Ihr Sujet heisst «wehr.di. Fasnacht isch, was Du druss machsch». Unzählige Plakate und Spruchbänder mit der Aufschrift «wehr.di» brachten Cliquenmitglieder in der ganzen Stadt an.
Am Cortège vom Nachmittag werden die Sujets mit dem ganzen Cliquenzug - samt Kostümen und Larven - noch klarer ausgespielt. Angemeldet haben sich in diesem Jahr 484 Gruppierungen. Baz.ch wird den Cortège live ins Internet übertragen – wie schon den «Morgestraich». (amu)
Erstellt: 22.02.2010, 10:10 Uhr
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5 Kommentare
Gehört nun neuerdings die wilde Pfeiferei etlicher Zuschauer sowie das störende Geblitze ihrer Fotoapparate, definitiv zum Basler Morgenstraich. Schade, schade alleine schon für die grossen wie immer fantasievollen Bemühungen aller Cliquen. War aber trotz allem wieder Spitze. Antworten
