Basel

Tambouren wollen Trommelverbot abschaffen

Auf Facebook sind knapp 400 Personen für die Abschaffung des Trommelverbots. Grossrat Balz Herter will dies mit einem Vorstoss erreichen. Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr findet die Bestrebungen der jungen Fasnächtler positiv.

Das letzte Mal: Nach dem dritten Bummelsonntag verschwinden die Trommeln im Keller oder Estrich. Im Bild: Die VKB in der Rheingasse.

Tino Briner

Umfrage

Ein Vorstoss im Grossen Rat fordert, dass das Trommelverbot in der Stadt abgeschafft wird. Das Verbot ist fast 160 Jahre alt. Soll das Trommelverbot abgeschafft werden?

Ja

 
49.8%

Nein

 
50.2%

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Erst vier Wochen vor der Fasnacht dürfen Tambouren endlich auf ihren Trommeln musizieren. Nach dem Ändstraich gibt es noch die drei Bummelsonntage, gestern war der letzte. Und schon heisst es wieder: Böggli statt Trommel. Üben auf dem Instrument ist verboten, für Geburtstagsständeli braucht es eine spezielle Bewilligung. Diese muss im Vorfeld auf dem Waffenbüro an der Spiegelgasse eingeholt werden.

Das soll sich nun ändern. In einer Motion fordert CVP-Grossrat und Tambour Balz Herter (26) die Überprüfung der Verordnung aus dem Jahre 1852 und gegebenenfalls die Aufhebung des Trommelverbots. Dies machte das Fasnachtsportal «Basler Fasnacht Online» publik. Die Motion wurde von Grossräten aus allen Fraktionen unterschrieben. Die Verordnung sei alles andere als zeitgemäss und in gewissen Punkten fast schon zu belächeln, so Herter. Die damals Verantwortlichen sahen sich 1852 aus drei Gründen gezwungen, das Trommeln auf dem ganzen Kantonsgebiet zu untersagen: die Belästigung von Kranken, die Störung von Arbeitenden und die Gefahr, welche das Scheuwerden von Pferden mit sich bringe. «Welche Pferde?», fragt sich Herter.

Protestmarsch am vierten Bummelsonntag?

Unfair findet Balz Herter, dass das Verbot nur für die Basler Trommel gelte. Und für den Nachwuchs wäre es auch reizvoller, wenn sie auf richtigen Trommeln üben dürften.

Der Motion vorangegangen war eine Facebook-Aktion im Internet. Die vor einem Monat gegründete Gruppe «Freiheit für s Drummle» hat inzwischen fast 400 Mitglieder. Auf der Seite wird rege diskutiert, ein Gruppenmitglied schlägt zum Beispiel vor: «Wie wäre es mit einem Protestmarsch am vierten Bummelsonntag?» Die Gruppe gegründet hat der 18-jährige Patrick Stalder. Er ist Tambour und macht eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. Stalder sagt: «Ich habe die Gruppe erst nur spasseshalber gegründet und bin überrascht, dass die Sache jetzt so gross wurde.» Natürlich freue er sich über den Erfolg. Die Bemühungen der jungen Fasnächtler betrachtet Felix Rudolf von Rohr (65), Obmann des Fasnachtscomités, mit Wohlwollen. «Die Basler Trommel soll so behandelt werden wie jedes andere Instrument auch», sagt der Pfeifer. Es mache wahrscheinlich Sinn, diese alte Verordnung aufzuheben. «Es ist einfach schade, dass es einen Vorstoss braucht, um offensichtlich veraltete Gesetze wie dieses abzuschaffen.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.03.2010, 15:22 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

30 Kommentare

Ursula Haass

15.03.2010, 20:09 Uhr
Melden

Wenn das Trommelverbot abgeschafft wird, kriege ich auch noch heraus, wo's das ganze Jahr die bunten Räppli zu kaufen gibt - dann kann die Fasnachtswoche abgeschafft werden, es geht ja keiner mehr hin! Antworten


Daniela Gutmann

15.03.2010, 20:00 Uhr
Melden

@ Andi Gusti, wer sagt schon, dass wir auf dem Land es mögen? Und was ist mit scheuenden Pferden ? An der Fasnacht ist in Ordnung, aber bitte nicht mehr. Antworten


Peter Canziani

15.03.2010, 17:33 Uhr
Melden

Kurz und barsch das Trommelverbot gehört abgeschafft und zwar subito. Dass man um Spitäler nicht trommeln soll ist doch klar. Da wird in der Innerstadt (und auch im Tram) oft Katzenmusik von komischen Gestalten produziert (Mundharmonika, defekte Handorgeln etc.). Dies müssen wir tolerieren, da erlaubt. Der Sound von Basel dürfen wir jedoch kaum geniessen. Was ist denn das für eine Politik ? Antworten


Stephan Gassmann

15.03.2010, 16:21 Uhr
Melden

Mein Gott, was hier alles für Argumente für eine Beibehaltung des Verbots kommen. Das ist nur noch lächerlich. Als Obmann einer Fasnachtsclique kommt es hin und wieder vor, dass ein Cliquenmitglied heiratet und dann gibt es ein Ständeli der Clique. Für die vielleicht 3 Märsche, die wir spielen, muss jeweils eine Trommelbewilligung beantragt werden. Das ist nun wirklich hirnrissig... Antworten


Martin Buck

15.03.2010, 16:18 Uhr
Melden

Trommeln hat nicht nur mit Fasnacht zu tun, sondern ganz allgemein mit Musik. Die Trommel ist ein Musikinstrument. In Basel darf ich auf allen Instrumenten üben, ausser auf der Trommel. In Binningen, Birsfelden oder Allschwil darf ich auch das ganze Jahr auf der Trommel üben. Warum sollte das in Basel nicht möglich sein? Antworten


Patrick Stirnimann

15.03.2010, 15:55 Uhr
Melden

1. Lärmvorschriften gelten weiterhin (besonders um Spitäler o.ä.) 2. Die Fasnacht geht weiterhin drei Tage 3. Klar gibt es wichtigere Probleme, aber heisst das man soll kleinere Probleme nicht lösen? 4. Der Grosse Rat macht die Gesetzte, weshalb auch er es sein soll, der welche aufhebt. Antworten


Andi Gusti

15.03.2010, 15:48 Uhr
Melden

Ich bin froh das dieser Lärm endlich vorbei ist! Das ganze Jahr über NEIN Danke! Dieses Gesetz hat einen Sinn!! Geht doch auf dem Land trommeln aber nicht in der Stadt mit einer so grossen Bevölkerungsdichte. Antworten


wielfried kohl

15.03.2010, 15:38 Uhr
Melden

Was sollen den all die Vögel und Tiere im Wald, bei den Marschübungen sagen? Dort wäre ein Trommelverbot gerade im nächsten Jahr angebracht, da die Fasnacht so kurz vor dem Frühlinganfang ist!!! Aber eben, was interessieren sich die Basler Trommler schon um ihre Umwelt! Antworten


lucia stohler

15.03.2010, 14:29 Uhr
Melden

man kanns auch umkehren , bewilligung für alles musikalische auf oeffentlichem grund , dann können gewisse gruppierungen nicht einfach so go schränzen bei jeder hundsverlochete Antworten


Peter Waldner

15.03.2010, 13:16 Uhr
Melden

Die "Verbotitis" ist ganz generell ein Irrsinn in einer vereintlich "freien" Gesellschaft. Der Drang, "Verbieterlis" zu spielen und die Behörden wichtig zu machen, indem für jeden Hennenschiss eine Bewilligung erbeten werden muss, ist ein Schwächezeichen der Gesellschaft. Dass es sich um ein "antikes", offenbar originell formuliertes Gesetz handelt, ist kein Grund, es zu belassen. Ab ins Museum! Antworten


Henry Berger

15.03.2010, 13:05 Uhr
Melden

Ist das nicht der Anfang vom Ende der Basler Fasnacht als EINMALIGE Veranstaltung? Es ist doch gerade das Schöne und eben auch der Schuss an "Melancholie", der die Basler Fasnacht auszeichnet, dass man schon am Morgenstraich weiss, dass nach 3 Tagen alles vorbei ist. Antworten


Alain Grimm

15.03.2010, 12:54 Uhr
Melden

Die Nörgelifraktion hat wieder Aufwind. Anträge werden in der Regel auch so immer bewilligt. Es geht hier nur um die Anpassung und Streichung einer veralteten Passage und Gleichstellung mit anderen Instrumenten. Spitäler, Altersheime, etc. geniessen auch nach der Aufhebung weiterhin den gleichen Schutz. Ruhezeiten sind auch ohne Verbot einzuhalten. Antworten


Freddie Hohmann

15.03.2010, 12:22 Uhr
Melden

Auch wenn die meisten am liebsten 365 Tage Fasnacht hätten, gibt es auch hier Leute denen drei Tage reichen. An Fasnacht wird getrommelt, beim Geburtstag auch, wenn jemand heiratet auch , wenn irgendein Laden öffnet auch, bei offiziellen Anlässen sowieso, sogar Basel Tourismus wirbt im Ausland mit vollemTrommeleinsatz. ES REICHT. Antworten


Anders Sinnig

15.03.2010, 12:15 Uhr
Melden

Um diese unhaltbare Ungerechtigkeit wieder ins Lot zu bringen sollte doch auch ein Piccolo-Verbot in betracht gezogen werden. Fasnacht, Bummelsunntig... das reicht doch. Antworten


Fritz Meier

15.03.2010, 12:08 Uhr
Melden

Als ob die Welt resp. Basel nicht dringendere Probleme zum lösen hätte... Antworten


peter meier

15.03.2010, 11:37 Uhr
Melden

@ Herr André Stohler, genau das ist das Problem. Die Basler-Tambouren wissen eben nicht, wann und wo getrommelt werden soll. Für jede Hundsverlochete glauben die, man müsse da trommeln und pfeiffen. Und eben weil sie es nie lernen das Trommeln und Pfeiffen vernünftig umzusetzen, ist ein Gesetz welches das Trommeln/Pfeiffen einschränkt notwendig. Antworten


Niggi Hirt

15.03.2010, 11:19 Uhr
Melden

Das Trommelverbot ist wirklich ein alter Zopf und gehört schon deshalb abgeschafft, weil es eben nicht für alle Tambouren gilt. Hat man nämlich noch Pauken, Posaunen, Trompeten usw. dabei (spielen muss man allerdings nicht), dann gilt man als Guggenmusik und braucht nie und nirgends eine Bewilligung. Also wegmit diesem pseudo-Lärmschutzgesetz. Antworten


Kromer Ernst

15.03.2010, 11:18 Uhr
Melden

Stellen Sie sich vor, in einem Mehrfamilienhaus üben ein oder auch zwei Fasnächtler auf ihren Trommeln. Gute Nacht Hausfrieden. Antworten


Päuli Huber

15.03.2010, 11:14 Uhr
Melden

Erdbeeren im Januar, Osterhasen an Weihnachten, Weihnachtsdekoration bereits im Oktober und jetzt halt auch noch Fasnacht rund ums Jahr. Antworten


Andreas Kofler

15.03.2010, 10:57 Uhr
Melden

«Freiheit für s Drummle» sollte man vor dem Menschenrechtsgerichtshoft einklagen. Es ist wirklich das dringendste Problem, das dieser Kanton hat. Antworten


Stephan Münch

15.03.2010, 10:52 Uhr
Melden

Die Initiative dieser jungen Tambouren ist zu begrüssen. Es macht doch schlicht keinen SInn, die Basler Trommel anders als alle anderen Musikinstrumente zu behandeln. Die Trommel ist Teil der Musik und der Kultur in Basel. Die Pflege der Trommelkunst und die Förderung des Nachwuchs ist oberstes Gebot. Also: weg mit dem völlig veralteten Zopf! Aber dass es dazu Politiker braucht?!!! Antworten


Heinz Moll

15.03.2010, 10:31 Uhr
Melden

Grossrat Balz Herter ist zuzustimmen: Diese Polizeivorschrift aus dem 19. Jahrhundert ist überholt. Wir leben im 21. Jahrhundert. Und Basler kommen schliesslich mit Trommeln zur Welt! Antworten


André Stohler

15.03.2010, 10:20 Uhr
Melden

Bei einem Ständeli mit ca. 50 Pfeifer keine Bewilligung! Ist lediglich nur 1 Tambour dabei, Bewilligung und erst noch vom Waffenbüro! Ist das noch normal????????? Weg mit dem alten Zopf! Die Basler Tambouren wissen von selbst wo und wann getrommelt werden kann! Antworten


Hansruedi HERR

15.03.2010, 10:18 Uhr
Melden

Gibt es im Grossen Rat der Stadt Basel über keine wichtigeren Vorstösse befinden, als über ein Verbot welches vor 160 Jahren zu Recht verabschiedet wurde? Die Leute, welche dazumal über das Verbot diskutiert haben werden sich dabei bestimmt etwas überlegt haben. Im weiteren ist es peinlich, wenn ein Politiker, bzw. seine Partei sich über solche Vorstösse profilieren muss! Antworten


Andreas Eggimann

15.03.2010, 10:16 Uhr
Melden

Es gibt schon ausreichende Gesetze, welche regeln, wann gewisse Lärmemissionen in Ordnung sind. Ich habe auch jahrelang neben einem Übungslokal gewohnt, wo Dienstags eine Gugge und Donnerstags eine Blasmusik proben. In der Wohnung unter mir hat ein junger Mann auf der Trompete geübt. Ich sehe nicht ein, warum da üben auf Basler Trommeln anders behandelt werden soll. Rechtsgleichheit bitte! Antworten


Ado Bächler

15.03.2010, 10:13 Uhr
Melden

Ich bin überzeugt, dass eine befriedigende Lösung möglich ist, die ein trommeln auch ausserhalb der Fasnacht zulässt. Für Auswärtsbasler ein Grund mehr von Zeit zu Zeit nach Basel zu kommen. Als Beginn finde ich den vierten Bummel-Sonntag eine gute Idee. Antworten


Mamfred Haymelig

15.03.2010, 10:02 Uhr
Melden

Ich bin dagegen, dass am Trommelverbot gerüttelt wird, denn es handelt sich bei diesem Erlass um einen wunderschönen historischen uralten Text, der so haymelig ist, dass man ihn nicht einmal verändern, umsoweniger abschaffen darf! Grüsse, Mamfred. Antworten


Peter Affolter

15.03.2010, 08:51 Uhr
Melden

Das Trommelverbot kann fallen, wenn damit gerechnet werden kann, dass die Tambouren dort, wo es angezeigt ist, die gebotene Rücksicht nehmen. Erfahrungsgemäss kann dies allerdings nur mit einem entsprechenden Reglement funktionieren (betr. Lokalitäten / Daten / Uhrzeiten) - dessen Formulierung ja nichts im Wege steht! Antworten


Manfred Haenni

15.03.2010, 08:28 Uhr
Melden

finde es gut dass Trommelverbot Aufgehoben wird Antworten


Matti Hoch

15.03.2010, 07:47 Uhr
Melden

DAs Trommelverbot macht auch heute noch Sinn, vorallem um Spitäler, Altersheime etc. Es gibt eigentlich schon genügend Lärm auf dieser Erde und in Basel....also, Trommelverbot lassen und sich halt auf die 3 scheenschte Däg freue.... Antworten