Tambouren wollen Trommelverbot abschaffen

Von Nadja Widmer. Aktualisiert am 15.03.2010 30 Kommentare

Auf Facebook sind knapp 400 Personen für die Abschaffung des Trommelverbots. Grossrat Balz Herter will dies mit einem Vorstoss erreichen. Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr findet die Bestrebungen der jungen Fasnächtler positiv.

Das letzte Mal: Nach dem dritten Bummelsonntag verschwinden die Trommeln im Keller oder Estrich. Im Bild: Die VKB in der Rheingasse.

Tino Briner

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Ein Vorstoss im Grossen Rat fordert, dass das Trommelverbot in der Stadt abgeschafft wird. Das Verbot ist fast 160 Jahre alt. Soll das Trommelverbot abgeschafft werden?

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Erst vier Wochen vor der Fasnacht dürfen Tambouren endlich auf ihren Trommeln musizieren. Nach dem Ändstraich gibt es noch die drei Bummelsonntage, gestern war der letzte. Und schon heisst es wieder: Böggli statt Trommel. Üben auf dem Instrument ist verboten, für Geburtstagsständeli braucht es eine spezielle Bewilligung. Diese muss im Vorfeld auf dem Waffenbüro an der Spiegelgasse eingeholt werden.

Das soll sich nun ändern. In einer Motion fordert CVP-Grossrat und Tambour Balz Herter (26) die Überprüfung der Verordnung aus dem Jahre 1852 und gegebenenfalls die Aufhebung des Trommelverbots. Dies machte das Fasnachtsportal «Basler Fasnacht Online» publik. Die Motion wurde von Grossräten aus allen Fraktionen unterschrieben. Die Verordnung sei alles andere als zeitgemäss und in gewissen Punkten fast schon zu belächeln, so Herter. Die damals Verantwortlichen sahen sich 1852 aus drei Gründen gezwungen, das Trommeln auf dem ganzen Kantonsgebiet zu untersagen: die Belästigung von Kranken, die Störung von Arbeitenden und die Gefahr, welche das Scheuwerden von Pferden mit sich bringe. «Welche Pferde?», fragt sich Herter.

Protestmarsch am vierten Bummelsonntag?

Unfair findet Balz Herter, dass das Verbot nur für die Basler Trommel gelte. Und für den Nachwuchs wäre es auch reizvoller, wenn sie auf richtigen Trommeln üben dürften.

Der Motion vorangegangen war eine Facebook-Aktion im Internet. Die vor einem Monat gegründete Gruppe «Freiheit für s Drummle» hat inzwischen fast 400 Mitglieder. Auf der Seite wird rege diskutiert, ein Gruppenmitglied schlägt zum Beispiel vor: «Wie wäre es mit einem Protestmarsch am vierten Bummelsonntag?» Die Gruppe gegründet hat der 18-jährige Patrick Stalder. Er ist Tambour und macht eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. Stalder sagt: «Ich habe die Gruppe erst nur spasseshalber gegründet und bin überrascht, dass die Sache jetzt so gross wurde.» Natürlich freue er sich über den Erfolg. Die Bemühungen der jungen Fasnächtler betrachtet Felix Rudolf von Rohr (65), Obmann des Fasnachtscomités, mit Wohlwollen. «Die Basler Trommel soll so behandelt werden wie jedes andere Instrument auch», sagt der Pfeifer. Es mache wahrscheinlich Sinn, diese alte Verordnung aufzuheben. «Es ist einfach schade, dass es einen Vorstoss braucht, um offensichtlich veraltete Gesetze wie dieses abzuschaffen.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.03.2010, 15:22 Uhr

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30 Kommentare

Niggi Hirt

15.03.2010, 11:19 Uhr
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Das Trommelverbot ist wirklich ein alter Zopf und gehört schon deshalb abgeschafft, weil es eben nicht für alle Tambouren gilt. Hat man nämlich noch Pauken, Posaunen, Trompeten usw. dabei (spielen muss man allerdings nicht), dann gilt man als Guggenmusik und braucht nie und nirgends eine Bewilligung. Also wegmit diesem pseudo-Lärmschutzgesetz. Antworten


Kromer Ernst

15.03.2010, 11:18 Uhr
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Stellen Sie sich vor, in einem Mehrfamilienhaus üben ein oder auch zwei Fasnächtler auf ihren Trommeln. Gute Nacht Hausfrieden. Antworten