Basel
Kritik an den Uni-Besetzern wird laut
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Die Besetzung der Aula im Kollegiengebäude der Universität Basel wird über das Wochenende andauern. Allerdings hat die Zahl der Besetzer spürbar abgenommen. Gestern, am dritten Tag der Besetzung, präsentierten die Protestierenden erstmals ihre Forderungen: Ein angemessenes Betreuungsverhältnis, die Abschaffung der Präsenzkontrollen, der Studiengebühren und des Unirats. Letzterer, so lautet die Kritik, würde primär aus Vertretern der Privatwirtschaft bestehen.
Diese Kritik weist Ueli Vischer, Präsident des Universitätsrats, zurück. «Das ist schlicht falsch. Die Mehrheit der Mitglieder des Unirats arbeitet bei der öffentlichen Hand. Dass im Unirat auch noch Leute sitzen, die private Arbeitgeber haben oder selbstständigerwerbend sind, entspricht unserer Gesellschaft. Und sie soll im Unirat abgebildet werden.» Er weist darauf hin, dass die Zusammensetzung in einem Staatsvertrag zwischen den beiden Basler Kantonen geregelt ist. «Das ist eine Struktur, die demokratisch zustande gekommen ist.»
Vischer hält es für richtig, dass der Unirat nicht aus Angehörigen der Universität Basel bestehe. «Aus Governance-Gründen sollten in einer Aufsichtsbehörde nicht jene Personen sitzen, die dort beaufsichtigt werden.» Generell bedauert der frühere LDP-Regierungsrat, dass die Aula-Besetzer erstaunlich schlecht informiert seien. «Sie scheinen sich – jedenfalls bezüglich der Kompetenzen in der Unileitung – nicht intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben.» Denn viele Fragen, welche die Studierenden betreffen, würden vom Rektorat oder von den Fakultäten entschieden. Dies gelte auch für die Frage, ob die Aula bei einer anhaltenden Besetzung geräumt werde. «Es liegt am Rektorat, dies zu entscheiden.»
Dies bestätigt Joakim Rüegger, Leiter Hochschulen im Basler Erziehungsdepartement (ED). «Die Uni als Hausherrin muss sich mit der Angelegenheit befassen.» Das Rektorat informiere das ED sowie die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion Basel-Landschaft laufend über die Situation rund um die Aula-Besetzung. «Ich habe den Eindruck, dass es den richtigen Umgang mit den Studierenden findet.»
Skuba ist enttäuscht
Kritik an den Aula-Besetzern kommt nicht nur von ausserhalb der Universität. Die offizielle Studentenvertretung Skuba ist enttäuscht darüber, dass die Aula-Besetzer nicht die Zusammenarbeit suchen. «Wir distanzieren uns von den Protesten, suchen aber das Gespräch mit den Aula-Besetzern», sagt Lukas Kissling, Vorstandsmitglied der Skuba. Man unterstütze einzelne Forderungen, andere gingen zu weit. «Wir halten Präsenzkontrollen auch für überflüssig. Wer sich aber grundsätzlich gegen die Bologna-Reform stellt, ignoriert Tatsachen, mit denen wir uns abfinden müssen.» Nach dem Motto «partizipieren statt demonstrieren» fordert die Skuba die Studierenden auf, sich in den offiziellen Gremien zu engagieren.
Derweil gibt es mittlerweile auch Solidaritätsbekundungen mit den protestierenden Studenten. Die Gewerkschaft Unia hält die Zusammensetzung des Unirats für «untragbar». Die Universität solle nicht von Wirtschaftsvertretern regiert werden. Auch der VPOD Region Basel steht hinter den Forderungen der Studenten. «Es ist höchst dringend, die unsägliche Entwicklung der Bildung zur Ware infrage zu stellen und eine demokratische Uni zu fordern.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 16.11.2009, 09:42 Uhr
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