Basel

Menschenaffen verlassen den Zolli

Von Nadja Widmer. Aktualisiert am 16.11.2009 12 Kommentare

Vom nächsten Sommer an müssen die Zoobesucher über ein Jahr auf Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans verzichten. Während der Arbeiten am Affenhaus werden diese Tiergruppen an anderen Orten untergebracht.

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Die geplante Aussenanlage für Menschenaffen: Dort, wo die Javaneraffen waren und die Brillenbären (noch) sind, werden Freianlagen entstehen. Diese erheben sich bei Schimpansen und Gorillas bis elf Meter, bei den Orang-Utans sogar bis 16 Meter über den Boden.
Bild: Zoo Basel

   

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Der Zoo Basel baut ab Januar an einer grosszügigen Aussenanlage für seine Menschenaffen: Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans erhalten neue Gehege. Die Dimensionen der insgesamt fünf neuen Reviere können Zoobesucher bereits heute erahnen: Die Profilstangen sind aufgestellt. Die Baupublikation liegt derzeit auf. Potenzielle Einsprecher wie Pro Natura, WWF und die Anwohner hat der Zolli bereits vorab informiert. Probleme könnten die Baumfällungen machen: 36 grössere Bäume werden gefällt. Im Gegenzug sind auf dem Bauplan etwa fünfzig neue Bäume eingezeichnet.

Bei den Umbauarbeiten, die gut zwei Jahre dauern, wird auch das Affenhaus verändert: Die Räume, in denen die Menschenaffen in sozialen Gruppen leben, werden vergrössert. Dafür muss das Affenhaus geräumt werden – da der Zolli keinen anderen Platz für die Menschenaffen hat, müssen diese den Zoo für etwas länger als ein Jahr verlassen. Die Orang-Utans bleiben zwei Jahre weg, sie kommen in einen anderen Zoo in Europa. Für die Gorillas und Schimpansen ist für die Zeit, in der das Affenhaus umgebaut wird – von Frühsommer 2010 bis Sommer 2011 – eine Unterbringung in der Region Basel vorgesehen, wie Menschenaffen-Kurator Jakob Huber im Gespräch mit der BaZ sagt. Noch könne nichts Genaueres kommuniziert werden, da die Verträge noch nicht unterzeichnet seien.

Machbarkeitsstudie für ein Ozeanium

Huber sagt, er habe schlaflose Nächte wegen der Umplatzierung der Menschenaffen. Einerseits sorge er sich um das Wohl der Tiere – fünf von ihnen sind betagt bis hochbetagt –, andererseits habe er schon Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern erhalten, dass sie für diese Zeit kein Zolli-Abo mehr lösen würden. Die Umgestaltung im Bereich des Affenhauses hat aber auch Konsequenzen für den Rest des Zoologischen Gartens: Einige Tiere müssen umziehen, andere wie die Brillenbären den Zolli für immer verlassen.

Damit kehrt aber keine Ruhe ein, denn der Zolli hat bereits neue Pläne: Zurzeit wird eine Machbarkeitsstudie für ein Ozeanarium durchgeführt. Bis Februar 2010 werden konkrete Lösungsmodelle erarbeitet. Für einen Neubau an der Heuwaage braucht es aber noch eine zonenplanrechtliche Änderung.

Einen ausführlichen Artikel über die neue Menschenaffen-Anlage und ein Interview mit Jakob Huber, dem Kurator für Menschenaffen im Zolli, können sie in der Basler Zeitung von Montag lesen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 16.11.2009, 08:32 Uhr

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12 Kommentare

Su Studer

16.11.2009, 10:37 Uhr
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Wem nicht daran gelegen ist, dass es den Tieren besser geht und damit droht keine Abo mehr zu lösen, weil er in dem Jahr nun keine Primaten mehr im Betonknast begaffen kannt tut mir leid. Solche "Tierfreunde" sollen ruhig zu Hause bleiben, die neuen Attraktionen werden bestimmt viele neue Besucher anlocken, denen es Spass macht Tiere in "ARTGERECHTER" Haltung beobachten zu können. Antworten


Su Studer

16.11.2009, 10:30 Uhr
Melden

Ich freu mich riesig, ich liebe Primaten vorallem die Gorillas. Aber es war immer deprimimierend sie in ihren engen, tristen, Betongefängnisse ohne Sonnenlicht sehen zu müssen. Zuschauen machte da keinen Spass, da kam eher Mitleid auf. Ich kann es kaum erwarten die Affen in ihrem neuem zu Hause zu sehen. Gratulation an den Zolli für den Entscheid, es wird jedes Jahr toller den Zoo zu besuchen. Antworten



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