Basel
Zolli will grünen Finger bis in die Innenstadt
Von Christian Mensch. Aktualisiert am 18.03.2010 52 Kommentare
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Zwei Projekte balgen sich um denselben Ort: Sowohl der Ersatzbau für das Naturhistorische Museum wie auch ein Ozeanium des Zoo Basel sollen auf der Heuwaage gebaut werden. Bis zur vergangenen Woche lief die Kommunikation der beiden Projekt-Promotoren harmonisch parallel. In einer gemeinsamen Medienmitteilung teilten der Zolli und das Präsidialdepartement von Guy Morin mit: Gemäss dem vorliegenden Entwurf für einen Zonenplan könne «vorläufig» zwar nur einer der beiden Bauten auf dem ausgeschiedenen Baufeld realisiert werden.
Doch bei einer Änderung der Rahmenbedingungen – das heisst einer Anpassung des Perimeters im Zonenplan – fänden beide sich ergänzenden Kulturprojekte Platz zwischen Heuwaage und dem heutigen Zolli-Eingang. Eine Aufteilung ergab sich aus den Projekten selbst: Der Zuschauermagnet Ozeanium sollte direkt auf die Heuwaage zu stehen kommen, das Naturhistorische Museum an die Binningerstrasse.
Zoo übergeht Regierungsrat lächelnd
Am Tag darauf distanzierte sich Morin von der von ihm persönlich abgesegneten Medienmitteilung, schloss nun eine Änderung des Zonenplans aus und holte sich damit den Applaus des dafür zuständigen Baudirektors Hans-Peter Wessels. Über die Haltungsänderung des Regierungsrates geht die Führung des Zoos Basel freundlich lächelnd hinweg. Sie weiss zu kontern: Gestern präsentierte der Zoo für das Ozeanium eine konkrete Machbarkeitsstudie der Basler Architekten Schwarz-Gutmann-Pfister. Diese haben beispielsweise das Basler Schauspielhaus gebaut.
Das Ozeanium will mit einem Bauvolumen von rund 42'000 Kubikmeter nicht nur das weitherum grösste Aquarium bieten, das den Binnenbewohnern Meereswelten in faszinierender Weise näher bringt. Es soll auch die Heuwaage – «einen Unort der Trennung» – zu einem lebendigen Treffpunkt aufwerten.
Parkähnliches Nachtigallenwäldchen, renaturierter Birsig
Der Basler Zolli denkt sich das Ozeanium als Schnittpunkt zwischen der Stadt und dem Zolli. Als Zentrum für einen «nachhaltigen Lebensstil» kann es auch zur lange gesuchten Achse vom Bahnhof SBB über die als «nachhaltiges Zentrum» geplante Markthalle in die Innenstadt beitragen. In der langfristigen Perspektive des Zoo Basel wird das Ozeanium eingebettet sein in ein parkähnliches Nachtigallenwäldchen mit einem weitgehend renaturierten Birsig. In diesem «grünen Finger» bleiben sowohl das Hallenbad Rialto wie die politisch offensichtlich unantastbaren Lokale «Acqua» und «Kuppel» bestehen. Das eigentliche Zoo-Areal würde gleich hinter der Viaduktstrasse beginnen, der Parkplatz sollte neu unterirdisch beim Erdbeergraben angelegt werden.
Elisabeth Simonius, Verwaltungsratspräsidentin des Zoo Basel und gewiefte Politikerin, lässt keinen Zweifel daran, dass der Anspruch, den Zolli bis zur Heuwaage zu erweitern, mit allem Nachdruck durchgesetzt werden soll. Sie kann darauf bauen, dass die Stadt dem Zolli in der Vergangenheit kaum je einen Wunsch abgeschlagen hat. Aber auch, dass keine öffentlichen Gelder eingefordert werden. Die Investitionen von bis zu siebzig Millionen Franken sollen private Geldgeber aufbringen, der Betrieb soll selbsttragend sein. (Basler Zeitung)
Erstellt: 18.03.2010, 02:33 Uhr
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