Basel
Zolli-Tiere zeigen, wie vorbildliches Einpacken funktioniert
Dossiers
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Buntes Papier, eine Schleife drum und nach dem Gebrauch einfach wegwerfen: Intelligentes Verpackungsdesign sieht anders aus. Wirklich raffinierte und ökologische Verpackungen findet man jedoch in der Natur. Eine der genialsten Erfindungen ist das Ei. Ob Vogel- oder Haifischei, alle haben vielen unserer Verpackungen einiges voraus.
Das Straussenei gehört zu den findigsten Verpackungen im Tierreich. Es ist druckstabil gegen äussere Belastung und lässt sich trotzdem, wie jede gute Verpackung, gut öffnen. Die Kalkschale ist porös und somit ist der Inhalt optimal klimatisiert. Nach Gebrauch ist die Schale eines Vogeleis vollständig rezyklierbar.
Eierschalen zum Fressen gern
Dreizehn dieser vorbildlichen Einpacklösungen liegen derzeit im Straussennest im Zoo Basel und werden nachts vom Hahn Baringo (15) und tagsüber von der Henne Manyara (17) bebrütet. Ende Dezember ist mit dem Schlupf der ersten Küken zu rechnen. Beim «Schichtwechsel» der Eltern um etwa 8.45 und 14.45 Uhr sind die Eier jeweils gut zu sehen.
Den Zwergwachteln im Vogelhaus ist die Eierschale sogar zum Wegwerfen zu schade. Sie entsorgen sie, indem sie sie fressen und füllen damit ihr Kalkdefizit auf, so geschehen mit den Schalen der am 21.11. geschlüpften zehn Zwergwachtelküken, von denen neun überlebt haben. Zwergwachteln findet man auf dem afrikanischen und dem asiatischen Kontinent sowie in Australien. Die Spitzschwanzamadinen, mit denen die Wachteln ihre Volière im Zoo Basel teilen, helfen beim Recycling der Zwergwachtelschalen jeweils mit.
Hübsches Design mit Sollbruchstelle
Im Vivarium im Zoo Basel gibt es gar durchsichtige Eier mit Sollbruchstelle und Haftfäden. Katzenhaimütter legen im Frühjahr rund ein Dutzend – verglichen mit ihrer Körperlänge – gigantische Eier. Die Eihülle besteht aus einer hornartigen Kapsel, die zwar wasser- aber nicht gasdicht ist, damit genügend Sauerstoff für den wachsenden Embryo eindringen kann. Nach fünf bis elf Monaten verlässt der junge Hai die schützende Kapsel durch einen «Sollbruchschlitz», der sich in den letzten Monaten der Entwicklung bildet.
Haifisch-, Straussen-, und Zwergwachteleier haben etwas gemeinsam. Es sind Verpackungen, die mit möglichst wenig Material auskommen und nach Gebrauch wieder in den natürlichen Kreislauf eingehen. Vielleicht sollte man sich für Weihnachten ein paar Ideen abschauen und die Geschenke in wiederverwertbaren oder ohne Rückstände abbaubaren Materialien einpacken? (jg/PD/)
Erstellt: 10.12.2009, 02:24 Uhr


