Basel
Ein Gotteshaus steht zum Verkauf
Von Kurt Tschan. Aktualisiert am 27.01.2010
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Für Markus Jahraus von Jahraus Immobilien in Basel stehen zwei Optionen im Vordergrund: Entweder bleibt die Kirche stehen oder sie wird abgebrochen. Auf dem 2330 Quadratmeter grossen Areal in Laufen könnten je nach Projekt Ein- oder Mehrfamilienhäuser erstellt werden. Der Verkauf erfolge ohne Architekturverpflichtung. «Auflagen vonseiten der Verkäufer gibt es keine», bestätigt Jahraus.
Die 1200 Kubikmeter umfassende Kirche liegt am Ortsrand von Laufen zwischen einem Wohnquartier und der H18. Geweiht wurde die Kapelle im Juli 1976 von Bezirksapostel Hans Urwyler. Sie sei für die kleine Schar von Gläubigen zu einem Hort der Geborgenheit geworden, heisst es in einer Mitteilung vom 14. Juni 2009, in der über die Fusion der Kirchgemeinden Laufen und Reinach berichtet wird. Seit 1942 seien zunächst in Breitenbach und später in Laufen regelmässig Gottesdienste abgehalten worden. «Der veränderten demografischen Situation und erhöhten Mobilität der Gesellschaft Rechnung tragend, wurde nun die Gemeinde Laufen in die Gemeinde Reinach integriert», heisst es in der Mitteilung weiter. Wie an anderen Orten im In- und Ausland wurde in der Folge beschlossen, Land und Kirche zu verkaufen.
Zehn Objekte
Am 14. Juni 2009 hielt Bezirksevangelist Jürg Meier den letzten Gottesdienst. Das grosse Kreuz, das über der Eingangstür hing, wurde demontiert. Nur noch ein Farbschatten erinnert daran. Aber auch andere religiöse Objekte wurden entfernt, wie Jahraus bestätigt. Die Kirche habe ihre sakrale Bedeutung verloren und stehe nun wie ein anderes Gebäude zum Verkauf. Gegenwärtig veräussert die Neuapostolische Kirche (NAK) zehn Objekte in der ganzen Schweiz, wie Daniel Schrepfer, Abteilungsleiter NAK-Immobilien, der BaZ bestätigt. Alle diese Kirchen seien in die Jahre gekommen und müssten zum Teil aufwendig saniert werden. «Dies übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten», räumt Schrepfer ein. Zudem gehe der Trend nicht mehr wie in den Siebzigerjahren in die Breite. «Heute steht ein Konzentrationsprozess an», sagt Schrepfer. «Wir benötigen nicht nur Kirchen, sondern auch geeignete Nebenräumlichkeiten, wo das kirchliche Leben stattfinden kann.»
Kirchenschliessungen seien nicht einfach. Bei vielen Kirchenmitgliedern sei damit viel Herzblut verbunden. «In einer Kirche wurde man getauft, dort betete man», sagt Schrepfer. Wie andere Kirchen leide aber auch die Neuapostolische Kirche unter einem Mitgliederschwund. Es gehe deshalb darum, die Kräfte zu bündeln. Käufer der Objekte seien in der Nutzung der Kirche frei. Es gebe kirchliche Gemeinschaften, die die Objekte kaufen, oder aber sie würden für Überbauungen abgerissen. In Berlin erwarben im Jahr 2007 muslimische Vereine zwei NAK-Kirchen. In der Schweiz sei dies theoretisch auch möglich, «weil wir keine anderslautenden Direktiven haben», wie Schrepfer sagt.
36'000 mitglieder
Der Verkauf der nicht mehr benötigten Objekte verlaufe in der Regel gut. «Manchmal reicht eine Ausschreibung und schon hat die Kirche einen neuen Besitzer», sagt Schrepfer. In anderen Fällen könne es aber auch sehr viel länger dauern. Die Neuapostolen verstehen sich als christliche Kirche, die daran glaubt, dass Jesus bald wiederkommt. Die Lehre ist darauf ausgerichtet, «den Erlösungsplan Gottes zu verkündigen und gläubige Seelen auf die verheissene Wiederkunft Christi vorzubereiten».
Sie alimentiert sich zur Hauptsache durch Opfereinnahmen und Spenden. Schweizweit zählt die NAK an die 200 Gemeinden mit rund 36'000 Mitgliedern. Neben Reinach hat es in der Nordwestschweiz NAK-Standorte in Riehen, Klein- und Grossbasel, Allschwil, Oberwil, Pratteln, Liestal, Rheinfelden und Stein. Eine Massnahme, dem Mitgliederschwund vorzubeugen, ist das Portal für Partnerschaftsvermittlung «NAK-Singles», das vor neun Jahren online ging und dafür sorgen soll, dass sich weibliche und männliche Kirchenmitglieder auch privat finden. (Basler Zeitung)
Erstellt: 27.01.2010, 14:47 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



