Basel
Harte Fronten im Binninger Mauerstreit
Von Rolf Zenklusen. Aktualisiert am 04.09.2008
Roger Moll erlebte gestern einen politischen Rückschlag. Der Gemeinderat teilte dem Binninger FDP-Einwohnerrat mit, die Schlossmauer solle so bleiben, wie sie ist. Dabei gefällt Moll die Mauer gar nicht – sie sei zu wuchtig und passe optisch nicht zum Schloss. Moll hat das Komitee «Binninger Schloss ohne hässliche Mauer» gegründet und eine Petition mit 1453 Unterschriften eingereicht. Die Forderungen des Komitees, die Geländer abzusenken und einen neuen Zugang zum Schloss zu bauen, hat der Gemeinderat aber bereits im April abgeschmettert. Danach schlug das Komitee vor, zwei alternative Varianten für ein durchlässiges Treppengeländer zu prüfen.
Der Gemeinderat lehnt jetzt auch diese Forderungen ab: Weder ein Geländer aus Glas noch eines aus senkrecht angebrachten Stäben (Staketen) passe zum historischen Ensemble, schreibt der Gemeinderat. Nach Auffassung der Denkmalpflege seien «beide Varianten nicht geeignet, eine optische Verbesserung der Schlossfassade zu erreichen». Moll kann das nicht begreifen. Er zitiert aus dem Leitbild der kantonalen Denkmal- und Heimatschutzkommission. Dort stehe, die Kommission, die eng mit der Denkmalpflege zusammenarbeitet, stütze sich auf die Charta von Venedig, eine international anerkannte Richtlinie der Denkmalpflege. Wenn die Umgebung eines Denkmals noch vorhanden sei, müsse sie erhalten werden, heisse es in der Charta. Jede Umgestaltung, die das Zusammenwirken von Bauvolumen und Farbigkeit verändern könnte, sei verboten. Bei der Schlossmauer sei dies nicht der Fall, sagt Moll.
Uneins über Zahlen
Moll und seine Mitstreiter sammeln deshalb Unterschriften für eine Volksinitiative, die am 14. August offiziell lanciert wurde (die baz berichtete). 100'000 Franken soll die Gemeinde für einen «historisch und architektonisch gerechten Eingang zum Schloss» locker machen, wird gefordert. So soll die Mauer um 80 Zentimeter herabgesetzt, mit einem «filigranen» Geländer ergänzt und das Schloss über eine direkte Treppe zum Haupteingang erschlossen werden.
«Meiner Ansicht nach hat die Volksinitiative keine grossen Chancen», sagt Gemeindepräsident Charles Simon. Bei der Eröffnung des Schlossparks Ende August habe sich gezeigt, dass die Bevölkerung grossmehrheitlich zufrieden sei mit der bestehenden Lösung. Um die Forderungen der Initianten zu erfüllen, wären 250'000 Franken nötig und nicht 100'000 Franken, wie die Initianten behaupten, sagt Simon. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.09.2008, 11:43 Uhr
Basel
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



