Lehrer kommen zu spät aus der Pause

Die Geschäftsprüfungskommission verlangt von den Primarlehrern in Arlesheim mehr Pünktlichkeit. Nun schalten sich Gemeinde- und Schulrat ein.

Kein Lehrer im Schulzimmer. Wartende Schüler sind keine Seltenheit.

Kein Lehrer im Schulzimmer. Wartende Schüler sind keine Seltenheit. (Bild: Keystone)

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Wenn es um Pünktlichkeit geht, können die Arlesheimer von ihren Lehrern nicht viel lernen: Diese kommen nach der grossen Pause regelmässig zu spät. Dies behauptet zumindest die Geschäftsprüfungskommission (GPK), welche den Missstand in ihrem aktuellen Bericht festgehalten hat. Man habe auf Klagen von Eltern reagiert und festgestellt, dass die Verspätungen zum Teil massiv seien. Nun will die Kommission im Domplatzschulhaus weitere Stichproben durchführen.

Schulgespräche in den Pausen

Dort ist man wenig erfreut, wie Kurt Schmidlin von der GPK erfahren hat: «Die Lehrer sind sauer.» Allerdings werfe man ihnen in keiner Weise Faulheit vor. Denn offenbar fänden viele Schulgespräche in den Pausen statt. Dass man da zu spät komme, sei verständlich, aber letztlich eine Frage der Organisation, sagt Schmidlin: «Die Zeit muss anders eingeteilt werden.»

Auch wenn es die Kinder freuen mag, wenn eine Schulstunde zwanzig Minuten zu spät beginnt, begeht der Lehrer damit in den Augen der GPK eine Verletzung der Aufsichtspflicht. «Was ist, wenn ein Feuer ausbricht und keiner den Primarschülern sagen kann, was sie machen sollen?», fragt Schmidlin. Langfristig gesehen dürfe es auch nicht sein, dass der Unterricht zu kurz komme: «Die Qualität der Bildung steht auf dem Spiel.»

Unpünktliche Lehrer sind schlechtes Vorbild

Abklärungen beim Kanton hätten ergeben, dass für Lehrpersonen grundsätzlich eine Präsenzpflicht während der Stunden bestehe, sagt Schmidlin. Dass die notorische Unpünktlichkeit ein schlechtes Vorbild abgebe, verstehe sich ausserdem von selbst. Reagiert hat nun auch der Gemeinderat. «Wir klären die Vorwürfe mit der Schulleitung ab», sagt der zuständige Gemeinderat Anton Fritschi. Mit einer besseren Organisation lasse sich das Problem in den Griff kriegen, ist er überzeugt.

Schmidlin hat daran seine Zweifel. Es gebe in der Schule ein strukturelles Führungsproblem, vermutet er. Denn die Schulleitung bestehe in der Regel aus Mitgliedern des Lehrerkollegiums. «Keiner will Krach mit seinen Kollegen riskieren», präzisiert Schmidlin sein Unbehagen. Sein Vorschlag lautet deshalb: Ein unabhängiger Manager soll die Schule leiten. Nur eine solche Person sei in der Lage, klare Anweisungen zu geben und notfalls auch fällige Sanktionen durchzusetzen.

Für Annemarie Ramseier vom Schulrat ist das eine utopische Vorstellung: «Das Bildungsgesetz schreibt klar vor, dass die Mitglieder der Schulleitung selbst Unterricht geben müssen.» Personen aus der Privatwirtschaft möge das seltsam vorkommen, die Strukturen der Schule seien aber anders. Auch Fritschi kann der Idee eines Schulmanagers wenig abgewinnen. Die Schulleitung selbst will zu den Vorwürfen der GPK derzeit keine Stellung abgeben. Man werde sich nach den Sommerferien damit beschäftigen, versicherte Schulleiterin Ruth Flück. (Basler Zeitung)

Erstellt: 23.06.2009, 15:04 Uhr

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10 Kommentare

René René Frei

27.06.2009, 12:20 Uhr
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und dann noch .... Die Schulleitung zeigt auch deutlich, wie wichtig der Ruf der Schule und der Lehrer ist. Die Schulferien haben höhere Priorität. Es müsste obligatorisch sein, dass Schulleiter/innen über eine gewisse Zeit Erfahrungen in einer Leitungsfunktion in der Wirtschaft gesammelt haben. Antworten


René Frei

27.06.2009, 12:07 Uhr
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Vorbild sein, rsp. Vorleben ist immer noch die effektivste Methode zur Vermittlung von Werten. Wie sollen Schüler/innen Pünktlichkeit und Disziplin lernen, wenn die Lehrer sich selbst nicht an diese Regel halten? Ein Grund mehr, weshalb heute die Lehrkräfte immer weniger ernst genommen werden! Antworten


hans fritschi

25.06.2009, 17:04 Uhr
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ich muss die lehrer von arlesheim in schutz nehmen ich ging bis heute auch noch in die schule in arlesheim... muss aber sagen dass die schüler nicht ein bisschen früher von der pause in die schulzimmer kommen (fussballmatch muss noch beendet werden,....) Antworten


Hans Zumstein

24.06.2009, 09:19 Uhr
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Lehrpersonal hat unbestrittenermassen eine wichtige Vorbildfunktion für die Jugendlichen. Pünktlichkeit gehört wie andere Charaktereigenschaften dazu. Und nicht zuletzt: Pünktlichkeit = Höflichkeit!! Antworten


Nadine Gautschi

24.06.2009, 09:08 Uhr
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Ich verstehe nicht weshalb man nicht zu einem System wie in Schweden übergehen kann: Die Lehrer sind ganz "normale" Staatsangestellte mit 5 Wochen Ferien und Anwesenheitspflicht an der Schule von 8.5 Stunden pro Tag. In dieser Zeit wird unterrichtet, Lehrergespräche geführt, Test korrigiert und Unterricht vorbereitet. In dem Fall müssten ja auch keine "Gespräche" in der Pause geführt werden... Antworten


mayuran asairatnam

23.06.2009, 20:54 Uhr
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das stimmt nicht !! unsre Lehrerin kommt immer pünktlich !!! wir arbeiten auch selbstständig Antworten


Walter Felix

23.06.2009, 16:47 Uhr
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Danke für die Bemerkung, dass dieses Fehlverhalten nichts neues ist. Vor gut 30 Jahren schon erschien unser Lehrer regelmässig 5-10 Minuten zu spät und schloss die Lektion entsprechend später ab. Ich erlaubte mir, die Stunde rechtzeitig zu verlassen, da ich den Bus nicht verpassen durfte: Eine Woche Schulverbot und ein Verweis war das Resultat! Wäre sowas nicht eine Idee? wenn 2 dasselbe tun.... Antworten


Ronnie König

23.06.2009, 16:43 Uhr
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Zurückblickend: während meiner Schulzeit befand mein Vater einem Lehrer gegenüber, dass mein Zuspätkommen störend sein kann für die Klasse, aber sein Verspäten betrifft die ganze Klasse sicher und zudem finanziere er dem Lehrer seinen Lohn und nicht das Vergnügen! Ich habs danach ausbaden dürfen, aber für mein Leben was gelernt und die Lehrer hatten weniger zu lachen. Ein BRAVO an die GPK! Antworten


Hannes Sempacher

23.06.2009, 16:21 Uhr
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Es sind nicht nur die verspäteten Pausen die eine schlechte Vorbildfunktion sind.Schauen Sie ein teil der Lehrerschaft an, dreckige und stinkige Kleider,Schuhe die nie geputzt werden,unrasiert etc.Ich weiss auch, das dies nicht die schlechtesten Pädagogen sein müssen.Aber dem Erscheinungsbild genügt dies nicht, und das ist bei Kindern sofort ein negativ Thema:für Spott und Hohn sind garantiert. Antworten


Romeo Zolin

23.06.2009, 15:26 Uhr
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Schulgespräche in den Pausen sind faule Ausreden oder grasse Organisationsfehler.Wenn eine Schulstunde um 10.15 Uhr anfängt, dann auch für die Lehrer.Erst recht für die Lehrer.Das Problem ist nicht neu.Bereits vor Jahrzehnten war dies an den Schulen so,nur war damals der Lehrdruck weitaus geringer.Liebe GPK,das Argument mit dem Feuer das Ausbricht hingegen ist Panikmache. Antworten



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