Basel
WLAN-Strahlung beunruhigt Eltern
Von Georg Schmidt. Aktualisiert am 10.09.2010 20 Kommentare
Die WLAN-Technik wird die Gemeinde Münchenstein beschäftigen. (Bild: iStockphoto)
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Münchenstein will Computer an den Schulen einführen und sie mit Wireless-Technik vernetzen. Das ängstigt einige Eltern. Muss man Kinder speziell vor W-LAN-Strahlung schützen?
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«Falls es Ihnen am Herzen liegt, dass Ihre Kinder nicht einer zusätzlichen Strahlenbelastung ausgesetzt werden, dann kommen Sie an die Gemeindeversammlung.» Mit diesem Aufruf schliesst ein Brief, der an die Eltern der Münchensteiner Primarschüler und Kindergartenkinder gerichtet ist. Traktandiert ist am kommenden Mittwoch an der Gemeindeversammlung die Einführung von Informations- und Kommunikationstechnologien an der Primarschule.
Umstritten ist nicht, ob die Computer an der Schule Einzug halten sollen, sondern wie das geschehen soll. Die Gemeinde will mit Wireless-LAN-Technologie (WLAN) arbeiten, weil dies einen flexiblen, ortsunabhängigen Einsatz der Computer ermögliche. Das aber will eine Gruppe von drei Elternpaaren sowie von 20 weiteren Bürgern nicht hinnehmen: «Was uns Kummer bereitet, ist die tagtägliche Strahlenbelastung, der die Kinder langfristig und unausweichlich ausgesetzt sind», heisst es im Brief. Eine Überschreitung der Grenzwerte wird zwar nicht behauptet – die vom Lufthygieneamt beider Basel gemessene Belastung liege aber zwölfmal höher als in einer völlig unbelasteten Umgebung. Es wird auch darauf verwiesen, dass auf dem Lange-Heid-Schulhaus eine Mobilfunkantenne steht und das Dillacker-Schulhaus unter einer Starkstromleitung liegt. «Wir finden es unverantwortlich, die Kinder einer zusätzlichen Strahlenbelastung durch WLAN auszusetzen», so der Wortlaut des Briefs.
Keine Langzeitstudien
«Die gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenbelastung sind natürlich auch eine Glaubenssache», sagt eine der Autorinnen des Briefs, die nicht namentlich genannt werden will. «Solange aber keine Langzeitstudien über die gesundheitlichen Folgen der Strahlenbelastung vorliegen, ist es besser, auf das Vorsorgeprinzip zu setzen», sagt die Frau – und das bedeutet: die Strahlung so tief wie möglich halten.
In den Unterlagen zur Gemeindeversammlung hat die «Besorgnis gewisser Eltern» zwar Aufnahme gefunden. Die Gemeinde will aber nicht – wie von der Elterngruppe gefordert – auf eine Kabellösung setzen, denn die Strahlenbelastung sei selbst bei maximaler Sendeleistung und Datenmenge weit unter den Grenzwertempfehlungen. «Gemäss heutigem Kenntnisstand ist die durch drahtlose Netzwerke erzeugte Strahlung zu schwach, um nachweisbare und gesundheitliche Wirkungen auszulösen», heisst es.
Auch die Gemeindekommission setze mehrheitlich auf die Wireless-Lösung, wie deren Vizepräsident Thomas Argast sagt. «Die Strahlung liegt so tief, dass wir keinen Handlungsbedarf sehen.» Ein Antrag, die Computer doch per Kabel zu vernetzen, ist aber aus dem Kreis der besorgten Eltern bereits angekündigt.
Stolperfalle oder teure Lösung
Für den zuständigen Gemeinderat Giorgio Lüthi wäre eine Verkabelung nur dann sinnvoll, wenn dafür eigens Kabelkanäle im Boden verlegt würden – das sei aber teuer und deshalb nur im Rahmen einer grösseren Sanierung zu verwirklichen. Lose verlegte Kabel hingegen seien eine «Stolperfalle» – und das könne nicht die Lösung sein.
«Ich werde der Gemeindeversammlung völlig emotionslos die Messdaten und auch die Art, wie sie zustande gekommen sind, erklären», sagt Lüthi weiter. Eines ist aber auch ihm klar: «Es wird mir nicht gelingen, die Wireless-Gegner zu überzeugen – das ist eine Glaubensfrage.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 10.09.2010, 06:22 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



