Züge halten nicht oder fallen aus

Die SBB kämpfen auf der Strecke Basel-Olten mit Problemen, die nicht nur auf Baustellen, sondern auch auf menschliches Versagen oder Materialschäden zurückzuführen sind.

Vor einigen Tagen fuhr ein haltepflichtiger Interregio-Schnellzug in Gelterkinden durch und kam erst in Tecknau zum Stehen.

Vor einigen Tagen fuhr ein haltepflichtiger Interregio-Schnellzug in Gelterkinden durch und kam erst in Tecknau zum Stehen.
Bild: Henry Muchenberger

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Montagmorgen, 07.20 Uhr. Eben wird für den Interregio (IR) 07.23 Uhr ab Gelterkinden nach Basel eine 15-minütige Verspätung wegen Lokdefekts angekündigt. Die Passagiere werden auf die S3 von 07.28 verwiesen. Angesichts der zahlreichen Fahrgäste verzichten jedoch diverse auf die direkte Weiterfahrt und wollen den verspäteten IR abwarten. Das Warten zieht sich dann aber in die Länge: Zwar wird um 07.36 die Einfahrt des verspäteten Interregio angekündigt, nur bleibt der Zug aus. Der Ansage folgen ein TGV sowie zwei Schnellzüge, die in Gelterkinden vorbeibrausen. Den verdutzten Wartenden bleibt somit nichts anderes übrig, als schliesslich die nächste S3 um 07.59 zu benutzen. Mittlerweile beträgt die Verspätung 36 Minuten.

Kein Entschuldigung

Die Situation ist kein Einzelfall. Zugpannen auf der Ergolztalstrecke haben sich in jüngster Zeit gehäuft. So fuhr vor zwei Wochen, am 29. Juni, ein Interregio (19.17 Uhr ab Basel) in Gelterkinden einfach durch. Dafür hielt er drei Minuten später in Tecknau. Die Begründung beziehungsweise die Fahrgastinformation, beschränkte sich auf ein lapidares «Aus diversen Gründen war es uns nicht möglich, in Gelterkinden anzuhalten.» Von einer Entschuldigung keine Spur. Den unfreiwillig in Tecknau gestrandeten Fahrgästen mit Destination Gelterkinden blieb darauf nichts anderes übrig, als 20 Minuten auf die nächste S3 zu warten, die sie dann zurück nach Gelterkinden brachte. Die Anschlussbusse waren dort aber längst abgefahren. SBB-Mediensprecher Roman Marti meinte darauf zur BaZ, dass dies «einem Lokführer etwa einmal im Leben passiert».

Allerdings zog zwei Tage später bereits der nächste Lokführer in Gelterkinden seinen schwachen Tag ein. Praktisch ungebremst fuhr ein Interregio (Abfahrt 18.17 ab Basel) in den Gelterkinder Bahnhof ein. Unmittelbar nach der automatischen Haltestellenansage («nächster Halt Gelterkinden») leitete der Lokführer eine Vollbremsung ein. Diese konnte jedoch nicht mehr verhindern, dass der halbe Zug nach dem Ende des Perrons im Schotter zu stehen kam. Und weil im vorderen Teil des Zugs die Türen nicht mehr zu öffnen waren, mussten die ausstiegswilligen Passagiere die Wanderung durch die Bahnwaggons antreten. Und wiederum fehlte jede Fahrgastinformation. Die BaZ erfuhr noch von einem weiteren, nicht mehr genau datierbaren Nichthalt eines Interregios in Gelterkinden.

Gestrandet

Die SBB-Medienstelle bedauerte zwar jeweils im Nachhinein diese Zwischenfälle. Dies sei nicht der Service, den man anstrebe. Von einem allfälligen sicherheitsrelevanten Lokführerproblem wollte man aber bisher nichts wissen. Auch nach der gestrigen Zugpanne entschuldigte sich SBB-Sprecher Reto Kormann. Die Informationen über die Einfahrt des IR seien an den Bahnhöfen fälschlicherweise weiterverbreitet worden, obschon der Zug längst im luzernischen Nebikon gestrandet war. (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.07.2009, 10:38 Uhr

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7 KOMMENTARE

Marco Paganini

21.07.2009, 19:06 Uhr

Mein Gott, macht doch kein Drama aus den Verspätungen! Bin gerade in Spanien unterwegs und da ist praktisch jeder Zug mindestens 20 Min. zu spät! Und im Gegensatz zur Schweiz werden keine Anschlüsse abgewartet und man darf bis zu 3h auf den nächsten Zug warten... Und reservieren muss man in Spanien sogqr für den Regionqlzug!!! Also seid glücklich dass wir die SBB haben welche meist pünktlich ist!!


Marco Paganini

21.07.2009, 19:00 Uhr

@Ronnie König: Eine Verspätungsentschädigung gibt es bei der SBB. Jedoch muss der Zug mindestens 60 Minuten Verspätung haben und es darf kein Cisalpino sein.


Johann U. Wyss

21.07.2009, 18:43 Uhr

Verspätungen sind immer ärgerlich-aber kein Wunder:die moderne SBB AG (100% dem Bund gehörend) verkehrt mit unterschiedlichem Rollmaterial in kaum noch zu verdichtendem Fahrplan auf überwiegend Trassen aus dem 19/.Anf 20. Jahrhundert. Div. Politiker und Institutionen behindern einen zügigen und eff. Streckenausbau (s.a. BaZ vom 18.07.2009). Und: wer wählt die Behörden+ Volksvertreter??


Lars Mazzucchelli

16.07.2009, 15:31 Uhr

Der 7.23-Uhr-Zug ab Gelterkinden ist eine Lotterie. Meist leicht zu spät. In Liestal kam die Durchsage "nächster Halt Sissach". In Muttenz fährt der Zug immer mit 25 km/h durch den Bahnhof, keine Ahnung wieso. Wir kommen so immer ca. 5 - 7 Minuten zu spät in Basel an. Nicht viel, aber wie sagte schon Mani Matter: "Mit der Zyyt machts öppis uus!"


Ronnie König

16.07.2009, 11:08 Uhr

Wen wunderts? Preise rauf und Service runter, Managerlöhne rauf und Angestellte bangen um ihren Job. Da soll alles besser werden, wie uns glauben gemacht wird? Eine Verspätungsentschädigung wie in Deutschland wäre für den Bahnkunden angezeigt. Das Geld kann man ruhig von den überrissenen Managerlöhnen nehmen.


Konrad Wunn

16.07.2009, 09:43 Uhr

Gestern fur ich auf der Strecke Olten-Basel. Ein längerer Aufenthalt in Gelterkinden hatte eine Verspätung in Basel zur Folge. In Basel habe ich den Kondukteur angesprochen und er erklärte mir, dass er neu die Zugsabfahrt per "Handy" und nicht mehr direkt per Schalter auf dem Peron, wie bisher, anzuzeigen hätte. Die neue Technik funktioniert nicht! Sollte die SBB nicht bestehende Probleme beheben?


Fredy Brülhart

15.07.2009, 14:18 Uhr

NObody is Perfect, weder die SBB noch die DB. Vor ein paar Wochen an einem Sonntagnachmittag war ich auf der Rückreise von Luzern nach Basel Bad. Bhf.. Da ich von Basel SBB an den Bad. Bhf umsteigen wollte in einen ICE. Am Gleis angekommen stand auf der Anzeigetafel "ICE" aber gewartet hat ein alter Intercity. korrekt angeschreben war es dann am Basel Bad. Bhf. als Ersatz für den ausgefallenen ICE



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