Basel

Am Rahmdäfeli dominieren die leiseren Töne

Von Thomas Gubler. Aktualisiert am 02.03.2011 2 Kommentare

Die Liestaler Fasnacht ist um ein Rahmdäfeli reicher. Es ist etwas stiller und poetischer als die traditionellen vorfasnächtlichen Anlässe.

Musikalisch begleitet von Hammond Weber, präsentieren Bea Schneider und Markus Abt das neue Vorfasnachts-Mümpfeli.

Musikalisch begleitet von Hammond Weber, präsentieren Bea Schneider und Markus Abt das neue Vorfasnachts-Mümpfeli.
Bild: Manuela Vonwiller

Man war gespannt. So lässt sich die Stimmung am Montagabend, bevor der Vorhang zur Premiere des ersten Rahmdäfeli aufging, am ehesten beschreiben. Dani Muri, 19 Jahre lang Mitglied des Rotstabcabarets, trat erstmals mit eigener Equipe und eigenem Programm auf. Und war damit auf Anhieb erfolgreich: Die Gruppe mit Muri, der musikalischen Leiterin Bea Schneider, Hammond Weber, Markus Abt, Jürg Schenk und den«jungen Wilden», Julia und Sebastian Muri, Stefanie Bosshard und Michael Rickli, sorgte von Beginn weg für Überraschungen.

Die musikalischen Darbietungen könnte man fast schon als alternativ bezeichnen. So wurde, dem intimen Palazzo-Rahmen angepasst, auf den «lärmigen» Auftritt einer Gugge verzichtet. Diese hatte angeblich abgesagt, sodass die Gruppe deren Auftritt mit stimmlicher Nachahmung der Instrumente imitieren musste.

Querflöte ersetzt Piccolo

Selbstverständlich durften die fasnächtlichen Klänge nicht fehlen, wobei das Piccolo meistens durch die Querflöte ersetzt wurde. Tambourauftritte beschränkten sich auf virtuose Solos oder Duette mit der Flöte. Dominiert wurde der musikalische Teil des Rahmdäfeli indessen – geprägt vor allem durch die Stimme von Bea Schneider und das Piano von Hammond Weber – von soulig-jazzigen Klängen. Dann ging aber auch mal die Post ab wie etwa beim «Bündnerfleisch-Rap» – in Anlehnung an den Lachauftritt von Alt-Bundesrat Merz vor dem Parlament.

Die leiseren Töne dominierten dann wieder bei den Rahmenstücken. Humorvoll und lustig zwar, aber nicht zum Schenkelklopfen. Etwa wenn Sebastian Muri als Mike Shiva der bei Drug’on entlassenen Daisy wahrsagt: «Deine Zukunft regelt der freie Markt.» Oder wenn der Dignitas-Sterbetourismus der Deutschen in die Schweiz auf die Schippe genommen wird.

Verkehrskonzept im Mittelpunkt

Doch auch bei den Wortbeiträgen kamen die Anhänger der traditionellen Fasnachtskultur noch auf ihre Rechnung. Dafür verantwortlich zeichneten die beiden Bänke d Ständerlampe und d Landsknächt. Eines der Hauptsujets dabei war – man hats fast schon erwartet – das Liestaler Verkehrskonzept mit der Fussgängerzone am Bahnhofplatz und dem Engpass Poststrasse.

Nach gut zwei Stunden ging dann der Vorhang wieder zu. Dieser ist zwar, wohl weil die Veranstaltung noch so jung ist, nur ein kleines symbolisches Vorhängchen, das von Jürg Schenk während des Lösens von Kreuzworträtseln quasi nebenbei betätigt wird.

Nächste Vorstellungen: 2./3./4./5./6./7. März, 19.30 Uhr im Palazzo (Türöffnung 18.30 Uhr). Ausverkauft. Nur für den 7. März sind noch wenige Treppenplätze frei. (Basler Zeitung)

Erstellt: 02.03.2011, 17:36 Uhr

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2 Kommentare

dani muri

04.03.2011, 15:05 Uhr
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Lieber Thommas
für deinen Bericht über mein Rahmdäfeli möchte ich mich, auch im Namen der Gruppe recht herzlich bedanken.
Du schreibst objektiv und gradlinig, das gefällt uns allen. Ich freue mich, wenn ich dich wieder einladen darf im
nächsten Jahr und verbleibe mit fasnechtlichen Grüssen.
muridani
Antworten


rudolf thoma

06.03.2011, 08:05 Uhr
Melden

Na bitte was hab ich gesagt...bez. geschrieben, trifft zu 100% zu ! Antworten



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