Dittingen

Dittinger Flugtage gehen weiter

Nach dem tödlichen Absturz sollen Kunstflieger 2018 wieder starten.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei den Dittinger Flugtagen von 2015 war es zu einem Zusammenstoss zweier Leichtflugzeuge gekommen. Ein Pilot starb, als er mit seiner Maschine in ein Scheunendach stürzte. Leicht machte es sich die Segelfluggruppe Dittingen mit ihrem Entscheid über die Weiterführung der Veranstaltung mit jeweils rund 20 000 Besuchern nicht. Kritiker wurden in eine Begleitgruppe einbezogen. Zudem fühlte man der Bevölkerung den Puls, um herauszufinden, ob die Flugschau noch willkommen sei. Der Tenor war positiv. Deshalb hat die Segelfluggruppe entschieden, die Flugtage weiterzuführen – das nächste Mal am Wochenende vom 25. und 26. August 2018.

Der Wermutstropfen für Flugzeug-­Fans: Nach dem bewährten Zwei-Jahres-Rhythmus wäre der Anlass diesen Sommer wieder fällig gewesen. Aus Rücksicht auf die Wichtigkeit des Entscheids habe man jedoch auf Vorarbeiten verzichtet, teilt der Verein mit. Die nun verbleibende Zeit bis zum angestammten Termin reiche fürs laufende Jahr nicht mehr aus.

Nicht abgewartet haben die Veranstalter den Bericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle. «Wir haben gewisse Informationen, die klar darauf hindeuten, dass es vonseiten der Organisation keine Punkte gibt, die man ankreiden kann», sagt dazu der Medienchef und Flugfeldleiter der Segelfluggruppe, Urs Winkelmann. «Wir haben auch eine eigene Auslegeordnung gemacht: Letztlich war es ein Zusammenstoss in der Luft.»

Keine Akrobatik über dem Dorf

Den Beschluss über die Weiterführung fällte die Generalversammlung des Vereins einstimmig. Zuvor hatten die Segelflieger das überarbeitete Konzept nochmals kritisch hinterfragt und diskutiert. Der Dittinger Bevölkerung war das Konzept bereits Anfang Februar vorgestellt worden. Es beinhaltet im Wesentlichen eine Verschiebung der Vorführbox um 200 Meter in Richtung Westen und eine um rund 45 Grad gedrehte Vorführachse für schwere Flugzeuge und Formationen.

Mit diesen Massnahmen werden der Kunstflug, Überflüge von Grossflugzeugen und der gleichzeitige Flug mehrerer Flugzeuge über dem Dorfkern vermieden. Im Landeanflug wird das Dorf allerdings weiterhin überflogen. Das Absturzrisiko dabei sei zu vernachlässigen, begründet Winkelmann. Für den Zuschauer ändert die Konzeptanpassung wenig. Allenfalls müsse auf gewisse Figuren verzichtet werden, zudem befänden sich die Flugbewertungen etwas weiter entfernt vom Hangar. Wer nah am Geschehen sein wolle, müsse künftig 200 bis 300 Meter weiter zu Fuss gehen.

Frage des Tages:

Umfrage

Bei den Flugtagen im August 2015 kam es zu einem tödlichen Unfall. Ist es richtig, die Flugtage weiterzuführen?

Ja

 
73.4%

Nein

 
26.6%

699 Stimmen


(Basler Zeitung)

Erstellt: 20.03.2017, 14:56 Uhr

Artikel zum Thema

Abstimmung über Flugtage gefordert

Die Dittinger kritisieren nach dem Unglück ihre Aviatikshow. Sie diskutieren Änderungen und äussern Bedenken, bekennen sich aber auch zu dem Event. Mehr...

«Es bleibt immer ein Restrisiko»

Gemeinderat Edi Jermann war als Mitglied des Krisenstabs auf dem Flugplatz. Nach dem Unglück ist nicht klar, ob die Dittinger Flugtage in zwei Jahren wieder stattfinden werden. Man möchte aber keine überhasteten Entscheidungen treffen. Mehr...

Flugzeugabsturz in Dittingen – Ursache weiterhin unklar

Bei den Flugtagen in Dittingen BL sind zwei Flugzeuge zusammengestossen. Ein Pilot kam ums Leben, ein zweiter konnte sich per Fallschirm retten. Noch ist nicht klar, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Die Piloten galten als erfahren und waren ein eingespieltes Team. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

Kommentare

Die Welt in Bildern

Farbenfroh: In der nähe des Gazastreifens macht eine Frau in einem Meer von Ranunkeln ein Selfie. Die Blumen werden vor allem für den Verkauf in Europa gezüchtet (20. April 2017).
(Bild: Abir Sultan) Mehr...