Basel

Ärzte nutzen die Hypnose zur Narkose

Von Franziska Laur. Aktualisiert am 07.03.2009

Mehrere konventionell arbeitende Ärzte aus dem Fricktal behandeln ihre Patienten auch mit Hypnose. Die Technik eigne sich allerdings nur als Ergänzung zur konventionellen Narkose.

(Bild: Keystone)

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«Gewisse Dinge funktionieren unter Hypnose sehr gut, doch der Patient muss empfänglich sein», sagt Bruno Domb, Anästhesist am Gesundheitszentrum Fricktal in Rheinfelden und Mitglied der Gesellschaft für klinische Hypnose Schweiz. Er hat vor Jahren eine Operation am Gesundheitszentrum Rheinfelden überwacht.

Damals liess sich Ralph Schaffhauser ohne Narkose das Knie operieren, schmerzfrei lediglich durch Hypnose. Schaffhauser ist heute überzeugt, dass die Hypnose als Behandlungsart im Allgemeinen eine grosse Zukunft hat. «Heutzutage vertragen viele Patienten Medikamente schlecht», sagt der Fricktaler.

Auch Schaffhauser ging es so, und er drängte darauf, den Eingriff unter Hypnose durchführen zu können. Nein, Angst habe er keine gehabt, erzählt er. «Ich konnte so die Operation voll miterleben und fühlte doch keinen Schmerz.» Mithilfe seines Hypnotiseurs habe er sein Bein quasi zur Reparatur wegschicken können. «Ich würde es jederzeit wieder tun», sagt Schaffhauser.

Die Operation sei tatsächlich gut verlaufen, bestätigt Anästhesiearzt Domb. Allerdings sei es ein kurzer Eingriff gewesen. «Hypnose als hauptsächliche Narkosetechnik wird sich aber nie durchsetzen», sagt der Mediziner. Sie sei als Ergänzung zur konventionellen Narkose angebracht und tauglich nur für wenige Patienten und für kurze Operationen.

Türöffner für diesen Eingriff unter Hypnose am Rheinfelder Regionalspital war der Gynäkologe Hans Mäder. «Ich wollte schon immer einen Kaiserschnitt unter Hypnose durchführen, doch es stellte sich keine Frau zur Verfügung», sagt er. Er sei der Hypnose ursprünglich kritisch und skeptisch gegenübergestanden. Und er kenne auch viele Berufskollegen, die Hypnose konsequent ablehnten. Doch Mäder wollte mehr über die Möglichkeiten dieser Tiefenentspannung zur Ausschaltung des Schmerzes erfahren.

Spätestens seit der Begegnung mit Othmar Hohler gehört Mäder nicht mehr zu den Ablehnenden. Doch die Einsatzmöglichkeit von Hypnose hält er für beschränkt. «Am besten funktioniert sie bei der Suchtentwöhnung und bei psychischen Störungen», sagt Mäder. Im operativen Bereich bringe sie viel Unruhe, da der Hypnotiseur ständig auf sein Medium einreden muss. «Es war schon eine etwas stressige Atmosphäre. Vor allem auch, weil wir ja nicht wussten, ob es funktioniert», sagt Eduard Muggler, der ausführende Chirurg der Miniskusoperation bei Ralph Schaffhauser. Der mittlerweile pensionierte Arzt möchte das Erlebnis dennoch nicht missen. «Ich hätte es jederzeit wieder gemacht. Vor allem mit Othmar Hohler. Das war ein seriöser Hypnotiseur», sagt Muggler.

Franz-Xaver Huber aus Möhlin, ehemals Physiotherapeut, hat die Patienten von Othmar Hohler übernommen, als dieser sich zurückgezogen hatte. «Wir sind keine Zauberer, doch wir können mit den Gefühlen des Patienten arbeiten und alten Seelenschmerz auflösen», sagt er. «Es ist eine Phase tiefer Entspannung, in der man guten Zugang zum Unterbewusstsein hat.» Er könne so dem Patienten zeigen, wie er die eigenen Ressourcen besser nutzen kann. «Doch man kann nie jemanden in Trance versetzen, der das nicht will», sagt Huber. Er kommt ursprünglich aus dem physiotherapeutischen Bereich, hat sich in Osteopathie weitergebildet und vor zwölf Jahren die Hypnose entdeckt. Weil die Nachfrage nach dieser Behandlungsmethode immer grösser wird, bildet er nun in Basel angehende Hypnotiseure aus.

Othmar Hohler lebt mittlerweile zurückgezogen in Eiken. Der ehemalige Baggerführer war schon als Berufsmensch nie auf Publizität aus und geniesst heute die Ruhe. (Basler Zeitung)

Erstellt: 07.03.2009, 13:04 Uhr

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