Basel

Alte BVB-Trams ärgern Baselbieter

Von Martin Brodbeck. Aktualisiert am 02.09.2009 37 Kommentare

Die Gemeinden Pratteln und Muttenz fühlen sich von den BVB vernachlässigt und hätten gerne Combinos für die Linie 14. Die BVB möbeln jetzt die alten Trams auf und wollen einen künftigen Tango-Einsatz prüfen.

Im Mittelteil haben auch die 14er-Trams einen klimatisierten Zwischenwagen (links), der auch über einen Tiefeinstieg verfügt.

Margrit Müller

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Schlechte BVB-Trams im Baselbiet?

Pratteln und Muttenz üben Kritik an den BVB. Sie kritisieren, dass bei ihnen altes und schlechtes Rollmaterial eingesetzt wird. Sind die Trams auf der Linie 14 wirklich so schlecht?

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«Wir fühlen uns wie das fünfte Rad am Wagen», klagt der zuständige Prattler Gemeinderat Felix Knöpfel und räumt ein: «Wir sind neidisch auf die Bewohner von Riehen, welche die klimatisierten modernen Combinos haben.» Auf der Linie 14 der BVB verkehrt nach wie vor altes Rollmaterial. «Wir haben darum zusammen mit Muttenz interveniert», sagt Knöpfel. Unterstützung erhalten die beiden Gemeinden zudem vom Kanton. Marc Joset, Präsident der landrätlichen Finanzkommission verweist darauf, dass dort das «ungenügende Rollmaterial der Linie 14 angesprochen wurde». Auch hätten die ÖV-Verantwortlichen des Kantons eine entsprechende Anfrage gemacht.

Pikant: Auf dem Baselbieter Teil der Linie 14 fahren die BVB auf Gleisanlagen, die der BLT gehören. Da drängt sich die Frage auf, ob nicht die BLT die Linie 14 übernehmen könnten. Genau diesen Vorschlag habe er im BLT-Beirat gemacht, sagt Gemeinderat Knöpfel: «Der ebenfalls anwesende BVB-Direktor Urs Hanselmann hat die Augen verdreht.» Doch auch BLT-Direktor Andreas Büttiker winkt ab. Das sei aufgrund eines Staatsvertrags zwischen Basel-Stadt und Baselland nicht möglich. Danach muss die Verkehrsleistung der Verkehrsunternehmen im jeweiligen Nachbarkanton ausgeglichen sein. Beim Tramverkehr hingegen gebe es «einen leichten Überhang» zugunsten der BLT.

Gestörtes Gleichgewicht

Das Gleichgewicht würde durch eine Übernahme der Linie 14 durch die BLT erheblich gestört, betont Büttiker. Auch betriebswirtschaftlich mache ein Wechsel keinen Sinn. Depotkapazitäten und Fahrzeugpark seien auf die geltende Aufteilung ausgerichtet.

Dennoch zeigt BLT-Chef Büttiker Verständnis für den Unmut in Pratteln und Muttenz. Man habe auf dieser Linie zu lange mit Verbesserungen gewartet. Vor allem die alten Berner Trams, die auf dem 14er als Notlösung beim Combino-Debakel eingesetzt wurden, hätten dem Image der Linie geschadet. Dabei, so Büttiker, sei nicht entscheidend, ob ein Tram alt oder neu ist. «Es geht darum, ob es gepflegt wirkt.» Bei ungepflegten Trams würden Vandalismus und Verschmutzung zunehmen. Dies wiederum führe in Kombination mit den unattraktiven Trams zu einer verstärkten Verunsicherung der Fahrgäste.

Modernisierungsprogram läuft

Das Problem mit den inzwischen nicht mehr eingesetzten Berner Trams sei bekannt, sagt BVB-Vizedirektor Georg Vischer. Doch im Übrigen wehrt er sich gegen die Vorwürfe und appelliert an den Lokalpatriotismus: «Das sind Trams im besten Alter, die in Pratteln gebaut wurden.» Dennoch verspricht er Verbesserungen. Zurzeit laufe ein Modernisierungsprogramm für diese Trams. Die Linie 14 erhalte «ganz schöne Trams» mit Combino-Sitzbezügen und einem Bildschirminformationssystem wie im neuen Tango-Tram.

Gemeinderat Felix Knöpfel stellt fest, dass sich die BVB in letzter Zeit «Mühe geben». Dennoch will er den Druck aufrechterhalten, damit auch Pratteln moderne Trams bekommt. BVB-Vizedirektor Vischer sagt, dass ein künftiger Einsatz von BVB-Tangos für den 14er «möglich» sei. Doch einen kleinen freundeidgenössischen Seitenhieb an die Baselbieter kann er sich nicht verkneifen: «Im Gegensatz zur BLT setzen wir auf dem 14er bereits jetzt klimatisierte Zwischenwagen ein.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 02.09.2009, 09:15 Uhr

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37 Kommentare

René Grossenbacher

02.09.2009, 10:21 Uhr
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Was soll das! Wie oft hört und liest man von Wandalismus und sogar Brandstiftung in den "14-ern". Die Überlegungen der BVB sind deshalb nur logisch. Lieber alte Wagen demolieren und verbrennen lassen als die neuen. Zudem ist der Weg zur Verschrottungsfirma Firma Thommen in Kaiseraugst auch der kürzeste! Ich fahre gerne "14-er" aber nur tagsüber. Antworten


Beatrice Kehrer

02.09.2009, 08:28 Uhr
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Auch auf der Lineie 15/16 fahren steinalte und unklimatisierte Trams. In Genf war ich deshalb sehr überrascht, dass dort alle Trams mit einer Klimaanlage augestattet sind. Antworten



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