Basel
Antifeminismus-Treffen mit Folgen
Von Andrea Fopp. Aktualisiert am 01.07.2011 24 Kommentare
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- Der Antifeminist sieht sich als moderner Mensch
- Diskriminierung, sagt sie, kenne kein Geschlecht
- 100 Männer und ein paar Frauen gegen die «feministische Ideologie»
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Jahrelang hatte Meier Fortbildungskurse gehalten. Grundlage der Kündigung waren verschiedene Medienberichte, darunter auch ein Artikel in der BaZ vom Montag über den zweiten Antifeminismus-Kongress, der am Samstag in Winterthur stattgefunden hat.
Im Referat mit dem Titel «Emanzipationsdefizite heterosexueller Männer aus der Sicht der historischen Männerforschung» sprach Meier unter anderem über die unterschiedlichen Leistungen von Mädchen und Knaben in der Schule. Er sagte sinngemäss, dass gute Schülerinnen geringere Karrierechancen hätten, wenn ihre Mathematiknoten schlecht seien. Der Winterthurer «Landbote» zitierte ihn mit den Worten: «Genialität ist Männern vorbehalten.»
Solche Aussagen seien inakzeptabel, befand nun die Geschäftsleitung der Schule Weiterbildung Schweiz und teilte Meier mit, dass sie ihn in Zukunft nicht mehr als Kursleiter für Lehrerweiterbildungen beauftragen würde.
Humanistisches Weltbild
«Die Aussage, dass nur Männer grosse Leistungen in Mathematik und Technik erbringen, widerspricht unserem Weltbild», begründet Geschäftsführerin Cordelia Galli die Kündigung gegenüber der BaZ. Alleine schon Meiers Auftritt an einem Kongress von Antifeministen, welche ein traditionelles Frauenbild begrüssten und die Gleichheit der Geschlechter ablehnten, sei nicht im Sinne des Humanismus des SWCH. Die Interessensgemeinschaft Antifeminismus stand jüngst immer wieder wegen sexistischer Aussagen von Gründer René Kuhn in der Kritik. Kuhn, der gerne über das «ungepflegte Aussehen linker Feministinnen, die wie Vogelscheuchen rumlaufen», spricht, wird von seinen Antifeministen-Kollegen liebevoll «Mister Vogelscheuche» genannt.
Meier distanziert sich von derartigen Äusserungen und wehrt sich gegen die Vorwürfe des SWCH. «Ich verstehe mich explizit als Humanisten», sagt er gegenüber der BaZ. Seit Jahren forsche er über Männlichkeit. Es gehe ihm darum, dass die «Männer in der Krise» ein Bewusstsein für ihre Stärken entwickeln. In diesem Sinne seien auch seine Aussagen über die fehlenden Karrierechancen von «fleissigen Mädchen» zu verstehen: «Dass viele Mädchen zum stärksten Teil meiner Schülerschaft gehören, ist kein Zufall», sagt der Deutsch- und Philosophielehrer. Er weist auch darauf hin, dass er sich intensiv mit genialen Philosophinnen wie etwa Simone de Beauvoir auseinandersetze.
Geniale Philosophinnen
Meier findet es bedauernswert, dass Knaben oft einen schlechten Zugang zu Philosphie und Deutsch haben. Doch Männer seien in technischen Belangen immer noch gefragt. Etwa beim Atomausstieg: «Bundesrätinnen bestimmen die Politik, Techniker setzen sie um», sagt Meier. Doch er räumt ein: «In der Tonwahl habe ich mich wohl ein wenig von der Stimmung im Saal anstecken lassen.» Sein Credo fasst er so zusammen: «Fundamentalistische Männerpolitik ist zu überwinden zugunsten eines realpolitischen Engagements.»
Undifferenzierte Urteile
«Total daneben» findet Markus Theunert, der Präsident von Männer.ch, dem Dachverbands der Männer- und Väterorganisationen, die Kündigung Meiers. «Es ist unverständlich, dass der SWCH den Mann aufgrund von Zitaten in den Medien als Kursleiter verabschiedet, ohne zu überprüfen, was er tatsächlich gesagt hat», sagt er. Der gemässigte Gleichstellungspolitiker hatte sich am Antifeminismus-Treffen für eine selbstbewusste Männerpolitik fern von Aggression ausgesprochen. Meiers Referat verstand er nicht als antifeministisch oder diskriminierend. «Er hat sich doch eher kritisch gegenüber den Antifeministen geäussert», sagt Theunert.
Auch Jörg Baumann, Rektor des Gymnasiums Beromünster, wo Meier angestellt ist, wundert sich gegenüber der BaZ über die «undifferenzierten Urteile»: «Ich kenne Meier als Brückenbauer, der den Dialog sucht», sagt er. Als Schriftsteller setze sich Meier zudem für diskriminierte Randgruppen ein. (Basler Zeitung)
Erstellt: 01.07.2011, 13:19 Uhr
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24 Kommentare
Normalerweise sollten Bildungsstätten Andersdenkende tolerieren, was hier passiert ist ein Gebahren, das demjenigen des dritten reiches nicht unähnlich ist. Ich verstehe Antifeminismus als ein Engagement gegen die Diskriminierung der Männer und nicht zur Rückkehr in alte Rollenmuster. Demzufolge ist absichtlich falsches Zitieren der AF nicht demokratisch, sondern sektiererisches Verhalten. Antworten
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