Basel
Arlesheimer Anwohner wollen SBB-Leitung bodigen
Von Michael Rockenbach. Aktualisiert am 07.03.2009 12 Kommentare
(Bild: Keystone)
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Als der Kran beim Bahnhof Dornach-Arlesheim in Stellung gebracht wurde, dachten sich die Anwohner noch nichts dabei. Denn das Bahnhofsgebiet ist schon seit Monaten eine Grossbaustelle. Am nächsten Morgen war die Empörung in der Arlesheimer Austrasse dann aber gross. Denn direkt nebenan stand plötzlich eine Reihe Betonmasten, 26 Meter hoch, und oben hing eine neue Hochspannungsleitung mit vier Leiterseilen.
Die Anwohner protestierten bei der Gemeinde, beim Stromunternehmen und bei den SBB und erfuhren schliesslich, dass die neue Übertragungsleitung über der Bahnlinie 132 Kilovolt (kV) hat – doppelt so viel wie die unauffällige Leitung von 1933, die sie ersetzen soll. «Unglaublich, was uns die SBB da in einer Nacht- und Nebelaktion vor die Haustüre gestellt hat», sagt ein Anwohner. Es habe einige öffentliche Informationen über die neue Verkehrsdrehscheibe Dornach-Arlesheim gegeben, von einer neuen Hochspannungsleitung sei aber nie die Rede gewesen: «Mit diesem Vorgehen können wir uns nicht abfinden.»
Ende Februar, knapp einen Monat nach der Installation, haben die SBB ein erstes Mal auf die Proteste reagiert. «Wir mussten feststellen, dass Sie leider nicht über den Baubeginn informiert wurden», erklärten die SBB damals in einem Rundschreiben an die «Anwohnerinnen und Anwohner der Baustelle Verkehrsdrehscheibe Arlesheim/Dornach». Die alte Leitung würde auf der gesamten Linie Muttenz–Delémont durch eine 132-kV-Leitung ersetzt. Der aktuelle Ausbau zwischen Arlesheim und Aesch sei vorgezogen worden, damit er zusammen mit der Neugestaltung der Verkehrsdrehscheibe ausgeführt werden könne.
Mit dieser Erklärung gibt man sich in Arlesheim aber nicht zufrieden. Das zeigte sich am Donnerstagabend bei einem Treffen mit der BaZ, zu dem 13 Anwohner erschienen, die namentlich aber nicht erwähnt werden möchten. «Es geht hier nicht um Einzelpersonen. Gegen diese Masten wehrt sich die ganze Austrasse», sagte ein Anwohner. «Wir sorgen uns um unsere Gesundheit, den Wert unserer Häuser und finden die Masten erst noch hässlich.»
In einem Schreiben werden sie die SBB nun auffordern, genauer über das Projekt zu informieren und Alternativen zu prüfen. Im Gegensatz zu den Fahrleitungen müssten die Übertragungsleitungen zwischen den Kraftwerken und Unterwerken nicht unbedingt entlang der Bahnlinien gebaut werden. Möglich wäre es auch, die Leitung in den Boden zu verlegen.
Die neuen Masten gleich wieder abreissen – das wollen die SBB aber keinesfalls. «Die132-Kilovolt-Leitung ist nötig, damit der zunehmende Bahnverkehr zuverlässig mit Strom versorgt werden kann», sagt SBB-Sprecher Roman Marti. Ihm zufolge müssten sich die Anwohner auch keine Sorgen wegen der elektromagnetischen Felder machen: «Das neue System hat eine sehr grosse Schutzwirkung», sagt er. Die Verordnung des Umweltschutzgesetzes über die nichtionisierenden Strahlen werde vollumfänglich eingehalten. Darum sei das Projekt am 23. Dezember 2008 vom Bundesamt für Verkehr bewilligt worden.
Zuvor, im August 2007, seien die Pläne auch in Arlesheim öffentlich aufgelegt worden. Damals reagierte in der Austrasse aber noch niemand. Eine Anwohnerin begründet das so: «Von einem Ersatz der alten Leitungen hat man vielleicht mal was gehört – aber wer hätte dabei schon an solche riesigen Masten gedacht?» (Basler Zeitung)
Erstellt: 07.03.2009, 13:06 Uhr
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12 Kommentare
Tja, Bahnfahren wollen sie alle, wenn möglich mit einem 15 Min Taktfahrplan. Es ist ähnlich wie mit den mobil Telefon Antennen: Viele möchten via mobil Telefon immer noch mehr Dienstleistungen wie TV, Internet usw. Dass all diese Wünsche massive Ausbauten bei der Infrastruktur zur Folge haben, wollen viele nicht zur Kenntnis nehmen. Aber auch da gilt: dr' batze, s'weggli und s'uusegäld git's nitt! Antworten
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