Basel

Baselbieter Landrat bewilligt Projektierungskredit für Geriatriespital

Aktualisiert am 28.05.2009

Zur Projektierung des zusammen mit Basel-Stadt geplanten Geriatriespitals auf dem Bruderholz hat der Baselbieter Landrat am Donnerstag 8,9 Millionen Franken bewilligt. Gegen den Projektierungskredit Front machten die Grünen.

Luftig und hell: So wird eine der beiden Eingangshallen zum geplanten Spitalzentrum auf dem Bruderholz aussehen. Visualisierung Aeschlimann Prêtre Hasler Architekten AG, Zu?rich

Luftig und hell: So wird eine der beiden Eingangshallen zum geplanten Spitalzentrum auf dem Bruderholz aussehen. Visualisierung Aeschlimann Prêtre Hasler Architekten AG, Zu?rich

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Gutgeheissen wurden die Gelder mit 64 zu 13 Stimmen bei einer Enthaltung; ausser den Grünen sagten auch je ein SP- und ein CVP- Ratsmitglied nein. Die 8,9 Millionen Franken sind die Hälfte des gesamten Projektierungskredits für das Spital; die andere Hälfte entfällt auf den Kanton Basel-Stadt.

Harsche Kritik der Grünen

Die Grünen sprachen indes von «Gigantismus», den man sich nicht mehr leisten könne, von einer «gigantischen Fehlplanung» und von einem Projekt «an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit». Grund der harschen Kritik waren die vorgesehene Grösse des Spitals samt drohenden Kosten, aber auch der Standort abseits grösserer Verkehrsachsen.

Ausser dem «Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation» der beiden Basel mit 436 Betten plant Baselland am gleichen Ort auch einen Akutspital-Neubau als Ersatz für das bestehende Kantonsspital Bruderholz. Angesichts steigender Gesundheitskosten sei dies aber «viel zu gross» und «ein finanzielles Abenteuer mit hohen Risiken», sagten die Grünen.

Wenn landesweit Fallkostenpauschale eingeführt werden, werde Baselland den Entscheid fürs teure Spital noch bereuen, kritisierten sie weiter. Auch seien der Standort und die schlechte Erreichbarkeit eine «Zumutung» insbesondere für Betagte und Angehörige; deswegen müssten nun eigens bessere ÖV-Verbindungen geplant werden.

Andere Fraktionen dafür

Alle andern Fraktionen waren dagegen fast einstimmig für den Kredit. Das geplante Spitalzentrum sei das grösste Bauprojekt der öffentlichen Hand in der Schweiz, und es sei «mutig», dies in der heutigen Situation im Gesundheitswesen in Angriff zu nehmen, hiess es etwa bei der FDP. Wegen der Bevölkerungsentwicklung sei es aber nötig.

Verwiesen wurde auch auf die gemeinsame Standortplanung mit Basel-Stadt. Die SP sprach zudem von einem «Meilenstein der Spitalplanung in der Region»; rasch an die Hand genommen werden müssten Verbesserungen im Öffentlichen Verkehr (öV).

Der Rat beauftragte zudem die Regierung, sich bei der Auftragsvergabe für das Projekt für die gleichwertige Berücksichtigung von Anbietern beider Kantone einzusetzen. Die Ergänzung erfolgte nach einem Streit um die Vergabemodalitäten bei dem von beiden Basel geplanten Life-Sciences-Neubau der Universität. (amu/sda)

Erstellt: 28.05.2009, 13:45 Uhr

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