Baselbieter Polizeichef ist ein Verkehrsrowdy

Rechts überholen ist verboten. Das weiss spätestens jetzt auch der Baselbieter Polizeikommandant Daniel Blumer, der von Kollegen in flagranti erwischt worden ist. Blumer ist bereits früher als Verkehrssünder aufgefallen.

Erwischt: Daniel Blumer nimmt es mit den Regeln nicht so genau.

Erwischt: Daniel Blumer nimmt es mit den Regeln nicht so genau. Bild: Henry Muchenberger

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Der Baselbieter Polizeikommandant Daniel Blumer nimmt es am Steuer seines eigenen Wagens mit den Verkehrsregeln offenbar nicht so genau. Auf einer Fahrt nach Zürich habe Blumer auf der A1 im Aargau auf der mittleren Fahrbahn einen Lieferwagen überholt, der auf der linken Spur unterwegs war. Wegen dieses verkehrswidrigen Verhaltens hat ihn die Aargauer Kantonspolizei am 28. Februar verzeigt. «Die strafrechtlichen Konsequenzen und eine allfällige Administrativmassnahme sind noch offen», heisst es in der Mitteilung des Zürcher Polizeidepartements.

Blumer, der die Baselbieter Polizei bald verlässt und Anfang Juni seine neue Stelle als Kommandant der Zürcher Stadtpolizei antreten soll, informierte den Zürcher Polizeivorsteher Daniel Leupi über den aktuellen und einen früheren Vorfall.

Leupi hält an Blumer fest

Weil er bereits vor zwei Jahren wegen einer Geschwindigkeitsübertretung verwarnt wurde, muss Blumer mit einem Führerausweisentzug rechnen. Laut der Mitteilung des Polizeidepartements ist Blumers Leumund bis auf einen Vorfall vor 24 Jahren einwandfrei. Damals musste er wegen übersetzter Geschwindigkeit seinen Führerschein für einen Monat abgeben.

Trotz dieser Vorfälle wird Blumer seine Stelle als Kommandant der Zürcher Ordnungshüter antreten. Polizeivorsteher Daniel Leupi missbillige zwar die Vorkommnisse, trotzdem spreche er dem designierten Kommandanten der Stadtpolizei sein Vertrauen aus. Aufgrund seiner ausgewiesenen Führungserfahrung als Kommandant und der umfassenden Fachkenntnisse sei er aus Sicht des Zürcher Polizeivorstehers nach wie vor für diese Funktion geeignet.

Blumer bedauere sein Verhalten zutiefst und sei sich bewusst, dass er damit seiner Vorbildfunktion als Polizeikommandant nicht gerecht geworden ist.

Der Super-Puma-Einsatz

Blumer ist seit 2006 Kommandant der Baselbieter Polizei. Zuvor leitete er die Berner Stadtpolizei. Von 1985 bis 1987 leitete er als Polizeioffizier das Betäubungsmittelkommissariat der Stadtpolizei Zürich. Von 1987 bis 1990 war er Chef der Kriminalpolizei des Kantons St. Gallen und anschliessend bis 1998 als Staatsanwalt des Kantons St. Gallen tätig. Das Strassenverkehrsgesetz wird er also sicher auch schon in den Händen gehalten haben.

Von sich reden machte Blumer auch wegen eines gross angelegten Polizeieinsatzes von 2010, der Schlagzeilen machte: Blumer setzte damals 420 Polizisten, 17 Sozialarbeiter und einen Super-Puma-Helikopter der Armee ein, um den Harassenlauf von Reinach nach Münchenstein mit 300 Läufern zu unterbinden. Kosten: 450'000 Franken. Der Anlass war zuvor jeweils in üble Trinkgelage mit viel Abfall und Verletzten ausgeartet. (amu/pia/sda)

Erstellt: 06.03.2013, 12:19 Uhr

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