Baselland erstattet Anzeige wegen tödlichen Birspegel-Schwankungen

Aktualisiert am 06.10.2009 1 Kommentar

Der Kanton Baselland hat am Montag Anzeige erstattet gegen die mutmasslichen Urheber der Pegelschwankungen in der Birs vom 25. August. Damals waren tausende Fische wegen Wassermangels erstickt.

Problematisch: Die Pegelschwankungen der Birs brachte tausenden Fischen den Tod.

Problematisch: Die Pegelschwankungen der Birs brachte tausenden Fischen den Tod. (Bild: Daniel Desborough)

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Zum laufenden Verfahren gab es am Dienstag jedoch keine Auskünfte. Der zuständige Sprecher der Fachstelle Oberflächengewässer der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) begründete das offizielle Schweigen mit dem Persönlichkeitsschutz: Man solle keine Rückschlüsse auf die Angezeigten ziehen können; es gelte die Unschuldsvermutung.

Nun ist das Statthalteramt Laufen am Zug, das mit der Anzeige vom BUD auch einen Bericht zu BUD-Fachuntersuchungen jener Ereignisse erhalten hat. Laufen muss prüfen, ob die angezeigten Verstösse gegen das Bundes-Gewässerschutzgesetz vorliegen. Das Gesetz droht unter anderem mit Gefängnis oder Busse für Restwasser-Vergehen.

Heikle Kleinwasserkraftwerk-Steuerung

Am 25. August war der Pegel der ohnehin sommerlich wenig Wasser führenden Birs kurzzeitig um rund 25 Zentimeter gefallen. Das legte Kiesbänke trocken, was Jung- und Kleinfischen den Tod brachte. Anfang September führte die BUD in einem Communiqué den Fall auf auf Steuerungsprobleme bei Baselbieter Kleinkraftwerken zurück.

Pegelschwankungen in der Birs waren schon früher aufgefallen. Ende 2008 hatte der Kanton eine Studie bestellt zu den Ursachen: Diese sollten identifiziert und Verbesserungsmassnahmen eingeleitet werden. Nach dem Fall vom August wurden Kraftwerk-Aufzeichnungen erneut lückenlos ausgewertet und deren Stau-Steuerung überprüft.

Bei einem erneut sehr tiefen Pegel der Birs Anfang September hatte der Kanton vorsichtshalber mehrere Kraftwerke abstellen lassen. Im November ist ein Runder Tisch geplant mit den Baselbieter Kleinwasserkraftwerkbetreibern. Auf Kantonsgebiet hat es an der Birs neun Turbinen in acht Staustufen. (jg/sda)

Erstellt: 06.10.2009, 16:06 Uhr

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1 Kommentar

Thomas Fischer

07.10.2009, 07:53 Uhr
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Wir machen heute mehr Theater, wenn ein Tier stirbt als wenn es den Menschen schlecht geht. Mit oder ohne Kleinkraftwerke. Wenn die Birs kein Wasser führt, dann ist kein Wasser vorhanden. Und auch Pegelstandsänderungen gehören mal zur Natur. Also hört doch auf mit unnötigen Studien und unnötiger Beschäftigung der Verwaltung und Justiz zu Lasten der Steuerzahler. Antworten



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