Basel
Biker erkämpfen sich eigene Routen
Von Michael Rockenbach. Aktualisiert am 27.01.2010 24 Kommentare
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Die Ausgangslage ist kurios: Biken ist zwar eine der beliebtesten Sportarten, aber in der Region ausgerechnet dort verboten, wo es am meisten Spass macht: auf schmalen und möglichst naturbelassenen Pfaden, sogenannten Single Trails. Damit finden sich die Biker aber nicht länger ab. Sie fordern spezielle Bikerouten im Baselbiet und im angrenzenden Kanton Solothurn. Nun haben sie in den Verhandlungen mit Behörden und Waldbesitzern einen ersten Erfolg erreicht: Im Entwurf zum Waldentwicklungsplan Schauenburg-Hard-Birseck (WEP), der morgen im Amtsblatt offiziell publiziert wird, sind mehrere Bikerouten vorgesehen. Unter anderem ist auch eine attraktive Abfahrt von der Schauenburgerflue ins Gebiet St. Jakob geplant. Noch immer ganz am Anfang stehen die Biker dagegen in Arlesheim und Münchenstein. Dort pochen die Bürgergemeinden als Waldeigentümer darauf, dass das Fahren abseits der breiten Waldwege generell verboten bleibt. «Das Problem ist, dass einige Biker einfach überall fahren wollen und nicht bereit sind, auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen», sagte Stefan Kink, Präsident der Arlesheimer Bürgergemeinde, der BaZ schon im vergangenen Sommer. Das dürfe nicht länger akzeptiert werden. «Im kantonalen Waldgesetz steht klipp und klar, dass Velofahren nur auf den befestigten Wegen erlaubt ist. Das muss nun umgesetzt werden», kündete Kink damals an.
Bussen und Anzeigen
Seither müssen Biker in Arlesheim mit Bussen und Anzeigen rechnen – auch wenn andere Behörden für die strikte Haltung der Bürgergemeinden nur wenig Verständnis haben. Das Amt für Wald beider Basel und die Einwohnergemeinden Arlesheim und Münchenstein halten die vorgebrachten Bedenken in Sachen Naturschutz für übertrieben und befürchten auch keine Häufung «gefährlicher Begegnungen zwischen Wanderern und Bikern», wie dem WEP zu entnehmen ist.
Ueli Meier, Leiter des Amtes für Wald, ist überzeugt, dass sich der WEP bewährt und der Widerstand gegen einen weiteren Ausbau des Bikenetzes nachlassen wird. «Wir sind erst am Anfang», sagt Meier. «Unser Ziel ist ein Bikenetz, das so attraktiv ist, dass auch tatsächlich fast nur noch dort gefahren wird und die Wanderer auf den anderen Wegen ihre Ruhe haben.» Biker, die sich dann immer noch nicht an die vorgegebenen Routen halten, sollen gebüsst werden. «Gegen sie müssen wir vorgehen», sagt Meier. So wird auch im WEP bereits eine «rigorose Durchsetzung von Bike-Verboten auf dafür nicht geeigneten und bewilligten Strecken» angekündigt. Kein Wunder, machen sich die Biker schon jetzt für weitere Strecken stark. Auch auf der politischen Ebene. Mit einer Petition fordern sie eine Änderung des Waldgesetzes: Radfahren soll im Wald nur noch in begründeten Ausnahmefällen verboten sein. Politiker aus verschiedenen Parteien unterstützen die Idee.
Ungestörte Waldruhe
Doch es gibt auch Gegner. Der Grellinger Burgerpräsident und SVP-Landrat Georges Thüring gründete wegen der Petition das Komitee Pro Wald, das sich «mit allen Mitteln» gegen eine Aufweichung des Waldgesetzes wehren will. «Wanderer und Erholungssuchende sollen sich auch in Zukunft ungestört auf Waldwegen bewegen und die Ruhe und Harmonie des Waldweges geniessen können», sagt Thüring. Das letzte Wort in dem Streit hat der Landrat. (Basler Zeitung)
Erstellt: 27.01.2010, 07:32 Uhr
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24 Kommentare
Oh ja: Lasst uns doch noch mehr Gesetzte und Regelungen kreieren, damit wir endlich so lästig Eigenschaften wie "gesunden Menschenverstand", "Toleranz" und "Rücksicht" endgültig abschalten können! Als eingefleischter Biker und Single Trail Fan habe ich nie Probleme mit Wanderer. Warum? Weil mir die erwähnten Eigenschaften bisher noch nicht durch unnötige Gesetze abtrainiert wurden. Antworten
...das ist wieder mal eine aufgebauschte Geschichte....ich bike schon seit Jahren im Baselbiet und weder hat mich jemand angehalten, und mir eine Busse geben wollen, noch kam ich je mit Wanderern oder anderen Waldbesuchern in Konflikt. Ein leichtes Zucken am Bremshebel, ein freundliches "Hallo" & "Dankeschön" und schon ist die Sache m.E. geritzt. Gegenseitiger Respekt ist ein MUSS... Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


