Basel
Bischof Kurt Koch nach Rom berufen
Aktualisiert am 30.06.2010 11 Kommentare
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Koch tritt sein neues Amt bereits diesen Freitag, 1. Juli, als Nachfolger von Kardinal Walter Kasper an. Ab diesem Zeitpunkt ist der Bischofsstuhl im Bistum Basel vakant.
Bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs wird Koch - neben seiner neuen Aufgabe in Rom - dem Bistum als Apostolischer Administrator zur Seite stehen. Der Bischofsstuhl muss innerhalb von drei Monaten neu besetzt werden. Vorbereitet wird die Bischofswahl vom Domkapitel, wie das Bistum weiter mitteilte.
Zeit für frische Kräfte
Er sei sich «der hohen Ehre und der grossen Verantwortung» bewusst, die ihm der Papst übergeben habe, schreibt Koch in einer persönlichen Erklärung. Neben seiner Freude über die Ernennung bedauert er seinen Weggang. Es sei ihm «keineswegs leicht gefallen», das Bistum Basel zu verlassen, dem er beinahe 15 Jahre vorstand.
Da Bischöfe erst mit 75 Jahren ihre Demission einreichen könnten, habe er sich aber fragen müssen, ob er das bisherige Amt ohne Ermüdungserscheinungen noch weitere 15 Jahre hätte ausüben können. Er sei zum Schluss gekommen, dass es Zeit sei «für einen neuen Bischof mit noch frischen Kräften».
Im Dialog mit anderen Christen und Juden
Koch gehört dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen des Vatikans seit 2002 bereits als Mitglied an. In seiner neuen Funktion als Präsident wird er für alle ökumenischen Dialoge und für die Beziehungen der katholischen Kirche zu Orthodoxen, Protestanten und weiteren christlichen Weltgemeinschaften verantwortlich sein.
Der Rat ist eng ans Zweite Vatikanische Konzil gebunden. Er wurde 1960 - damals noch als Sekretariat - von Papst Johannes XXIII. ins Leben gerufen. Eng verbunden mit dem Rat ist die von Papst Paul VI. 1974 gegründete Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden. Der Präsident des Rats ist auch Präsident dieser Kommission.
Glückwünsche zur Ernennung
Die Schweizer Bischofskonferenz - deren Präsident Koch von 2007 bis 2009 war - und das Bistum Basel gratulierten Koch ebenso wie der Evangelische Kirchenbund und die Universität Luzern. Koch war Professor an der Theologischen Fakultät Luzern und kurze Zeit Rektor der Hochschule Luzern.
Das Domkapitel des Bistums Basel hatte Koch im August 1995 zum Bischof gewählt. Erst Ende des Jahres bestätigte der Vatikan die Wahl. Zu Beginn seiner Amtszeit feierten die Medien Koch noch als «progressiven Theologen», als «Hoffnungsträger». Im Laufe der Zeit etikettierten sie ihn als «treuen Diener Roms», als «der Gehorsame» und «konservativen Würdenträger».
Affäre Sabo
Im Licht der Öffentlichkeit stand Koch wegen des erbittert ausgetragenen Streits mit dem aufmüpfigen Röschenzer Priester Franz Sabo. Koch entzog Sabo im Oktober 2005 die Amtsbefugnis. Der Priester hatte den Bischof wiederholt hart kritisiert.
Der Konflikt setzte Koch zu. Anfang 2008 nahm er wegen Überarbeitung eine mehrwöchige Auszeit und verzichtete auf öffentliche Auftritte. Im September des gleichen Jahres legten Koch und Sabo den Streit nach einem persönlichen Gespräch bei.
Lesen Sie mehr zu Bischof Koch – am Donnerstag in der BaZ (amu/sda)
Erstellt: 30.06.2010, 11:58 Uhr



