Basel
Bürgergemeinden wollen Biker stoppen
Von Alan Cassidy und Michael Rockenbach. Aktualisiert am 22.06.2009 61 Kommentare
Umfrage
Sollen Gemeinden die Biker büssen?
Seit Jahren streiten Mountainbiker
mit Behörden und Wanderern
über ein eigenes Routennetz
im Baselbiet. Jetzt drohen Bürgergemeinden
mit Bussen, wenn die
Biker abseits der Wege fahren. Ist das richtig?
Ja
Nein
382 Stimmen
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Von wegen Naturidylle: Wenn sich Wanderer und Mountainbiker im Wald begegnen, kommt es immer wieder zu Konflikten. Seit Jahren suchen Biker, Wanderer und Behörden nach einem Ausweg: Die Biker sollten endlich ein eigenes Routennetz erhalten – vor allem in den Gebieten Gempen und Blauen, zwei der beliebtesten Mountainbike-Gegenden der Schweiz. Doch daraus wird wohl nichts, die Verhandlungen scheinen nach dem letzten Treffen gescheitert. Die Biker forderten im Gebiet Schauenburg-Hard-Birseck ein Netz mit schmalen und möglichst naturbelassenen Single-Trail-Strecken, die für die Fahrer besonders attraktiv wären. Doch die betroffenen Baselbieter Bürgergemeinden lehnten die Vorschläge für den entsprechenden Waldentwicklungsplan scheinbar endgültig ab. «Wir sind total enttäuscht», sagt Jakob Weber von Swiss Cycling. «Die Bürgergemeinden wollen Mountainbikes nur auf ausgebauten Forstwegen zulassen. Wir Biker wollen aber auf technisch anspruchsvolle Wege.» Doch das interessiere die Bürgergemeinden kein bisschen. «Wir fühlen uns nicht ernst genommen», sagt Weber.
Hohe Bussen
Stefan Kink, Bürgergemeindepräsident von Arlesheim, weist den Vorwurf zurück: «Das Problem ist, dass einige Biker einfach überall fahren wollen und nicht bereit sind, auf ihre Umwelt Rücksicht zu nehmen.» Das dürfe nicht länger akzeptiert werden. «Im Waldgesetz steht klipp und klar, dass Velofahren nur auf befestigten Wegen erlaubt ist. Das muss nun umgesetzt werden.» Mit anderen Worten: Biker, die auf ihren geliebten Single Trails unterwegs sind, sollen gebüsst werden. Macht die Arlesheimer Bürgergemeinde die Drohung wahr, kann Biken auf Abwegen bald teuer werden. Lässt sich ein Biker vom Förster oder einem Polizisten schnappen, so erwartet ihn eine Anzeige beim Statthalteramt. Kostenpunkt: 250 Franken Bearbeitungsgebühr zuzüglich einer Busse von mindestens 30 Franken. Dieser Ärger droht Bikern nicht nur in Arlesheim, sondern auch in Münchenstein, Muttenz, Pratteln, Birsfelden und Frenkendorf. Deren Bürgergemeinden waren vergangene Woche alle am verunglückten Treffen vertreten. Und sie alle hinterliessen dabei den gleichen, unnachgiebigen Eindruck, wie mehrere Verhandlungsteilnehmer unabhängig voneinander sagen.
Jetzt fragt sich nur noch, wie das Fahrverbot auf den schmalen Pfaden konsequent durchgesetzt werden soll. «Die Wälder sind gross und Pfade gibt es viele. Die Biker dort zu finden, wird nicht ganz einfach sein», sagt Ueli Meier vom Amt für Wald beider Basel. Und selbst wenn sie gefunden werden, müssen sie auch noch gestoppt werden: «Je nach Geschwindigkeit kann das gefährlich werden», warnt Meier. Darum will er die Hoffnung auf eine Lösung im Streit zwischen Bikern und Bürgergemeinden noch immer nicht ganz aufgeben.
Vorbild Riehen
Wie es gehen könnte, haben die Gemeinden Riehen und Bettingen vorgemacht: Auf ihrem Waldgebiet eröffneten sie vor zwei Jahren eine sechs Kilometer lange Mountainbike-Route mit 400 Single-Trail-Abfahrten. Die Route werde rege benutzt, sagt Jakob Weber: «Wir sind zufrieden damit.» Auch die Wanderer haben sich offenbar damit abgefunden, dass sie den Wald mit den Bikern teilen müssen. «Gegen eine gemeinsame Nutzung von gewissen Wegen haben wir nichts», sagt Bernhard Madörin vom Verein Wanderwege beider Basel. Trotzdem: Ohne Einigung mit den Bürgergemeinden werden die Biker ihre Ausfahrten nur bedingt geniessen können. (Basler Zeitung)
Erstellt: 22.06.2009, 07:45 Uhr
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61 Kommentare
Ich gehe biken und habe keine Probleme mit Wanderern. Ich gehe wandern und habe keine Probleme mit Bikern. Und ich ich bin überzeugt, das ist der Normalfall. Die Natur ist gross genug für beide Parteien. Bloss in einige wenige Köpfe scheint nicht beides reinzupassen... Antworten
Ich möchte nochmal betonen: Ein Trailnetz würde Biker kanalisieren bzw. von Wanderern trennen, Hr. Kink&Co stellen sich quer - nicht zum Wohle der Natur/Wanderer sondern zum Schaden der Biker. Das hier ist KEIN Konflikt Biker vs Wanderer, sondern reine Behördenwillkür ein paar weniger Betonköpfe gegen ein paar Hundert steuerzahlender Bürger. Biken ohne Trails ist wie Skifahren ohne Schnee! Antworten



