Der Eigenmietwert soll bleiben

Nach der Basler Regierung ist auch die Baselbieter Regierung gegen einen Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung. Sie lehnt die Abschaffung der Besteuerung des Eigenmietwerts ab, wie sie in ihrer Vernehmlassungsantwort zu einer Bundesvorlage festhält.

Die Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen bei den Steuern sei aber ein wichtiger Teil der Wohneigentumsförderung, meint die Baselbieter Regierung.

Die Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen bei den Steuern sei aber ein wichtiger Teil der Wohneigentumsförderung, meint die Baselbieter Regierung.
Bild: Dominik Plüss

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Der Bundesrat hat den Gesetzesentwurf als indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Sicheres Wohnen im Alter» des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes (HEV) vorgelegt. Gestrichen würde damit aber nicht nur die Steuer auf dem Eigenmietwert, sondern weitgehend auch der Abzug von Hypothekarzinsen, wie die Baselbieter Regierung am Dienstag festhielt.

Die Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen bei den Steuern sei aber ein wichtiger Teil der Wohneigentumsförderung. Erst wenn die Schulden amortisiert sind und kein grösserer Liegenschaftsunterhalt mehr ansteht - also beispielsweise im fortgeschrittenen Alter - werde das heutige Modell der Wohneigentumsbesteuerung zur Belastung.

Schon am 2. Februar hatte die Regierung von Basel-Stadt ihr Nein bekannt gegeben: Die HEV-Initiative biete keinen genügenden Anlass, um das bewährte System der Eigenmietwertbesteuerung aufzugeben. Die rechtsgleiche Behandlung von Wohneigentümer und Mieter werde heute gewährleistet, das Ziel der Wohneigentumsförderung erfüllt, teilte sie damals mit. (amu/sda)

Erstellt: 09.02.2010, 13:49 Uhr

17 KOMMENTARE

Christoph Zehnder

01.03.2010, 21:11 Uhr

Der Basler Regierungsrat hängt an einem alten Modell nach .Die Entschuldung von Bund Kanton und Gemeinden beginnt bei uns Bürgern.


Daniela Gutmann

10.02.2010, 23:24 Uhr

@ Isaac Reber,Bin ganz Ihrer Meinung.Vielleicht wäre es gut, wenn für Ersterwerber, für eine bestimmte Zeit, ein Abzug der Schulden möglich ist. Diesen Abzug könnte man prozentual mit den Jahren immer mehr kürzen. Somit hätte man eine Starthilfe für neue Hauseigentümer und den Anreiz für die Eigenverantwortung.


Peter Waldner

10.02.2010, 12:02 Uhr

Die Schweiz - das Volk der Mieter. Wen wundert's? Der "Eigenmietwert" ist schlicht schädlich!


Jürg Tanner

10.02.2010, 11:24 Uhr

Na? Wirkt die Lobbyarbeit der Finanzindustrie schon? Warum nur, will der Staat das System nicht ändern? "Er" kommt ja sowiso zu seinem Geld. Zwangsehen sind sonst auch nicht erlaubt, warum immer noch die mit einer Bank? Eigenverantwortliche EIGENHEIMER, bilden bestimmt einen solideren Staat, als geldverprassende Möchtegern Jetseter, welche doch nur Flurschaden anrichten. Aufwachen gutes Volk!!!


Karl Linder

10.02.2010, 11:00 Uhr

@Isaac Reber: Wie wollte man von der Gleichheit her die Frage der Schuldzinsen klären: Eine Firma (AG), welche von der Bank Geld erhält, um eine Fabrik zu bauen (Baukosten + Grundwertkosten). Diese kann ja die Zinsen abziehen in der Erfolgsrechnung. Wie macht man hier die Abgrenzung zum privaten Hauseigentümer? Oder werden danach alle Hausbesitzer zu AGs und GmbHs, um diese Abzüge zu machen?


Alfred Christen

10.02.2010, 10:19 Uhr

Herr Otto Ris: Sie haben keine Ahnung, was das heisst ein Haus zu besitzen. Immer mehr Vorschriften und Gesetze verlangen einen stetigen Umbau nicht nur wegen CO2-Ausstoss. Wenn ich nichts mache werden die Kosten dafür teurer. Zudem ist der Eigenmietwert ein Unding, das es auf der ganzen Welt nur in der Schweiz gibt. Ein Haus zu unterhalten zur guten Wohnlichkeit kann sehr teuer werden.


Peter Berger

10.02.2010, 01:46 Uhr

Der Eigenmietwert raubt mir im Alter einen grossen Teil meiner Rente, ohne dass ich je einen Rappen davon gesehen habe. Bitte helft den Alten die jahrzehntelang für einen Ruhestand im günstigen Eigenheim (nicht Villa) gespart haben und nun derart abgezockt werden! Kurz vor dem Tod wird es uns sowieso weggenommen von Spitalkosten/Altersheim. Also lasst uns bis dann die Illusion noch.


Willi Schneider

09.02.2010, 22:31 Uhr

Der Eigenmietwert ist keine Wohneigentumsförderung, sondern Förderung der hypothekarischen Verschuldung und der baulichen Erneuerung zu den happigen KMU-Tarifen dieser Gegend.. Wenn die Hypothek mal abgetragen und das Haus in Ordnung ist, wird der Eigenmietwert voll und unkompensiert zum fiktiven Einkommen, das wie wirkliches Einkommen besteuert wird und die Budgets älterer Leute belastet.


hans zumstein

09.02.2010, 19:32 Uhr

Die anachronistische Neidsteuer soll also bleiben. . . konsequenterweise muss also auch auf dem Besitz von Autos, auf Wohnmobilen, auf Schiffen usw. ein "Eigenmietwert" berechnet und versteuert werden. Wer mietet kann die Auto - und Caravanmiete usw ja auch nicht verrechnen hingegen Schuldzinsen. Wieso der gierige Fiskus nicht auf diese (wahnwitzige) Idee gekommen ist entzieht sich meiner Kenntnis


hans zumstein

09.02.2010, 19:24 Uhr

@Maciej Pietrzak: Und als was würden Sie die "taxe d'habitation" und die "taxe foncière" klassieren? Diese beiden jährlich zu entrichtenden Steuern werden in F nur durch Hauseigentümer und nicht von Mietern bezahlt!


Ruth Chartrand

09.02.2010, 18:10 Uhr

Hat schon jemand erlebt dass eine Steuer abgeschafft wurde ? Viel lieber brummt man uns weitere auf. Wir haben auf teure Auslandferien verzichtet damit wir uns das Haus leisten konnten. Und nun müssen wir Fr. 12.000.. !! EMW auf das Einkommen dazurechnen, Geld das wir nie verdient haben.@Hr. Reber. Doch dieses Steuersüpplein wurde von der SP gekocht. Und Superreiche haben Pauschalsteuer, toll !!!


Andreas Kofler

09.02.2010, 17:52 Uhr

Wär' ja noch schöner, wenn es sich lohnen würde, schuldenfrei zu sein. Was würde die Banken denn am Leben erhalten?


Isaac Reber

09.02.2010, 15:25 Uhr

@martin schuler: BL-Regierung links? Und wieso schaffen es national bürgerliche Mehrheiten nicht, den Eigenmietwert abzuschaffen? Weil er wegen dem Schuldzinsabzug eben auch die Banken alimentiert (etwa auch links?). Fazit: Aufhören mit diesem Links-Rechts-Mist, dann gelingt uns vielleicht der überfällige Systemwechsel: Eigenmietwert weg, Schuldzinsabzug weg, Eigenverantwortung her!


Maciej Pietrzak

09.02.2010, 15:17 Uhr

@Martin Schuler; Das ist nicht 100% richtig. Aber nirgendwo in einem solchen Ausmass. Im Frankreich wurde der Eigenmietwert schon vor Jahren abgeschafft.


Maciej Pietrzak

09.02.2010, 14:56 Uhr

Alles für die Banken. Nur die Banken haben ein Interesse am Eigenmietwert. Im ewigem Griff der Banken. Jetzt soll noch das Lex Koller fallen. Hunderte von Milliarden am Schwarzgeld werden in der Schweiz „investiert“. Eine neue Immobilienblase nährt. Die Mieten, der Eigenmietwert und die Baurechtzinsen explodieren.


otto ris

09.02.2010, 14:55 Uhr

Wäre ja noch schöner, wenn jemand ein Leben lang krampft, das Häuschen abbezahlt hat und dann gratis wohnen könnte... Auf Pump leben und am Sozialstaat saugen heisst heute die Devise, alles andere ist teuer!


Martin Schuler

09.02.2010, 14:09 Uhr

Niemand auf unserem Planeten kennt den Eigenmietwert - nur die dummen Eigentümer in der Schweiz zahlen Steuern auf Einkommen, die sie nicht verdienen. Es ist klar, dass wieder einmal die Linken diese "Steuern" nicht abschaffen wollen.



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