Basel
Der Kanton versucht den Spagat
Von Andreas Hirsbrunner. Aktualisiert am 18.01.2009 2 Kommentare
Die Landschaft soll ohne Käseglocke geschützt werden. Hier der Oberbölchen. (Bild: Heinz Dürrenberger)
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«Landschaften sind das Gesicht der Schweiz», schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) auf seiner Homepage. Am stärksten wird dieses Gesicht zweifellos von jenen Landschaften geprägt, die im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt sind, den sogenannten BLN-Gebieten. Das Baselbiet zählt fünf derartige Objekte, darunter das Belchen-Passwang-Gebiet, das aufgrund seiner Naturwerte, seiner landschaftlichen Gegensätze und seiner markanten Höhenzüge die unangefochtene Königin ist.
Und an dieser regionalen Königin versucht der Kanton nun zusammen mit einer Handvoll weiterer Akteure einen Spagat, der Auswirkungen auf andere BLN-Gebiete und somit auf das Schweizer Gesicht haben wird: Er will mit dem Projekt «Aufwertung BLN-Gebiet 1012 Belchen-Passwang» Schutz- und Nutzungsinteressen besser unter einen Hut bringen.
Zuständig für das ambitiöse, auf drei Jahre ausgelegte Vorhaben ist Niggi Hufschmid vom Amt für Raumplanung. Und er erklärt, wie es zu diesem Projekt gekommen ist: «Man hat mit den Jahren gemerkt, dass der Schutz der 162 BLN-Gebiete in der Schweiz nicht optimal ist. Der Bund will jetzt den Schutz verbessern, ohne eine Käseglocke über die Gebiete zu hängen.» Hufschmid habe deshalb im Rahmen des Programms «Synergien im ländlichen Raum» Modellvorhaben ausgeschrieben, worauf der Kanton sein Projekt eingereicht habe. Und er wurde berücksichtigt, was heisst, dass der Bund fast die Hälfte der Kosten des 250 000 Franken teuren Projekts übernimmt. Den Rest sowie zahlreiche Eigenleistungen steuert der Kanton bei.
Ziel sei ein Raumnutzungskonzept, das den Gemeinden, die im BLN-Perimeter liegen, bei der kommunalen Nutzungsplanung helfe, sagt Hufschmid. Ganz wichtig sei deshalb, dass die betroffenen Gemeinden am Projekt beteiligt seien. In der Steuergruppe, die von Hufschmid geleitet wird und welche die wichtigen Entscheide innerhalb des Projekts fällt, sind nebst den Kantonen Baselland und Solothurn – ein Teil des Belchen-Passwang-Gebiets liegt auf dessen Boden –, dem Bafu, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der Stiftung Wasserfallen denn auch Langenbruck, Waldenburg und Reigoldswil vertreten.
Dass der Kanton gerade das Belchen-Passwang-Gebiet für sein Pilotprojekt gewählt hat, habe damit zu tun, dass sich hier viele typische Probleme stellten, sagt Hufschmid. So erwähnt er die Landwirtschaft. Denkbar sei, dass sich in etwa 20 Jahren die extensive Nutzung für die Bauern nicht mehr auszahle. Ohne deren Eingriffe würde die Landschaft aber verwalden, und das sei nicht im Sinne der BLN-Gebiete. Es gelte also, neue Wege zu suchen, sodass sich für die Bauern die Erhaltung der Kulturlandschaft lohne und es zu keiner Entvölkerung komme. (Basler Zeitung)
Erstellt: 18.01.2009, 09:51 Uhr
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2 Kommentare
Wenn es um Windkraft im Passwanggebiet geht, palavern die Politiker nur von Landschaftsschutz und Landwirtschaft. Weshalb schreibt niemand darüber, dass diese Einrichtungen nur dann Strom liefern, wenn der Wind auch tätsächlich weht? Wirtschaftlich ist diese Art von Energieerzeugung im erwähnten Gebiet ein völliger Blödsinn. Lassen wir uns nicht blenden und unterstützen das Projekt Beznau III! Antworten
Auf diesem Gebiet sind die attraktivsten Wanderwege für uns Basler innerhalb des U-Abo Bereichs. Es liegt also auch in unserem Interesse, dass die Landwirte dort ihre Höfe rentabel bewirtschaften können und die Landschaft intakt bleibt. Windanlagen jedoch, lediglich um Strom einzuspeisen, sowas braucht es nicht. Der Propeller bei Sol reicht, keine weiteren Anlagen mehr. Antworten



