Basel
«Der innere Zusammenhalt bröckelt»
Aktualisiert am 14.02.2011 57 Kommentare
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Die schlechte Finanzlage des Kantons Baselland dürfte den Ausschlag für das Nein vom Sonntag gegeben haben, meint die «Basler Zeitung» in ihrem Kommentar zum Baselbieter Urnengang. Es sei jedoch «ein gefährliches Nein».
Denn eigentlich hätten sich die beiden Basel zur Partnerschaft nicht nur im Gesundheitswesen und in der Bildung, sondern auch bei den Kulturleistungen verpflichtet. Die Baselbieter zeigten nun aber dem Kulturzentrum Basel-Stadt die kalte Schulter.
Dabei verweist die BaZ darauf, dass der stadtnächste Bezirk Arlesheim anders votiert hat als der restliche Kanton: Dieser Graben zwischen Unter- und Oberbaselbiet sei «ein bedenkliches Zeichen» für den Kanton Baselland: «Offenbar bröckelt der innere Zusammenhalt mehr denn je.»
Auseinanderdriftende Regionen
Die Gründe für das Baselbieter Nein dürften vielseitig sein, meint derweil die Basellandschaftliche Zeitung. Basel-Stadt müsse nun die Verantwortung fürs Theater alleine wahrnehmen, und der Baselbieter Regierung bleibe nichts anderes übrig, als sich aus dieser Diskussion zu verabschieden.
Nicht verabschieden dürfe sie sich jedoch aus «der Diskussion um die auseinanderdriftenden Regionen des Kantons», heisst es im Kommentar weiter. Sorgen um den innerkantonalen Zusammenhalt seien angebracht: Der Riss zwischen den Unterbaselbieter Gemeinden und den übrigen Gemeinden «ist tief».
Nach dem HarmoS-Beitritt sei das Theater-Referendum der zweite Volksentscheid innert kürzester Zeit, der den Graben aufzeige. Zudem drohten Differenzen auch etwa beim Finanzausgleich oder dem Agglomerationsprogramm. Für eine gemeinsame Zukunft brauche es aber «die gegenseitige Solidarität zwischen den Regionen dieses Kantons».
Nein aus «den grünen Hügeln»
Von einem «Stadt-Land-Graben durchs Baselbiet» schreibt in einem kurzen Abstimmungsbericht am Montag auch die Neue Zürcher Zeitung. Die Verteilung der Ja- und Nein-Stimmen sei «fast interessanter als das Abstimmungsergebnis».
So habe die Vorlage in stadtnahen Gemeinden, wo die Bevölkerung urbaner sei und viele wohnten, die in Basel ihr Geld verdienen, Zustimmungsraten bis 67 Prozent erhalten. In «den grünen Hügeln abseits Basels» hätten aber mehr als zwei Drittel Nein gesagt. In jenem Bezirk, in dem das Theater Rückhalt genoss, sei zudem auch die Waffenschutz-Initiative knapp angenommen worden.
Lesen Sie weitere Hintergründe und Reaktionen zur Theater-Abstimmung im Baselbiet - heute in der Basler Zeitung. (amu/sda)
Erstellt: 14.02.2011, 10:36 Uhr
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57 Kommentare
Es geht nicht ums Theater, sondern weil unsere Vereine, welche viel zur Kultur beitragen von unseren Gemeinden oft mit kleinen Beiträgen abgespeist werden. Dabei sind Gemeinden ohne Vereine tote Dörfer. Hier muss man den Hebel ansetzen. Darum hat das Volk die Vorlage wohl abgelehnt. Antworten
All denjenigen, welche die Nein-Sager veruteilen, sei ein Blick auf die Steuerstatistik des Bundes empfohlen. Solange ich auf der Landschaft einen höheren Steuersatz habe als in der Stadt, sehe ich keinen Grund, wieso ich mehr Beiträgen (für die angeblich arg gebeutelten Finanzen der Stadt) zustimmen sollte. Antworten

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