Basel

Die Ankunft in der Fremde

Von Lukas Bertschmann. Aktualisiert am 24.12.2011 20 Kommentare

In der provisorischen Unterkunft Lachmatt in Pratteln wohnen inzwischen 66 Asylsuchende. Die unterirdische Unterkunft ist jedoch bei den Asylbewerbern nicht gut angekommen.

40 weitere Asylsuchende kamen am Freitag in der Prattler Lachmatt an, wo sie unterirdisch einquartiert wurden.

40 weitere Asylsuchende kamen am Freitag in der Prattler Lachmatt an, wo sie unterirdisch einquartiert wurden.
Bild: Lukas Bertschmann

Ein Mann in dunkler Jacke mit hochgeschlagenem Kragen steckt sich vor der Truppenunterkunft bei der Lachmatt eine Zigarette an. Er blickt etwas verloren in den grauen Winterhimmel. Zwischen Starkstromeinrichtungen und der Schiessanlage befindet sich der Abgang zur Unterkunft, in die gestern etwa 40 weitere Personen aus dem überfüllten Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel eingezogen sind.

Seit Donnerstag hatten hier im Prattler Gewerbegebiet bereits 28 Asylsuchende vorübergehend ein Obdach gefunden. Es sind zumeist Roma aus Serbien, die angeben, in ihrer Heimat schikaniert zu werden. Der am Donnerstag angekommene Jassar Golja war zuvor mit seiner Frau und den drei Kindern zwei Monate im EVZ Bässlergut untergebracht. «Für mich ist das Leben gelaufen», sagt der 44-Jährige. «Doch für meine Kinder suche ich bessere Chancen.» Er nimmt den nächsten tiefen Zug von seiner Zigarette.

Mitmachen im Tagesbetrieb

«Wir können hier bis zu 100 Menschen aufnehmen», sagt Ernst Klauser. Er ist Geschäftsführer und Koordinator des Betreuungsdienstleisters ABS AG, der vom Bund via Kanton Baselland den Auftrag zur Betreuung der betroffenen Asylsuchenden in der Truppenunterkunft erhalten hat. Auf dem Papier sei die Anlage für 190 Menschen ausgelegt. Aber mit so vielen Leuten würde es zu eng werden. «Mit unserer knapp 55-prozentigen Belegung haben wir etwas Platzreserven. So können wir den Ankommenden anbieten, separate Frauen-, Kinder- oder Männerzimmer zu beziehen», sagt Klauser weiter. Gestern sei allerdings eine Roma-Grossfamilie eingezogen, die gemeinsam im gleichen Massenschlag zu schlafen wünschte.

Die ABS hatte die Auffanganlage in der Lachmatt bereits vor zwei Jahren während rund sechs Monaten betrieben. «Wir sind eine Zweckgemeinschaft. Durch offene Kommunikation versuchen wir, die Situation für alle klar und erträglich zu gestalten», sagt Klauser. «Die Aufgenommenen sollen zum Mitmachen im Tagesbetrieb animiert werden.» Nur so könne es funktionieren.

Der Tag in der Unterkunft beginnt um sieben Uhr mit dem Aufflackern von Neonröhren – die Betreuungspersonen beginnen, das Frühstück herzurichten. Die Asylbewerber können dann zwischen acht und neun Uhr bei der Kombüse wie im Selbstbedienungsrestaurant frühstücken.

Anschliessend werden alle in Gruppen eingeteilt, um zusammen mit Betreuern abzuwaschen oder allgemeine Reinigungsarbeiten durchzuführen. Um 11 Uhr öffnet das Büro, wohin sich alle mit Anliegen und Fragen jeglicher Art richten können. «Wir koordinieren Behördentermine oder erklären, wie das Tram benutzt wird», so Klauser. Nachmittags haben die Leute Zeit zur Verfügung – sei es für Behördengänge oder um frische Luft zu schnappen. Zwei Mal die Woche kommt nachmittags zudem ein Hausarzt aus Pratteln zur medizinischen Visite vorbei. Das Betreuungsteam ist bis um 22 Uhr vor Ort, dann beginnt der Nachtbetrieb, währenddem die Securitas-Angestellten das Zepter übernehmen.

Tannenbaum gegen Tristesse

Als die ersten Leute vor zwei Tagen ankamen, sei die Verwunderung über die unterirdische Unterkunft gross gewesen – sie sei nicht gut angekommen, sagt Prattelns Gemeindepräsident Beat Stingelin (SP). «Heute tönte es aber etwas anders. Das Essen sei bei uns viel besser, habe ich von einigen erfahren.» Er war am Donnerstag und Freitag anwesend und konnte die Ankömmlinge auf Serbisch begrüssen, das er während seines zweijährigen Aufenthalts im ehemaligen Jugoslawien zu Titos Zeiten gelernt hatte.

Nachdem Pratteln am Dienstagabend den Entscheid gefällt hatte, die Unterkunft zu öffnen, richtete die ABS die Anlage innerhalb von 24 Stunden her. «Nur dank dem Effort des Teams konnten wir den Betrieb so rasch hochfahren», so Klauser. Die Mitarbeitenden zählten das zu verteilende Material wie etwa Wäsche und Hygieneartikel ab und richteten die Schlafplätze her. Im Aufenthaltsraum stellten sie einen Weihnachtsbaum auf und versuchten so, etwas gegen die Tristesse der zweckmässig gestrichenen Betonräume zu tun. Auch hier ist Weihnachten. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.12.2011, 08:14 Uhr

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20 Kommentare

rene spinnler

24.12.2011, 17:05 Uhr
Melden 44 Empfehlung

Tip an die Asylanten: Sich möglichst renitent, rassistisch und asozial verhalten., dann kommt alles gut. Keiner wird ausgeschafft. Die dummen Schweizer werden im Ausgang noch mehr aufs Maul bekommen, wenn sie nicht bereit sind Hab und Gut dem Pack auszuhändigen. Antworten


Karl Kuhn

25.12.2011, 08:12 Uhr
Melden 43 Empfehlung

Roma aus Serbien,gut Nacht Schweiz,wann erwacht ihr dummen ch endlich? Antworten



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